Der TagKirche stellt sich gegen AfD und fürchtet Konsequenzen in Sachsen-Anhalt
Im Kampf gegen den Islam führen viele AfD-Anhänger immer wieder die christliche Prägung Deutschlands als Gegenargument ins Feld. Allerdings sieht die katholische Kirche so gar keine Überschneidung zwischen ihren Grundsätzen und dem Programm der AfD. "Die AfD stellt die Grundwerte unseres Zusammenlebens infrage", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, jetzt. "Die AfD möchte ein anderes Deutschland im Blick auf unsere Grundwerte und auf unsere Demokratie. Das ist mit uns nicht nur nicht zu machen, sondern da positionieren wir uns klar dagegen und stellen dem Menschenwürde, Nächstenliebe und Demokratie entgegen."
Und, schlimmer noch: Wilmer hält es sogar für denkbar, dass die AfD im Fall einer Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt konkrete Maßnahmen gegen die Kirchen ergreift. "Ich bin da nicht naiv", sagte er. Die AfD will unter anderem den Kirchensteuereinzug beenden und auch das Kirchenasyl nicht mehr dulden. Darunter versteht man, dass ein Mensch, der zum Beispiel von Abschiebung bedroht ist, vorübergehend Schutz in einer Kirche erhält.
In Sachsen-Anhalt leben rund 300.000 Christinnen und Christen - etwa 235.000 sind evangelisch, 66.000 katholisch.