Der TagMann saß 37 Jahre zu Unrecht im Gefängnis - das hat er zu sagen
Wie fühlt sich ein Mensch, der 37 Jahre unschuldig hinter Gittern saß und freikommt? Es sei ein "überwältigendes Gefühl der Erleichterung", sagt ein 55-Jähriger, der am Donnerstag aus einem Gefängnis im US-Bundesstaat Florida entlassen wurde. Verbittert sei er nicht, denn wer Hass im Herzen trage, könne keine Freude mehr empfinden. Seinen größten Wunsch habe er sich direkt nach seiner Freilassung erfüllt: "Ich habe meine Mutter umarmt".
Der 55-Jährige war 1983 wegen der Vergewaltigung und Ermordung einer 19-Jährigen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Organisation Innocence Project brachte den Fall zur Überprüfung. Sie bemüht sich darum, die Unschuld von Beschuldigten mit Hilfe von DNA-Analysen nachzuweisen - in diesem Fall mit Erfolg. Der Mann war demnach aufgrund einer fälschlicherweise als Bisswunde identifizierten Verletzung im Gesicht des Opfers verurteilt worden, die seinem Zahnabdruck ähnelte. DNA-Proben, die als vernichtet galten, haben ihn nun entlastet. Die "New York Times" schreibt, sie seien Anfang August in der Gerichtsmedizin gefunden worden. Sie beinhalteten demnach das Erbgut von zwei Männern - nicht aber das des 55-Jährigen.