Der Tag

Fünf Jahre "Wir schaffen das" Martin Patzelt: "Wir haben es geschafft"

31.08.2020, 20:43 Uhr
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(Foto: picture alliance/dpa)

Als die Zahl der ankommenden Flüchtlinge plötzlich anstieg und viele Menschen in unserem Lande in große Unsicherheit oder sogar Ängste fielen, erlebten wir auch bei politischen Amtsinhabern Verunsicherung und Ratlosigkeit, wie wir weiter mit der Situation umgehen sollten. In dieser Situation war es unsere Kanzlerin, die entgegen Stimmen in der eigenen Partei, insbesondere aber der Schwesterpartei CSU, den Menschen im Lande Mut und Zuversicht vermitteln wollte: Wir stehen zu unserem Grundgesetz. Wir stehen zu unserer christlich humanistischen Wertordnung. Wir lassen Menschen, die sich aus extremen Notlagen bis an unsere Grenze durchgekämpft haben, obwohl wir sie weder gerufen oder gar geholt haben, nicht sterben. Wir haben so viel geschafft, wir werden auch schaffen, diesen Flüchtlingen ein vorübergehendes Asyl zu geben beziehungsweise ihren Anspruch auf ein solches zu prüfen. Wir brauchen bei diesem unerwarteten Ansturm in unser Land viel Kraft, Engagement, Unterstützung der Länder, Kommunen, Bürgerinnen und Bürger, aber wir werden es in absehbarer Zeit schaffen, ohne dass wir dadurch in Not geraten. So die Kanzlerin.

Und ich schaue mich um und bemerke mit Dankbarkeit und Freude, wir haben es geschafft, fast einer Million Menschen - zumindest auf Zeit - ein menschenwürdiges und menschenfreundliches Asyl zu geben. Das war möglich durch das angestrengte und kluge Handeln von Politik und Verwaltung, durch freiwilliges Engagement von Millionen Menschen in unserem Lande. Aufgerufen und ermuntert durch den Ruf der Kanzlerin: wir schaffen das (gemeinsam), ist dies gelungen.

Wenn wir genauso zielstrebig, in konzertierter Aktion mit unseren europäischen Partnern, jetzt helfen Fluchtursachen konsequent zu beseitigen, Menschen in ihren Herkunftsländern eine Zukunft zu geben, Nicht-Asylberechtigten unmittelbarer zu vermitteln, dass sie besser zuhause bleiben und sich nicht größten Gefahren einer lebensgefährlichen Reise aussetzen, die sie doch wieder in ihr Herkunftsland zurückführen wird, dann werden wir es auch weiterhin schaffen, ein menschliches Land zu bleiben, das Menschen in unmittelbarer Gefahr für Leib und Leben nicht die Grenzen zuschließt .Das sind wir, das ist Deutschland, für eine solche Heimat bin ich zutiefst dankbar.

Martin Patzelt ist CDU-Bundestagsabgeordneter und kommt aus Frankfurt (Oder). 2015 nahm er zwei Flüchtlinge aus Eritrea bei sich auf.

Quelle: ntv.de