Der TagMenschenverachtende, rassistische Dachdecker-Anzeige sorgt für Empörung
Eine menschenverachtende, rassistische Anzeige im Amtsblatt von Sebnitz hallt in der sächsischen Stadt noch nach. Eine ortsansässige Dachdeckerfirma hatte dort einen Ausbildungsplatz in Aussicht gestellt - schloss dabei aber bestimmte Menschen aus, die mit antisemitischen, rassistischen und diskriminierenden Begriffen beschrieben wurden. Die Stadtverwaltung distanzierte sich von der "Anzeige mit verachtendem und ausländerfeindlichem Inhalt". "Wir haben erst davon erfahren, als wir die Druckausgabe in den Händen hielten", sagte Oberbürgermeister Ronald Kretzschmar. Die Stadt sei ausschließlich für den redaktionellen Teil des "Grenzblattes" - so heißt das Amtsblatt - verantwortlich und kenne den Anzeigenteil bis zur Veröffentlichung auch nicht, teilte die Verwaltung mit. Dieser liege allein in der Verantwortung des Verlages. Man habe gegen den Verfasser der Anzeige sowie den Verlag eine Strafanzeige gestellt.
Der parteilose Oberbürgermeister Kretzschmar sagte, er kenne den Chef der Dachdeckerfirma persönlich nicht. Er habe auch nicht vor, ihn zu kontaktieren. "Wir reden hier über einen gestandenen Mann, der muss eigentlich wissen, was er für eine Aussage tätigt." Rainer Böhme vom Bündnis Buntes Sebnitz fürchtet, dass der Vorfall die Stadtgesellschaft weiter auseinandertreiben werde. Es werde auch Leute geben, die dem Dachdeckermeister applaudierten, so Böhme. Sebnitz will in diesem September den "Tag der Sachsen" ausrichten. Dafür sei das Geschehene in jedem Fall kontraproduktiv, sagte Böhme. Die Linken rufen für Montag zu einer Demonstration gegen Rassismus auf.