Der Tag

Der TagMigranten-Ansturm: "Wer über Zaun klettert, steht vor nächster Grenzkontrolle"

31.07.2026, 17:06 Uhr

Der Migrationsexperte Gerald Knaus hält es für unwahrscheinlich, dass viele der Tausenden von Marokko in die spanische Exklave Ceuta gelangten Menschen in andere europäische Staaten weiterziehen können und gegebenenfalls sogar Deutschland erreichen. "Diese Sorge ist übertrieben", sagt Knaus im Gespräch mit "Die Zeit". "Ceuta liegt geografisch in Afrika und hat ein Sonderregime mit doppelter Außengrenzkontrolle - einmal bei der Einreise aus Marokko und noch einmal bei der Weiterreise auf das spanische Festland. Wer über den Zaun klettert, steht nicht in der europäischen Reisefreiheit, sondern vor der nächsten Grenzkontrolle." Und wer von Spanien weiterziehe, könne nach Spanien zurückgeschickt werden.

Zu dem Einwand, dies setze voraus, dass Spanien diese Menschen wieder aufnimmt, sagt Knaus der Zeitung: "Spanien kooperiert und nimmt im europäischen Vergleich viele Menschen im Rahmen der Überstellungsverfahren zurück - ganz anders als etwa Italien." Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez kommuniziere Migration anders als Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni, "aber er kontrolliert seine Grenzen besser". Aus Italien war die Forderung laut geworden, Spanien aus dem Schengen-Raum auszuschließen. Der Migrationsforscher sagt, es sei "absurd", dass diese Forderung aus Italien kommt. "Europäer drohen also einem Mitgliedstaat mit Binnengrenzkontrollen, statt ihm an der Außengrenze und diplomatisch zu helfen? Dabei hatte Italien in den vergangenen Jahren und in der ersten Hälfte 2026 höhere irreguläre Zugangszahlen als Spanien."

Quelle: ntv.de