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Der TagMord im Berliner Tiergarten: Ermittler kritisieren russische Kooperation

10.08.2020, 06:07 Uhr

Im August 2019 wird ein 40-jähriger Tschetschene im Kleinen Tiergarten in Berlin-Moabit von einem Fahrrad aus erschossen. Einen dringend tatverdächtigen Russen fasst die Polizei noch am selben Tag. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass er von "staatlichen Stellen der Zentralregierung der Russischen Föderation" beauftragt wurde.

Doch knapp ein Jahr nach dem mutmaßlichen Auftragsmord wartet die Bundesregierung weiter auf russische Unterstützung bei der Aufklärung des Falls. In einer Antwort auf eine Anfrage der Linkspartei weist das Justizministerium darauf hin, dass deutsche Behörden von August bis November mehr als ein Dutzend Mal Kontakt mit russischen Stellen gesucht hätten.

Im Dezember seien zudem zwei formelle Rechtshilfeersuchen gestellt worden. "Die letztlich erfolgte Beantwortung seitens der russischen Generalstaatsanwaltschaft mit Datum vom 2. Juni 2020 lieferte in der Sache weiterhin keine substanziellen russischen Beiträge zur Aufklärung", heißt es aus dem Justizministerium.

Dabei wies der russische Botschafter in Berlin noch im Juni Vorwürfe mangelnder Kooperationsbereitschaft der Behörden seines Landes zurück.

Quelle: ntv.de