Der TagNach Attentat: Frankreichs Juden diskutieren über Kippa
Vor einem Jahr starben bei einem Überfall auf einen jüdischen Supermarkt in Paris vier Menschen. Schon damals entbrannte in Frankreich eine Debatte über Antisemitismus und die Sicherheit jüdischer Menschen. Diese ist nun neu entflammt:
Nach einem Machetenangriff auf einen jüdischen Lehrer in Marseille rät die örtliche jüdische Gemeinde vom Tragen einer Kippa ab.
Mit Blick auf den Ernst der Ereignisse müssten außergewöhnliche Entscheidungen getroffen werden, sagt der Präsident der israelitischen Konsistoriums der Stadt, Zvi Ammar. Die Kippa solle bis zu "besseren Zeiten" nicht getragen werden.
Frankreichs Oberrabbiner Haïm Korsia widerspricht dem: "Wir dürfen nicht klein beigeben, wir werden auch weiterhin die Kippa tragen."
Auch der Präsident der jüdischen Spitzenverbandes Crif, Roger Cukierman, sagt, die Empfehlung von Marseille sei "sicher keine gute Idee". Damit werde eine Haltung von Aufgabe und Verzicht transportiert.