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Der TagPartner kritisieren Israel und drohen mit Konsequenzen - außer Deutschland

21.05.2025, 17:23 Uhr

Im Zuge der neuen Großoffensive von Israels Militär im Gazastreifen nimmt die internationale Kritik - auch von engen Verbündeten - am israelischen Vorgehen zu. Täglich werden nach palästinensischen Angaben Dutzende Menschen bei Angriffen der Armee getötet. Auch die monatelange Blockade von Hilfslieferungen durch Israel in den Gazastreifen sowie die derzeitigen Beschränkungen für die Einfuhr versetzen Partner in Aufruhr. Immer mehr Staaten verlieren die Geduld mit Israel - der TV-Sender N12 spricht von "einer politischen und diplomatischen Krise, wahrscheinlich der schwerwiegendsten und schwierigsten, die es (Israel) je erlebt hat". Und auch innerhalb Israels und der Opposition mehrt sich die Kritik an der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und deren Vorgehen im Gazastreifen.

Drastische Worte fanden zuletzt Emmanuel Macron, Keir Starmer und Mark Carney. Die drei Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Großbritannien und Kanada sprachen in einer Erklärung von einer "völlig unverhältnismäßigen Eskalation". "Das menschliche Leid in Gaza ist unerträglich", hieß es. Sollte die neue Großoffensive nicht eingestellt werden, würden die drei Länder mit "konkreten Maßnahmen" reagieren. Die EU stellte derweil ihr Partnerschaftsabkommen mit Israel infrage.

Kanzler Friedrich Merz hat dagegen vergangene Woche in seiner Regierungserklärung die aus dem Holocaust entstandene historische Verantwortung Deutschlands für die Existenz und die Sicherheit des Staates Israel bekräftigt. "Wir stehen unverbrüchlich an der Seite Israels", sagte er. Merz hat sich zwar besorgt zur Lage im Gazastreifen geäußert, direkte Kritik am militärischen Vorgehen Israels war von ihm bisher aber nicht zu hören. Er hat zuletzt sogar erneut erklärt, dass er sich trotz internationalen Haftbefehls einen Besuch Netanjahus in Deutschland vorstellen kann.

Quelle: ntv.de