Der TagPer Dekret angeordnet: Maduros Weihnachtszeit beginnt
Die bunte Weihnachtsbeleuchtung erhellt den Abendhimmel in Caracas, auf Straßen und Plätzen erstrahlen festlich geschmückte Weihnachtsbäume, und Passanten können Fotos vor einem großen Geschenke-Haufen machen. Staatschef Maduro hatte den vorgezogenen Start in die Weihnachtssaison per Dekret angeordnet. Aber lässt das bei den Menschen in Venezuela echte Weihnachtsstimmung aufkommen? Es ist nun mal Anfang Oktober. Eine 32-Jährige in Caracas zum Beispiel findet die vorgezogene Weihnachtszeit schrecklich. "Halloween ist noch nicht einmal vorbei und es ist bereits Weihnachten? Feiern wir sie zusammen?", fragt sie. So sieht es auch ein 61-Jähriger: "Weihnachten ist im Dezember. Da müssen wir eindeutig sein, wir feiern die Geburt unseres Herrn Jesus Christus."
Die offizielle Begründung des autoritären Staatschefs für das verfrühte Weihnachten: ein Dankeschön für die Bevölkerung. Kritiker werfen ihm jedoch vor, er wolle nur von den Problemen im Land ablenken: die Wahlbetrugsvorwürfe und Massenproteste gegen ihn, das brutale Vorgehen gegen Regierungskritiker. Maduro hatte schon mehrmals den Start in die Weihnachtszeit vorverlegt. So früh wie jetzt ließ er sie aber schon lange nicht mehr beginnen – offenbar sieht er dafür Bedarf.