Der TagProzess um "Goldnest"-Diebstahl: Clan-Mitglied verurteilt

Rund zwei Jahre nach dem Diebstahl eines aus Gold gefertigten Kunst-Vogelnestes aus einer Berliner Grundschule ist ein 20-Jähriger aus einer arabischstämmigen Großfamilie zu viereinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt worden. Geplant und mit Spezialwerkzeug sei er mit mindestens einem Komplizen in die Schule eingebrochen, begründete der Vorsitzende Richter das Urteil. Die Tat bewege sich im Bereich Hochkriminalität. Einbezogen in die verhängte Strafe wurde eine frühere Verurteilung zu 22 Monaten Haft auf Bewährung.
Drei Indizien hätten in der Gesamtschau zu einer sicheren Verurteilung geführt, so der Vorsitzende Richter. Der Angeklagte sei einige Tage vor dem Einbruch an der Schule beobachtet worden. Zudem habe er laut Ermittlungen in einem Baumarkt Arbeitshandschuhe und Sprühlack gekauft - "in der Art, wie bei der Tat verwendet". Wichtigstes Indiz sei eine am Griff des Einstiegsfensters sichergestellte eindeutige DNA-Spur des Angeklagten.
Das Kunstwerk, dessen Materialwert damals rund 30.000 Euro betragen habe, sei bis heute verschwunden, hieß es weiter. Das Gericht ordnete die Einziehung von Wertersatz in dieser Höhe an.
Ermittler vermuten, dass das "Goldnest" ebenso wie die 2017 gestohlene 100-Kilo-Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum eingeschmolzen worden sein könnte.