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Der TagRennpferde illegal zu Snacks verarbeitet? Razzia bei Pferdehändlern

10.09.2026, 18:47 Uhr

Da sie nicht schnell genug laufen, kamen wohl unzählige Pferde nicht aufs "Abstellgleis", sondern verbotener Weise zum Schlachter: Europol ist in vier Ländern gegen illegale Pferdehändler vorgegangen, die tausende Sportpferde mit falschen Papieren versehen und als Schlachtpferde verkauft haben sollen. Der Verdacht bestehe, dass die nicht für den menschlichen Konsum bestimmten Pferde illegal zu Fleischprodukten verarbeitet worden seien, teilt die europäische Polizeiorganisation in Den Haag mit. An der Polizeiaktion waren 200 Ermittler in Irland, Frankreich, den Niederlanden sowie Belgien beteiligt, wo die Federführung der Ermittlungen lag. Ausgediente Rennpferde dürfen nicht für den Verzehr geschlachtet werden, weil sie häufig Medikamente erhalten hatten. Die Händler sollen laut Behörden gefälschte Mikrochips und Unterlagen beschafft haben, um die Pferde als Schlachttiere verkaufen zu können. Der Grund liegt auf der Hand: Ex-Sportpferde sind wenig bis gar nichts wert, wohingegen Schlachtpferde einen Handelswert von 1000 bis 1500 Euro haben. Zudem sind sie en masse sehr viel leichter zu verkaufen als als Freizeitpferd oder als Weidebegleiter an Privatpersonen.

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Die Pferde endeten nicht auf der verdienten Rentner-Wiese, sondern kamen auf die Schlachtbank. (Themenbild) (Foto: picture alliance / blickwinkel/N. Dautel)

Bei Durchsuchungen seien mehr als 1.000 Pferde überprüft und größtenteils beschlagnahmt worden. Auch das Schicksal weiterer Pferde werde überprüft. In Belgien wurden mehr als 100.000 Euro Bargeld beschlagnahmt und drei Verdächtige festgenommen. Nach Angaben der niederländischen Tierschutzorganisation House of Animals soll es sich insbesondere um abgedankte Rennpferde aus Großbritannien und Irland gehandelt haben, die unter erbärmlichen Bedingungen in andere europäische Länder transportiert worden seien und dort in Schlachthäusern gelandet seien. In den Niederlanden soll das Pferdefleisch nach Angaben der Tierschützer zu Snacks wie Fleischbällchen und Kroketten verarbeitet und über den Großhandel vertrieben worden sein.

Quelle: ntv.de