Fünf Jahre "Wir schaffen das" Sarna Röser: "Gefordert, teilweise auch überfordert"

Integration ist kein Selbstläufer – das wissen wir nun spätestens seit den fünf Jahren nach "Wir schaffen das". Sowohl die Geflüchteten als auch die Gesellschaft im Land sind gefordert, teilweise auch überfordert.
Die deutsche Wirtschaft hat bereits vor 2015 viele Zugewanderte beschäftigt. Allerdings stellte uns Unternehmer die Flüchtlingskrise vor eine ganz neue Herausforderung: Wie schaffen wir in kurzer Zeit bis dato 1 Million Menschen zu integrieren, die unter Umständen nur eine geringe bis gar keine formale Bildung und keine ausreichenden Deutschkenntnisse mitbringen?
Der Schlüssel: Sprachförderung und Qualifikation. Gestern wie heute. Die Bilanz ist allerdings durchwachsen. Lediglich jeder zweite Geflüchtete schließt seinen Sprachkurs mit Sprachniveau B1 ab. Nur die Hälfte der Geflüchteten konnten in den Arbeitsmarkt integriert werden, wenn man Ausbildung und Praktika mit einbezieht. Da ist noch viel Luft nach oben. Die Corona-Krise kommt auch deswegen zur Unzeit, weil sie Unternehmer vor weitere große Herausforderungen stellt. Insofern ist eine stärkere Integration von Geflüchteten ganz eng damit verbunden, dass wir schnell wieder aus der Krise finden.
Sarna Röser ist Bundesvorsitzende des Wirtschaftsverbands "Die Jungen Unternehmer".