Der TagSchulze: AfD-Kandidat Siegmund ist "Marionette" von Alice Weidel
In wenigen Tagen fällt in Sachsen-Anhalt eine richtungsweisende Entscheidung, was die politische Führung angeht: In dem Bundesland wird gewählt, die AfD führt in den Umfragen vor der CDU. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze warnt Wählerinnen und Wählern davor, der AfD ihr Vertrauen zu schenken und attackiert den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund nun scharf: Er sei eine "Marionette" von AfD-Chefin Alice Weidel. "Am Ende ist doch Herr Siegmund nichts anderes als eine Marionette für ganz andere Menschen, vor allen Dingen für Frau Weidel, die aus Sachsen-Anhalt heraus Einfluss in Berlin bekommen will. Ich will aber eins nicht, ich will nicht, dass meine Heimat, dass unsere Heimat aus der Schweiz regiert wird, sondern aus der Staatskanzlei Magdeburg", so Schulze im Interview mit dem "Spiegel". Aus Sicht des Ministerpräsidenten macht nicht allein Siegmund, sondern besonders die Menschen um ihn herum die Partei so gefährlich: "Der Herr Siegmund, der macht das ganz geschickt, der schlängelt immer drumherum, aber es sind die Menschen um Herrn Siegmund herum." Zudem wirft der CDU-Politiker Siegmund vor, sich von radikalen Äußerungen aus der eigenen Partei nicht ausreichend zu distanzieren. Nach einer Geste, die Schulze als Hitlergruß eines AfD-Vertreters bezeichnete, hätte Siegmund einschreiten müssen: "Da hätte doch dann die AfD-Führung, hätte doch Herr Siegmund sagen können: Das ist mit mir in meiner Partei und in meinem Bundesland nicht zu machen. Hitlergrüße wollen wir nicht." Stattdessen sei der Vorfall "ins Lächerliche gezogen" worden, sagte Schulze.