Der TagSpiralen-Skandal: Dänemark gibt Grönländerinnen Geld
Es ist eines der dunkelsten Kapitel der dänischen Geschichte. Vor allem in den 1960er und 1970er Jahren setzten dänische Ärzte Tausenden grönländischen Frauen und Mädchen Spiralen ein, ohne dass sie dafür ihr Einverständnis gegeben hatten. Es besteht der Verdacht, dass die dänischen Behörden damit das Bevölkerungswachstum in Grönland begrenzen wollten. Dänemark war bis 1992 für das Gesundheitswesen in seiner früheren Kolonie Grönland verantwortlich. Mittlerweile ist die größte Insel der Erde weitgehend autonom, gehört aber offiziell nach wie vor zum Königreich Dänemark.
Kopenhagen will dieses unglaubliche Unrecht jetzt irgendwie wiedergutmachen. Das dänische Parlament gab grünes Licht dafür, betroffenen Grönländerinnen eine Entschädigung in Höhe von jeweils umgerechnet rund 40.000 Euro zu zahlen. Einen Anspruch auf die Summe haben Frauen, denen im Zeitraum von 1960 bis 1991 ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung Spiralen eingesetzt wurden. Dafür kommen schätzungsweise rund 4500 Frauen infrage.