Der TagStreik trifft Haribo-Stammwerk
Beim Gummibärchen-Hersteller Haribo legen Beschäftigte am Stammwerk in Bonn ihre Arbeit nieder und streiken für mehr Lohn. Zur Zahl der Streikenden machten die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und das Unternehmen unterschiedliche Angaben: Sarah Richter von der NGG sagt, die Hälfte der Frühschicht-Besetzung sei der Arbeit ferngeblieben. Bei der Spätschicht sei der Anteil noch deutlich höher gewesen. Die Rede ist von mehreren Hundert Beteiligten. Eine Haribo-Sprecherin spricht hingegen von einer Zahl im niedrigen zweistelligen Bereich. "Der Betrieb läuft nach wie vor weiter."
Die Gewerkschaft berichtet von einer schleppenden Produktion von Fruchtgummi und Lakritz. Soweit bekannt, seien dabei auch Beschäftigte aus anderen Bereichen eingesetzt worden, "um die Abläufe am Laufen zu halten". An einer Kundgebung vor dem Werkstor beteiligten sich nach Angaben der NGG etwa 90 Menschen.
An dem Standort sind laut Haribo etwa 600 Menschen beschäftigt. Der Warnstreik läuft 18 Stunden und endet um 23 Uhr. Auch andere Betriebe wie Lindt und Lambertz werden bestreikt. Der bisherige Tarifvertrag lief Ende April aus, die NGG fordert ein Lohnplus von 5,8 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Arbeitgeber bieten einen 24 Monate laufenden Tarifvertrag, bei dem es in zwei Schritten um jeweils zwei Prozent nach oben gehen soll. Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie bietet zudem zwei Einmalzahlungen von je 156 Euro netto.