Der TagSusie Wiles - die Frau, die Trump das Telefonieren verbieten darf
Wer sich fragt, warum Trump in seiner ersten Woche im Amt so diszipliniert wirkt und kaum vom Weg abzubringen ist, der hat noch nie von Susie Wiles gehört. Sie hatte bereits vor Trumps Amtsantritt erklärt, dass sie das Weiße Haus "frei von Drama halten" wird. Niemand in Trumps Umfeld ist besser informiert und wichtiger als Susie Wiles. Schon seit Jahrzehnten zieht sie die Fäden im Hintergrund. Wiles ist die Stabschefin im Weißen Haus und ihr Vorgesetzter nennt sie "Eis-Lady". Selbst, wenn sie sich ihm widersetzt, bleibt er milde: Als er sie und seinen weiteren Wahlkampfchef Chris LaCivita in der Wahlnacht ans Mikrofon holen will, da wollte sie nicht. "Susie bleibt lieber im Hintergrund", sagte Trump wohlwollend: "Wir nennen sie die Eisjungfrau." Von ihr lässt er sich sagen, was sich sonst keiner traut. Sie darf ihm sogar verbieten, zu telefonieren.
Sie macht ihren Job und stellt sich vor ihren Chef. Die ehemalige Kampagnen-Managerin ist die erste Stabschefin in der Geschichte der USA, und zusammen mit ihren Stellvertretern schirmt sie den Präsidenten vor den meisten äußeren Einflüssen ab, schreibt die Website "Axios". Soll heißen: Sie sorgt dafür, dass nur die Informationen aus dem Weißen Haus sickern, die sie der Öffentlichkeit präsentieren will. Die "Bild"-Zeitung erläutert. "In seiner ersten Amtszeit konnte ihn jeder, der seine Telefonnummer hat, direkt anrufen. Der Präsident ging ans Telefon und traf nach Gesprächen oft spontane Entscheidungen, die er dann auch noch auf Twitter (heute X) ausposaunte."
Damit ist jetzt Schluss! Weder Trumps Golf-Freunde noch seine Milliardärs-Kumpel sollen ihm zu viel einflüstern dürfen oder von der Arbeit ablenken. Dafür sorgt Susie. Und das scheint ganz gut zu funktionieren - ob es dem Rest der Welt nun gefällt oder nicht.