Der TagTochter von verurteiltem Deutsch-Iraner: "Deal mit Regime machen"
Der verurteilte Deutsch-Iraner Djamshid Sharmahd steht kurz vor seiner Hinrichtung. Um ihn noch zu retten, fordert seine Tochter einen Gefangenenaustausch. Gazelle Sharmahd sagte dem Sender Welt-TV es gebe keinen anderen Weg, als mit dem Regime einen Deal zu machen. Die iranische Regierung habe ihrer Familie von Anfang an gesagt, dass man ihren Vater als Terroristen erscheinen lassen werde, um ihn dann austauschen zu können. "Sie wollen ihren Terroristen aus Belgien haben, das sagen sie uns jedes Mal glasklar." Gazelle Sharmahd sagte Welt-TV weiter, ihre Familie wisse nicht, wo sich ihr Vater befinde und wie es ihm gehe. "Wir wissen nur, dass er seit über 1000 Tagen in Isolation- und Einzelhaft gefoltert wird."
Der Oberste Gerichtshof im Iran hatte Ende April das umstrittene Todesurteil gegen Djamshid Sharmahd bestätigt. Damit steht einer Vollstreckung formal nichts mehr im Weg.
Ein Revolutionsgericht hatte den 68-Jährigen im Februar unter anderem für einen Terroranschlag verantwortlich gemacht. Familienangehörige und Menschenrechtler bezeichneten die Vorwürfe als haltlos und kritisierten das Verfahren als grob unfair.
Außenministerin Annalena Baerbock hatte Teheran aufgefordert, das "absolut inakzeptable" und willkürliche Urteil rückgängig zu machen.