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Der TagTrump festigt Stellung gegenüber schwächelndem Biden

27.12.2021, 09:12 Uhr

Das Jahr 2021 endet für Joe Biden wenig erbaulich: Ein massiver Wiederanstieg der Corona-Infektionen, eine hohe Inflation, ein möglicher Todesstoß für sein ehrgeiziges Sozial- und Klimaschutzpaket und entsprechend schlechte Umfragewerte plagen den US-Präsidenten. Bei den oppositionellen Republikanern sorgt das für Schadenfreude - und einen optimistischen Blick ins neue Jahr: Bei den Kongress-Zwischenwahlen im November 2022 hat die Partei von Ex-Präsident Donald Trump gute Chancen, die Mehrheit im Repräsentantenhaus und Senat zurückzuerobern.

Doch auch die Konservativen stehen vor schwierigen Entscheidungen. Die wichtigste ist die Frage nach dem Umgang mit Trump: Der im November 2020 abgewählte Rechtspopulist war nach der Kapitol-Erstürmung vom 6. Januar mit Schimpf und Schande aus dem Weißen Haus ausgeschieden. Doch in den folgenden Monaten konnte der bei der konservativen Basis nach wie vor extrem beliebte und teilweise verehrte 75-Jährige seine Macht über die Partei wieder festigen.

Jetzt gilt als Konsens: Wer bei den Republikanern politisch erfolgreich sein will, braucht den Segen des in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida wie ein Monarch residierenden Trump. Allerdings birgt eine öffentliche Unterstützungsbekundung durch den höchst umstrittenen Ex-Präsidenten auch Risiken. Der Politikwissenschaftler Sam Nelson sagt, sie sei zwar bei parteiinternen Vorwahlen der Republikaner wertvoll, könne bei der eigentlichen Wahl aber hinderlich sein. "Sie motiviert Demokraten, wählen zu gehen, um gegen den von Trump unterstützten Kandidaten zu stimmen." Für den ersten Jahrestag der Kapitol-Erstürmung vom 6. Januar, bei der Hunderte seiner Anhänger eine Zertifizierung von Bidens Wahlsieg verhindern wollten, hat Trump eine Pressekonferenz angekündigt, die sich um seine Betrugsvorwürfe drehen soll.

Quelle: ntv.de