Der TagVon Preis ausgeschlossene Buchhandlung hat jetzt Fassade mit Weimer-Zitaten und Portrait

Was muss die Bremer Buchhandlung "Golden Shop" tun, damit sie Kulturstaatsminister Wolfram Weimer gefällt? Wie wäre es mit Satire? Wie wäre es mit einem goldgerahmten Portrait des Ministers im Schaufenster und Zitaten von ihm an der Fassade? Genauso sieht die Buchhandlung im Bremer Viertel derzeit aus. Der Künstler Sönke Lühring hat die Fassade unter anderem mit einer großen Plane umgestaltet. Dort prangen jetzt Aussagen wie "Das ist überhaupt nicht als Kulturkampf gedacht" oder "Europa vermehrt sich nicht mehr biologisch".
Auf Instagram schreibt die Buchhandlung: "Hallo Weimi. Gefällt dir unsere neue Fassade* besser? Wir lieben dich und deine intellektuellen Ergüsse. Bitte gib Preis."
Der Kulturminister hatte diese Buchhandlung sowie zwei weitere vom Deutschen Buchhandlungspreis ausgeschlossen, da er sie für problematisch hielt. Doch warum genau, sagte er nicht. Es lägen "verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse" vor, so der Minister. Der mit Steuergeld finanzierte Preis dürfe nicht "an Feinde des Staates" gehen. Dabei sprach er von Extremismus, ohne dies zu belegen. Öffentlich wurde nie bekannt, was angeblich gegen die drei Geschäfte vorliegt.
Im Zuge der Debatte gab es Kritik an einigen Schriftzügen auf der Fassade der Bremer Buchhandlung, wie etwa "Deutschland verrecke bitte". Dabei handelt es sich jedoch um ein Zitat der Punkband Slime, das sich nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts auf das Gedicht "Die Schlesischen Weber" von Heinrich Heine aus dem Jahr 1844 bezieht.