Der TagZweifel an der Regierungsfähigkeit der AfD gibt es auch innerhalb der AfD
Den Umfragen zufolge dürfte die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt diesen Sonntag mit Abstand stärkste Kraft werden. Ob es für die absolute Mehrheit der Mandate reichen wird, ist offen. Möglich ist es. Dann würde die AfD die Regierung stellen. Doch dieses Szenario soll sogar einigen AfD-Politikern Sorgen bereiten. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, es gebe intern auch Zweifel, ob in Sachsen-Anhalt genügend geeignetes Personal vorhanden ist, um Regierungsverantwortung zu übernehmen.
Unter anderem verweist die "SZ" auf Aussagen des AfD-Bundestagsabgeordneten Torben Braga. Auf die Frage, ob die AfD das Personal habe, um politische Führungsposten zu besetzen, habe er vor einigen Wochen bei einem Treffen der rechtsextremen Szene in Schnellroda erklärt, in Kenntnis der Lage und der maßgeblichen Akteure in anderen Landesverbänden blicke er mit großer Sorge in die nahe Zukunft. Dabei nennt er den Landesverband Sachsen-Anhalt allerdings nicht explizit. Auch zitiert die Zeitung Bundesschatzmeister Hannes Gnauck mit den Worten: "Meines Erachtens wurde der Fehler gemacht, viel zu wenig mit geeigneten Leuten darüber zu sprechen, was passiert, wenn wir in Regierungsverantwortung kommen. Da ist man vom eigenen Erfolg überrollt worden." Zudem zitiert die Zeitung einen namentlich nicht genannten langjährigen Berufspolitiker der AfD. Dieser sagt demnach, dass der Hype um AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund auch durch Faktoren beeinflusst werde, auf die die AfD keinen Einfluss habe. "Siegmund füllt die Marktplätze. Aber das ist nicht sein alleiniger Erfolg. Da spielt die allgemeine Unzufriedenheit eine große Rolle - Zukunftsängste oder die allgemeine Verteuerung", so der AfD-Mann. "Bislang ist schwierig zu erkennen, wo dabei unsere Lösungsansätze sind. Da wird viel heiße Luft verteilt." Das berge das Risiko für Enttäuschungen.
In Umfragen lag die AfD zuletzt bei Werten zwischen 40 und 42 Prozent. Der AfD-Landesverband in Sachsen-Anhalt wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.