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Kreative Demonstranten Hongkonger protestieren mit Laser-Show

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Demonstranten nutzen die Laserpointer bislang, um Sicherheitskräfte und Überwachungskameras zu blenden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Student kauft mehrere Laserpointer und wird festgenommen. Kurze Zeit später setzen Demonstranten ein Zeichen der Solidarität und zieren mit Hunderten Lichtstrahlen Hongkongs Innenstadt. Doch nicht nur die Demonstranten, auch andere nutzen die Mini-Geräte.

Zu einem etwas anderen Protestmittel haben Hunderte Anhänger der regierungskritischen Bewegung in Hongkong gegriffen. Bei einer Demonstration am Mittwochabend richteten sie gleichzeitig ihre Laserpointer auf die Kuppel des Hongkonger Weltraummuseums im Bezirk Kowloon. Damit demonstrierten sie gegen die Festnahme eines Studenten, dem der Besitz einer Angriffswaffe vorgeworfen wurde, weil er zehn der kleinen Lichtgeräte gekauft hatte.

Bei den seit zwei Monaten andauernden Protesten in der ehemaligen britischen Kronkolonie werden Laserpointer massenhaft eingesetzt. Die Demonstranten nutzen die oft nur Kugelschreiber-großen Geräte, um Sicherheitskräfte und Überwachungskameras zu blenden. Die Polizisten setzen die Laserpointer wiederum ein, um einzelne Demonstranten zu identifizieren und Verwirrung in den Reihen der Protestbewegung zu stiften. Bei der Aktion verwandelten die Demonstranten die Kuppel des hafennahen Weltraummuseums sowie die davor stehenden Bäume in einen schwindelerregenden Tanz blinkender grüner, violetter und roter Lichter, angefeuert von einer jubelnden Menge.

Die Proteste in Hongkong waren ursprünglich durch ein - später zurückgezogenes - Auslieferungsgesetz ausgelöst worden, das die Überstellung von Verdächtigen an Festland-China erlaubt hätte. Die Proteste weiteten sich danach zu einer Bewegung gegen den wachsenden Einfluss Pekings in Hongkong aus. Zuletzt wurden sie immer wieder von gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen radikalen Aktivisten und Sicherheitskräften überschattet.

Die USA verschärften angesichts der Gewalt ihre Reisehinweise für Hongkong. US-Bürger sollten bei Reisen in die chinesische Sonderverwaltungszone "erhöhte Wachsamkeit üben". Das Außenministerium verwies darauf, dass die Demonstrationen zumeist friedlich verlaufen, aber hin und wieder in gewaltsamen Zusammenstößen enden würden. Zuvor hatten bereits Deutschland, Australien, Großbritannien, Irland, Singapur und Japan ihre Reisehinweise für Hongkong angepasst. Demonstranten haben unterdessen weitere Aktionen angekündigt. Ab Freitag sollen etwa am Hongkonger Flughafen drei Tage lang Kundgebungen abgehalten werden.

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Quelle: n-tv.de, ibu/AFP

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