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Der TagWaren nicht an der Front: Trump empört mit abfälliger Bemerkung über verbündete Truppen im Afghanistan-Krieg

23.01.2026, 10:06 Uhr

Er selbst war nie im Einsatz. Viermal soll Donald Trump einen Aufschub für Studenten und einmal ein medizinisches Attest erhalten haben, wodurch er während des Vietnamkriegs vom Militärdienst befreit war. Nichtsdestotrotz erlaubt sich der US-Präsident wiederholt, die Leistung militärischer Kräfte herabzuwürdigen. Mit seinen jüngsten Bemerkungen über die europäischen Verbündeten der Nato und den Afghanistan-Krieg könnte es Trump jedoch zu weit getrieben haben. Im Interview mit Fox News spielte er die Rolle der verbündeten Truppen herunter: "Wir haben sie nie gebraucht. Sie werden sagen, dass sie Truppen nach Afghanistan geschickt haben … und das haben sie auch, aber sie blieben etwas zurück, etwas abseits der Frontlinien." Er ergänzte, dass die USA "sehr gut zu Europa und vielen anderen Ländern gewesen sind" und fügte hinzu: "Es muss eine wechselseitige Beziehung sein."

Der Afghanistan-Krieg war bis dato der einzige Bündnisfall der Nato nach Artikel 5. Neben den US-amerikanischen Truppen war unter anderem Militär aus Dänemark, Großbritannien und Deutschland im Einsatz. 457 britische Militärangehörige verloren ihr Leben, 44 dänische, 59 deutsche. Entsprechend groß ist die Empörung über die Worte Trumps. Die "Times" zitiert Familienangehörige von Menschen, die in Afghanistan getötet wurden, die darauf hinweisen, dass es gar keine richtige Frontlinie im Krieg gegeben habe, da die Taliban improvisierte Sprengsätze legten, Selbstmordattentate begingen und sich unter der Bevölkerung versteckten. Ben Hodges, ehemaliger Kommandierender General der US-Armee in Europa, bezeichnete Trumps Äußerungen in "Times Radio" als "widerwärtig". "Als ich ihn das vorhin sagen hörte, war ich so wütend wie schon lange nicht mehr." Er habe selbst in Afghanistan gedient und die Verluste ausländischer Truppen mitbekommen. "Kein amerikanischer Soldat glaubt, was unser Präsident gerade gesagt hat. Es tut mir leid, dass er das getan hat."

Quelle: ntv.de