Infografik

Aktuelle Daten und Grafiken Wie entwickeln sich die Spritpreise?

Seit Anfang Juni gilt in Deutschland ein Tankrabatt auf Kraftstoffe. Die Entwicklung der Preise für Super E5, Super E10 und Diesel wertet ntv.de in täglich aktualisierten Grafiken aus. Die Lage im Überblick.

Mit dem Tankrabatt sollen Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland seit dem 1. Juni beim Spritpreis spürbar entlastet werden. Durch eine temporäre Absenkung der Energiesteuer bis Ende August fallen je Liter Super E5 und E10 jeweils 35,2 Cent weniger Steuern und Abgaben an, bei Diesel beträgt die fixe Entlastung 16,7 Cent. Damit die Spritpreisbremse wie politisch geplant als reale Entlastung greift, muss die Steuersenkung aber auch beim Preis an der Zapfsäule ankommen.

Die aktuelle Lage wertet ntv.de an dieser Stelle in täglich aktualisierten Grafiken aus. Datenbasis sind die offiziell validierten bundesweiten Durchschnittspreise der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K), die immer am Donnerstag oder Freitag veröffentlicht werden und dann bis Ende der vorhergehenden Kalenderwoche vorliegen, sowie von ntv.de berechnete vorläufige Näherungswerte für die Durchschnittspreise an Tagen ohne validierte Daten. Für die Berechnung der vorläufigen Preise nutzt ntv.de die Daten, die das von der MTS-K als offizieller Verbraucherinformationsdienst zugelassene Portal "Tankerkönig" täglich als Open Data veröffentlicht.

Aktuelle bundesweite Durchschnittspreise

Die Grafik zeigt die bundesweiten Echtzeit-Durchschnittspreise und die Zahl der Tankstellen in Deutschland, an denen der jeweilige Kraftstoff zum Zeitpunkt der Datenabfrage gekauft werden konnte. Das Aktualisierungs-Intervall beträgt fünf Minuten. Im Tagesverlauf sind die Durchschnittspreise deutlichen Schwankungen unterlegen, die teils im zweistelligen Cent-Bereich liegen. Die folgende Grafik stellt für jeden Kraftstoff die Entwicklung des Durchschnittspreises im Verlauf des aktuellen Tages dar. Das heißt, um Mitternacht starten die Linien zunächst wieder ganz links.

Trend: Entwicklung Literpreis

Nachdem der Literpreis in den letzten Mai-Tagen für alle Kraftstoffe noch einmal deutlich angezogen war (ebenso wie der Rohölpreis), sank er mit Einführung des Tankrabatts am 1. Juni zunächst stark ab. Obwohl die Preissenkung bei allen drei Kraftstoffen trotz ebenfalls gesunkenem Rohölpreis deutlich hinter dem steuerlichen Tankrabatt (siehe nächste Grafik) zurückblieb, setzte bereits am 2. Juni ein erneuter Preisanstieg ein.

Kommt der Tankrabatt an der Zapfsäule an?

Würden die sonstigen Rahmenbedingungen unverändert bleiben und die Ölkonzerne die Preisreduktion durch die Spritpreisbremse vollumfänglich an Bürgerinnen und Bürger weitergeben, müsste der Literpreis für Benzin (E5 und E10) um 35,1465 Cent sinken. Davon entfallen 29,55 Cent auf die gesenkte Energiesteuer sowie 5,6145 Cent auf die verringerte Mehrwertsteuer (19 Prozent von 29,55 Cent). Bei Diesel wären es insgesamt 16,7076 Cent je Liter (Reduktion der Energiesteuer um 14,04 Cent + 2,6676 Cent Mehrwertsteuersenkung).

Die Grafik für die drei Kraftstoffe zeigt, um wieviel Cent der bundesweite Durchschnittspreis seit Anfang Juni im Vergleich zum letzten Preis vor Inkrafttreten der Spritpreisbremse absolut gesunken ist - oder auch gestiegen, wie zwischenzeitlich beim Diesel der Fall. An der vertikalen Skala lässt sich ablesen, zu wieviel Prozent der mögliche Tankrabatt am jeweiligen Tag tatsächlich realisiert wurde.

Ein geringer Prozentsatz an realisiertem Tankrabatt ist ein Indiz dafür, dass der Tankrabatt nicht wie geplant funktioniert, da keine spürbare Entlastung an den Zapfsäulen ankommt. Das heißt aber nicht zwingend, dass der nicht realisierte Tankrabatt bei den Mineralölkonzernen verbleibt. Neben höheren Gewinnmargen der Konzernen können noch zahlreiche weitere Faktoren wie gestiegene Beschaffungskosten oder Engpässe bei Lieferungen und Raffinerien dafür sorgen, dass der Tankrabatt nicht oder nur teilweise beim Literpreis durchschlägt.

Trend: Entwicklung Produktpreis

Eine weitere ntv.de Auswertung zeigt die Entwicklung des Produktpreises seit dem 1. Juni. Der Produktpreis ist neben den fixen Abgaben sowie der Mehrwertsteuer, die der Staat erhebt, die zweite Hauptkomponente, aus der sich der Spritpreis in Deutschland zusammensetzt. Er wird von den Konzernen gesetzt und umfasst neben den Kosten für Erzeugung, Transport, Vertrieb oder auch Produktbeschaffung (etwa den Rohölpreis) auch den Gewinn je verkauftem Liter Kraftstoff.

Die Grafik zeigt, dass der Produktpreis für Diesel vom 31. Mai auf den 1. Juni um 5 Cent auf 1,21 Euro gesprungen und seitdem fast durchgehend weitergestiegen ist auf mehr als 1,30 Euro. Die Gesamtsteigerung beläuft sich auf bis zu 15 Cent - was wiederum nahezu dem staatlichen Tankrabatt entspricht.

Auch bei Super E5 und E10 waren jeweils deutliche Anstiege der Produktpreise zu verzeichnen, die aber mit maximal 12 Cent niedriger ausfielen. Seit dem 12. Juni scheint laut den vorläufigen Näherungsdaten von ntv.de zudem eine Absenkung eingesetzt zu haben. Da gleichzeitig der staatliche Tankrabatt bei den Benzinsorten aufgrund der ohnehin geltenden steuerlichen Begünstigung von Diesel höher ausfällt, ist der realisierte Tankrabatt bei E5 und E10 jeweils deutlich höher.

Quelle: ntv.de, cwo

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