Leben

Morgens, mittags, abends? Das ist die beste Uhrzeit fürs Liebesspiel

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Den besten Zeitpunkt, um Sex zu haben, bestimmen Sie.

(Foto: imago images/Panthermedia)

Wann haben Sie am liebsten Sex? Sind Sie und Ihr Partner in diesem Punkt zeitlich kompatibel? Und ist Zeit überhaupt ein wesentlicher Faktor für guten Sex? Unsere Kolumnistin über den perfekten Moment für die schönste Nebensache der Welt.

Es ist Donnerstag, kurz vor 5 Uhr morgens, als Svenja erwacht. Die Nächte sind schon wieder länger geworden. Diffus dringt das Morgenlicht durch die Vorhänge. Neben Svenja liegt Adrian. In der Hitze der Nacht hat er sich mehrfach hin und her gedreht, die Decke ist ans Fußende gerutscht. Svenja betrachtet ihren Freund, streichelt über seinen nackten Oberkörper und die kräftigen Arme, hinunter zu seinen Lenden. Wie so oft verspürt sie auch an diesem Morgen die unbändige Lust, mit Adrian Sex zu haben. Der aber murmelt nur: "Schatz, lass mich schlafen. Der Wecker klingelt sowieso gleich."

Also liegt Svenja neben ihrem schlafenden Partner und nimmt sich für ihr Glück ihren kleinen Freund "Ernesto" zur Hand - ihren Vibrator. Indes dreht Adrian sich grummelnd, aber mit einem Lächeln im Gesicht, um. Beide haben zu unterschiedlichen Zeiten Lust auf Sex. Svenja morgens, auch wenn sie ein langer, oft anstrengender Tag erwartet, Adrian, abends, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt. Aber abends fühlt Svenja sich oft erschöpft und genießt lieber ein entspannendes Bad oder ein Buch im Sonnenuntergang auf der Terrasse.

Ein großes, unerforschtes Feld

Wie es aber inzwischen sehr oft der Fall ist, wenn es um die schönste Nebensache der Welt geht, gibt es auch hier viele unterschiedlichen Studien zum perfekten Zeitpunkt, um Sex zu haben. Liebe LeserInnen, verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich schätze fundierte Studien sehr und habe per se die größte Hochachtung vor der Wissenschaft, erst recht vor der Sexualwissenschaft, die fantastische Arbeit leistet. Denn Sex ist nach wie vor ein großes, unerforschtes Feld.

Aber manchmal werden auch Dinge zu Problemen gemacht, die bei genauerer Betrachtung nicht wirklich welche sind. Partner haben also zu unterschiedlichen Zeiten Lust? Okay, und nun? Werden sie jetzt nie wieder Sex haben? Lust lässt sich in keine Termine pressen, auch wenn wir dank dieser Studien wissen, dass der perfekte Zeitplan für das Liebesspiel vom Biorhythmus abhängt.

Laut Studien ist der beste Zeitpunkt für Sex Samstagabend oder Sonntagmorgen, weil man an diesen Tagen in der Regel von der anstrengenden Woche endlich ausgeruht sei. Manche Wissenschaftler raten, das Schäferstündchen sogar ausgiebig auf die Morgenstunden zu verlegen. Denn die freigesetzten Endorphine wirken auf den Körper wie ein Erfrischungskick. Sex ist quasi das bessere Koffein, um in den Tag zu starten.

Sex macht schön

Eines Nachmittags sitzt Svenja beim Friseur und blättert durch eine dieser unsäglichen platten Frauenzeitschriften. Sie stolpert über den Artikel einer "Sexpertin", die schreibt, Sex am Morgen verspreche nicht nur einen besseren Orgasmus, sondern mache Frauen auch "schöner". Zusätzlich sorge das Steroidhormon DHEA für strahlende Haut und glänzendes Haar. Tatsächlich wird die Haut durch einen Orgasmus wunderbar durchblutet und erscheint demnach frischer.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Sex schön macht. Und ja, er wirkt sich (zumindest in den meisten Fällen) positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus und lässt die Haut praller wirken. Auch dieser Artikel führt verschiedene Uhrzeiten auf. Svenja liest: "Montag ist ungünstig, da hat man oft Stress, (...) Dienstag ebenso, Mittwochnachmittag" (…) ist "der schlechteste Zeitpunkt überhaupt".

"Ach, nein, das ist genauso ungünstig!"

Derlei Studien, so wissenschaftlich und verlässlich sie auch sind, sollten uns lediglich ein Anreiz sein. Oft aber sind gerade die Artikel in den Frauenzeitschriften, durch die Svenja blättert, von belehrendem Charakter, frei nach dem Motto: warum man an diesem oder jenem Tag besser auf Sex verzichten sollte. Jeder Mensch ist individuell. Es gibt Paare, die laut Wissenschaft zu den unmöglichsten Zeiten den allerbesten Sex haben. Vor allem Menschen, die nicht mehr im Berufsleben stehen, werden wohl kaum sagen: "Oh, Moment, Peter, laut einer wissenschaftlichen Studie ist Montagnachmittag ein eher schlechter Zeitpunkt. Wir sollten unsere Lust auf Dienstagabend verschieben! Ach, nein, das ist ja genauso ungünstig!" Abgesehen davon kann der Sex auch ohne Orgasmus schön sein.

Liebe LeserInnen, die beliebtesten und vermeintlich besten Zeiten für Sex sind: Freitag und Samstagabend, 22.30 Uhr und Sonntag 9 Uhr und 21 Uhr. Wenn Sie sich an diese Uhrzeiten nicht halten, können Sie auch an einem stinknormalen Donnerstagnachmittag ganz wunderbaren Sex haben. Wie Svenja und Adrian, der neulich extra zwei Stunden früher Schluss gemacht hat, um eher bei seiner Liebsten zu sein.

Quelle: ntv.de