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Akademie bildet Nachwuchs aus Das "Bootcamp" für Programmierer

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(Foto: imago images/Panthermedia)

Als Kind hat Kristian Rother Programmieren gelernt. Mittlerweile gibt er an der Spiced-Academy in Berlin sein Wissen an die Datenanalytiker der Zukunft weiter. Warum Rother dringend den Ausbau der digitalen Infrastruktur an deutschen Schulen fordert, erzählt er in "So techt Deutschland".

Das Programmieren wurde Kristian Rother in die Wiege gelegt: Mit zehn Jahren hat er schon gelernt, Computerprogramme zu schreiben. Heute kümmert er sich um den Nachwuchs. Er bildet an der Spiced-Academy in Berlin die Datenanalytiker der Zukunft aus. "Was wir machen, ist keine universitäre Ausbildung", klärt Rother auf. In einem dreimonatigen Intensivkurs, dem "Bootcamp", würden die Schüler von morgens bis abends nichts anderes machen als "Programmieren, Programmieren, Programmieren", so Rother.

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Kristian Rother von der Spiced-Academy in Berlin. Foto: Kristian Rother

Es gebe zwar auch Theorieblöcke, aber im Grunde gehe es darum, dass die zukünftigen Programmierer zwölf Wochen lang Probleme lösen und sich die "Finger schmutzig" machen. Die Ausbildung richte sich danach, was gebraucht würde: "Wir analysieren ganz klar die Stellenanzeigen und schauen auf Technologietrends", sagt Rother. Das unterscheide die Akademie von der Universität - der klare Bezug auf den Bedarf und die Nachfrage in der Wirtschaft. Dementsprechend groß seien die Erfolgsaussichten für die Absolventen, nach dem Bootcamp auch einen Job zu finden. Ein großes Problem sei der Mangel an geeigneten Ausbildern: "Gute erfahrene Lehrer in dem Bereich sind wirklich schwer zu finden. Das hat auch damit zu tun, dass die Leute, die Data-Science können, vom Markt weggekauft werden", analysiert Rother die Lage.

Für ihn ist die Fähigkeit, Programmieren zu können, essenziell. Deshalb sei es wichtig, dass der Grundstein bereits in der Schule gelegt werde: "Das Programmieren ist eine Primärfähigkeit, wie Lesen, Schreiben, Rechnen, Malen und Musizieren." Zumal bereits ein Grundverständnis reiche, damit "man die Handy-App nicht als so ein magisches Ding wahrnimmt" und halbwegs nachvollziehen kann, was in den Geräten passiere oder warum Verschlüsselung wichtig sei.

Kristian Rother fordert deswegen dringend eine digitale Infrastruktur an den Schulen: "Es wäre wünschenswert, wenn die Landesverwaltungen grundlegende Infrastruktur bereitstellen könnten." Die technische Ausstattung sei die eine Sache, "es steht und fällt aber damit, wie das Lehrpersonal in die Lage versetzt wird, die Möglichkeiten auch zu nutzen", sagt Rother.

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Quelle: ntv.de, sks