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Wieder was gelernt Plastiktüten sind besser als ihr Ruf

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Plastiktüten haben einen schlechten Ruf, sie gelten als Umweltsünde. Da ist auch was dran, doch es ist nicht immer besser, im Supermarkt stattdessen zur Papiertüte oder zum Stoffbeutel zu greifen.

In dieser Ausgabe von "Wieder was gelernt" geht es um gute Tüten und schlechte Tüten. Lesen Sie hier einen kurzen Auszug.

Plastiktüten sind praktisch zum Einkaufen oder als Müllbeutel, aber viel zu oft landen sie nach Gebrauch in der Natur und nicht im Recycling, wo sie eigentlich hingehören. Einige Supermärkte bieten deshalb gar keine Plastiktüten mehr an. Bundesumweltministerin Schulze will sie sogar ganz verbieten. Doch das ist nicht unbedingt die Lösung. Katharina Istel vom NABU weiß, dass etwa Papiertüten nicht so umweltfreundlich sind, wie viele von uns denken.

"Papier hat ein ziemliches Öko-Image, vielleicht auch weil es viele braune Tüten gibt. Dann denkt man, das ist Altpapier oder besonders umweltfreundlich. Aber es gibt einen extrem hohen Energieverbrauch in der Papierproduktion und einen enormen Wasserverbrauch. Und natürlich das frische Holz. Also die Tüten sind ganz selten aus Altpapier, das entwickelt sich gerade erst. Das heißt, frisches Holz wird eingesetzt für eine Einwegtüte. Und das ist nicht das Ziel."

Im Jahr 2018 gingen in Deutschland rund zwei Milliarden Plastiktüten über die Ladentheken. Viel zu viele, findet Svenja Schulze. Die Bundesumweltministerin will Plastiktüten am liebsten ganz verbieten. Doch Papiertüten sind offenbar nicht unbedingt die bessere Alternative. Ähnlich ist das auch mit dem sogenannten Bio-Plastik, das kompostierbar sein soll - ein Trugschluss, erklärt Katharina Istel:

"Die biologisch abbaubaren Tüten gibt es bei uns vor allem als Biomülltüten. Die wollen allerdings selbst die Anlagenbetreiber gar nicht haben. Sie bauen sich nur unter ganz bestimmten industriellen Bedingungen ab. Da würde man denken, für Biomüll ergibt das Sinn, weil die ja in industrielle Anlagen gelangen. Allerdings ist es da so, dass der Anlagenbetreiber entweder alle Tüten rausfischt oder alle durchlässt. Und weil nicht alle damit sammeln, sondern auch viele andere Plastiktüten oder Fehlwürfe drin sind, wird dann halt alles wieder aussortiert."

Welche Stolpersteine es bei der Tütenwahl noch gibt und wie wir aus jeder Tüte eine gute Tüte machen können, erfahren Sie im Podcast.

Wieder was gelernt

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Quelle: n-tv.de, jwa

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