Podcast

Wohin mit dem Ersparten? "Negativzinsen tun den Menschen weh"

imago0103823612h.jpg

Raisin hat mit seiner Internetplattform WeltSparen viele neue Kunden gewonnen.

(Foto: imago images/Future Image)

Zinsen sind niedrig, wenn es überhaupt welche gibt. Internetplattformen wie WeltSparen bieten deshalb einen Überblick über die Angebote auf dem Markt. Geschäftsführer Tamaz Georgadze erzählt im Podcast "Die Stunde Null" über die historischen Ersparnisse der Deutschen in den letzten Monaten.

Beschränkte Reisemöglichkeiten, geschlossene Restaurants, keine Konzerte: Während der Pandemie haben die Deutschen sehr viel gespart. "Die Nettosparquote lag bei 23 Prozent im ersten Quartal", sagt Raisin-Chef Tamaz Georgadze im Podcast "Die Stunde Null". "Das ist tatsächlich der absolute Rekord. Normalerweise liegt es bei 12 bis 14 Prozent." Allerdings bleibe ein Großteil der Ersparnis auf dem Gehaltskonto liegen: "Das tut den Kunden natürlich weh, weil das ein automatischer Wertverlust ist."

Raisin hat mit seiner Internetplattform WeltSparen vor diesem Hintergrund viele neue Kunden gewonnen: Auf der Plattform lassen sich Angebote von mehr als 100 europäischen Bänken vergleichen, um am Ende die bestmöglichen Zinsen zu bekommen. "Wir hatten das beste Quartal unserer Geschichte, trotz aller widrigen Marktumstände", sagt Georgadze.

Zwar investieren immer mehr Deutsche inzwischen auch an der Börse. Allerdings handelt es sich dabei nach Einschätzung des Raisin-CEOs vor allem um "die jüngeren Bevölkerungsschichten". Der Grund: "Die Risikotragfähigkeit im jungen Alter ist sehr hoch, weil die Anlagezeiträume sehr lang sind". Der Durchschnittskunde von Raisin sei hingegen in einem Alter von 55 Jahren. Für den sei "eine kurzfristig verfügbare Liquidität" wichtig und Festgeld für ein bis drei Jahre daher ein sehr wichtiges Anlageprodukt.

Unlängst hat Raisin eine Fusion mit dem Hamburger Konkurrenten Deposit Solutions verkündet, der die Plattform Zinspilot betreibt. Das Gemeinschaftsunternehmen namens Raisin DS wird laut Einschätzung von Branchendiensten mit 2,5 Milliarden US-Dollar bewertet und 170 Partnerbanken haben. Ziel ist es, ein großes europäisches Unternehmen aufzubauen, das auch in den USA wettbewerbsfähig sein kann. Eine solche Größe allein zu erreichen hätte "deutlich länger gedauert und sehr viel mehr Energie in Anspruch genommen", sagt Georgadze, der die Führung des Gemeinschaftsunternehmens übernehmen soll.

Hören Sie außerdem in der neuen Folge von "Die Stunde Null":

  • Wie die neuen Büroräume von Raisin in Berlin aussehen
  • Wie die Gespräche mit Deposit Solutions verliefen
  • Ob Raisin eine Aufsichtsfunktion für Banken haben könnte

Alle Folgen finden Sie direkt bei Audio Now, Apple oder Spotify oder via Google.

Quelle: ntv.de, jki

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.