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Deutscher US-Konzernchef "Trump ist weder gebildet noch intelligent"

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Martin Richenhagen.

(Foto: Reuters)

Trump liegt in Umfragen zwar hinten, doch Martin Richenhagen traut dem US-Präsidenten eine Wiederwahl zu. "'Buy American' ist die Grundstimmung in den USA", sagt der deutsche Chef des US-Landmaschinen-Herstellers AGCO. Daran würde auch ein Triumph von Herausforderer Biden nicht viel ändern.

Als Donald Trump 2016 zum Präsidenten der USA gewählt wurde, da wollte auch Martin Richenhagen ihm eine Chance geben und wurde sogar Mitglied in einem seiner Beratergremien. Richenhagen ist ein Manager, dessen Stimme in Amerika etwas zählt: Der 68-Jährige ist seit 16 Jahren Vorstandschef des US-Landmaschinenherstellers AGCO, eines Weltkonzerns mit 20.000 Mitarbeitern und neun Milliarden Dollar Umsatz. Jetzt, wenige Wochen vor der Präsidentenwahl in den USA, stellt Richenhagen Trump ein vernichtendes Zeugnis aus: "Trump ist weder gebildet noch übermäßig intelligent und auch nicht gut informiert", sagt der Manager im Podcast "Die Stunde Null" (hier direkt reinhören).

Der Präsident sei "beratungsresistent" und habe in der Wirtschaftspolitik gravierende Fehler gemacht, so Richenhagen. Insbesondere der Handelskrieg mit China habe Folgen gehabt. "Die Sanktionen haben der Wirtschaft schwer geschadet - besonders meinen Kunden", sagt er mit Verweis auf die Landwirte als Abnehmer der Traktoren und Landmaschinen, die von AGCO vertrieben werden. "Die Wirtschaft hat gerne Planbarkeit, das haben wir jetzt nicht gehabt."

Mit Blick auf die Wahl kann sich Richenhagen dennoch gut vorstellen, dass Trump wiedergewählt wird. "Ich bin sicher, dass es ganz eng werden wird", sagt er. Zudem würde aus seiner Sicht auch ein Wahlsieg des Demokraten Joe Biden an vielen Aspekten der amerikanischen Politik nichts ändern. "'Buy American' ist die Grundstimmung in den USA", sagt er. "Die Idee des weltweiten Freihandels ist im Augenblick schwer durchzubringen." Kritik übt Richenhagen auch an der deutschen Haltung gegenüber den USA: Die Amerikaner seien Deutschland gegenüber aufgeschlossen, was vor allem in der Wirtschaft ein Vorteil sei. Allerdings müsse sein Heimatland international mehr Verantwortung übernehmen: "Unser deutscher Außenminister findet ja gar nicht statt."

Richenhagen, der Ende des Jahres sein Amt abgibt, ärgert es, wenn deutsche Konzernchefs Scheu zeigen, sich politisch einzumischen. Es sei auch "Aufgabe von Wirtschaftsführern, am Dialog teilzunehmen". Im Umgang mit Donald Trump ist dabei nach Ansicht des AGCO-Chefs viel falsch gelaufen. "Die deutschen CEOs sind Trump in Davos in den Hintern gekrochen", sagt er in Erinnerung an den Besuch des US-Präsidenten auf dem Weltwirtschaftforum im Januar 2020. "Mein Prinzip ist: Ich sage, was ich denke und ich tue, was ich sage."

Hören Sie in der neuen Folge von "Die Stunde Null", was Martin Richenhagen von Friedrich Merz und Christian Lindner hält und wie er um ein Haar Oberbürgermeister von Köln geworden wäre.

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Quelle: ntv.de, ddi