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Wieder was gelernt Ist es Zeit für offene Läden am Sonntag?

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(Foto: imago images / Winfried Rothermel)

"Mal eben kurz zum Späti", sagt man in Berlin. "Mal eben anne Bude", sagt man im Ruhrgebiet. Die Rheinländer gehen gerne ans "Büdchen". Jeder Stadtmensch kennt und mag ihn, den kleinen Kiosk um die Ecke, der fast immer auf hat. In Berlin sind die Spätis jetzt zum Politikum geworden, weil sie auch sonntags geöffnet sind.

Warum es sich lohnt, über eine Änderung der Ladenöffnungsgesetze nachzudenken, hören Sie in dieser Folge von "Wieder was gelernt". Lesen Sie hier einen kurzen Auszug.

Berliner Spätis sind der letzte Ausweg für Anwohner, wenn Milch und Kaffee alle sind und für Touristen, die Bier und Zigaretten brauchen. Aber das Berliner Verwaltungsgericht hat kürzlich entschieden: Spätis müssen sonntags genau wie Supermärkte geschlossen bleiben.

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Der Einzelhandel in Deutschland fordert liberalere Ladenöffnungsgesetze.

(Foto: picture alliance / Bernd Wüstnec)

Diese Regelung gilt in Berlin zwar schon seit Jahren, aber bisher war der Sonntagsumsatz wichtiger als Gesetzestreue - kontrolliert wurde in der Regel eh nicht. Das könnte sich mit dem neuen Urteil ändern, dann drohen hohe Bußgelder. Ärgerlich für viele Spätibesitzer, die seit Jahren für ein liberaleres Ladenöffnungsgesetz kämpfen. An ihrer Seite steht Nils Busch-Petersen, Chef des Handelsverbands Berlin-Brandenburg. Er fordert, dass alle Supermärkte und Kioske in Deutschland jederzeit öffnen dürfen:

"Es gibt nur zwei Länder in Kontinentaleuropa, die auf dem strengen Niveau Deutschlands regulieren. Das sind die Schweiz und die Deutschen selber. Insoweit empfehle ich, den etwas befreienden Blick über den Gartenzaun und den Mut, zu neuen politischen Ufern aufzubrechen."

Ähnlich sieht das Sven Kohlmeier, der für die SPD im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt:

"Ich glaube schon, dass eine Großstadt wie Berlin es verträgt, dass es kleine Läden gibt, wo man sich auch sonntags oder in der Nacht entweder ein Bier, einen Sekt oder das, was man zu Hause vergessen hat, kaufen kann."

Wie es gehen könnte, zeigt Köln. Dort gibt es keine Spätis, sondern Büdchen. Das Prinzip ist das gleiche, rechtlich gelten die Mini-Shops aber als Trinkhalle. Daher fallen sie unter das Gaststättengesetz und können rund um die Uhr geöffnet sein, also auch sonntags.

Wieder was gelernt

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Quelle: ntv.de, sks

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