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Donnerstag, 24. Juni 2010

BMW Motorrad-Werk Spandau: Berliner Luft in allen Reifen

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Seit mehr als 40 Jahren produziert BMW seine Motorräder in Berlin. Wir erzählen Ihnen die wenig bekannte Geschichte des Spandauer Motorradwerks. (Foto: Foto: BMW AG / Fotograf: Martin Klindtworth)

Seit mehr als 40 Jahren produziert BMW seine Motorräder in Berlin. Wir erzählen Ihnen die wenig bekannte Geschichte des Spandauer Motorradwerks.

Seit mehr als 40 Jahren produziert BMW seine Motorräder in Berlin. Wir erzählen Ihnen die wenig bekannte Geschichte des Spandauer Motorradwerks.

Diese Hallen befinden sich schon 1939 im Besitz der BMW AG. Damals wurden sie von der Firma Siemens & Halske gekauft, die bis dahin dort Flugzeugmotoren baute. 1936 wurden daraus die Brandenburgische Motoren Werke, die BMW dann kaufte.

Der berühmteste Motor aus den Spandauer Hallen ist sicherlich der Neun-Zylinder-Sternmotor für die Junkers 52.

Im Jahr 1969 wurde die Motorradproduktion von München nach Berlin verlegt. Die Produktion von Automobilen war in der bayerischen Hauptstadt derart gewachsen, dass kein Platz mehr für die Zweiräder war. (Bild: Besucherzentrum)

Seither verließen mehr als 1,8 Millionen Zweiräder die Hallen. Darunter solche Klassiker wie die BMW GS-Reihe, der Dauerbrenner unter den Motorrädern.

In den späten 70er und frühen 80er Jahren erlebt das Motorrad eine Wiedergeburt, weg vom Fortbewegungsmittel hin zum Freizeitmobil. Die Produktionszahlen steigen dadurch über die Jahre stetig an. Im Jahr 2009 verließen 82.246 Motorräder die Hallen am Juliusturm.

In Berlin wird fast jedes Teil eines BMW-Motorrades gefertigt und montiert. Vom Kurbelwellengehäuse ...

... über die Kurbelwelle selbst ...

... bis zur Montage im Motor. Die Fahrwerke werden hingegen von extern zugeliefert.

Heuzutage sind freilich zahlreiche Roboter im Einsatz, die montieren, testen ...

... und schweißen. Neben der Motorradproduktion werden in Berlin auch Komponenten für den Autobau, etwa Bremsscheiben, gefertigt.

Allerdings ist bei einigen Arbeiten immer noch Handarbeit angesagt. Die Lackierung von speziellen Kleinteilen ...

... oder das Finish.

Bei gröberen Arbeiten kommt aber auch hier der Roboter zum Einsatz.

Die Endmontage hingegen ist wieder größtenteils Sache der Facharbeiter.

Jeder der Angestellten am Band hat einen bestimmten Abschnitt der Montage, für die er zuständig ist.

Die Arbeitsprozesse sind genauestens definiert. Allerdings bringen sich die BMW-Monteure mittels ihrer Ideen zur Optimierung des Produktionsprozesses auch ein.

Am genauesten müssen die Monteure am Finishband arbeiten. Hier werden die Motorräder nochmals überprüft.

BMW verbaute als einer der ersten Hersteller serienmäßig ABS in Motorrädern. 2001 wird bereits das 500.000. bayerische Zweirad mit dem Bremssystem hergestellt. Die Funktionalität des ABS wird auf einem speziellen Prüfstand im Spandauer Werk getestet.

Mittlerweile hat sich die Zahl der Baureihen im Vergleich zu den Anfangstagen deutlich erhöht. 1980 wird beispielsweise die K-Baureihe eingeführt. 500 Millionen D-Mark wurden damals investiert.

Im Jahr 1991 läuft bereits das 500.000. Motorrad vom Band im Werk Spandau. Eine stolze Zahl für gerade mal 22 Jahre Produktion.

1996 endet eine Ära in Spandau: Nach 27 Jahren läuft die letzte R 80 GS vom Band. Die Epoche der Zweiventil-Boxer endet damit und beschließt auch das Kapitel des erfolgreichsten Modells aller Zeiten der Bayern. Neue und sportlichere Modelle treten an die Stelle des Klassikers.

Die Technik verfeinert sich mit jedem Modell.

Und je diffiziler die Motorräder werden, ...

... desto komplexer wird auch die Logistik dahinter.

Zumal die Haltung von größeren Lagern beim Bau von Motorrädern genauso vermieden wird wie in der Autoproduktion.

BMW aber bekennt sich zum Standort Berlin, wo das einzige Motorradwerk der Bayern auf europäischem Boden seinen Sitz hat. Jedes in Europa gebaute Motorrad hat also Berliner Luft in seinen Rädern.

Vorbei die Zeiten, in denen BMW mit ein oder zwei Baureihen auf dem Markt präsent war. Mittlerweile produziert BMW mit 1700 Mitarbeitern Motorräder in der deutschen Hauptstadt.

Jüngstes Kind der bayerischen Zweiradproduktion ist die S 100 RR. Sie stellt den Einstieg der Marke in das Segment der Supersportler dar.

Auch wenn sich der Markt für Motorräder in den letzten Jahren stetig zurückentwickelt hat, konnte BMW seine Marktführerschaft in Deutschland mit einem Anteil von 17,7 Prozent behaupten. (Text: Markus Mechnich)

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