Politik

US-Blockade gegen Iran bleibtTeheran öffnet Straße von Hormus während Waffenruhe im Libanon

17.04.2026, 15:02 Uhr
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Öltanker und Frachtschiffe in der Straße von Hormus. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Eine zehntägige Feuerpause im Libanon sorgt für Erleichterung im Welthandel. Für die Dauer der Waffenruhe öffnet der Iran die Straße von Hormus für die Schifffahrt. Die Blockade iranischer Häfen bleibt allerdings in Kraft.

Der Iran hat die Straße von Hormus für die restliche Dauer der Waffenruhe im Libanon wieder vollständig für die Handelsschifffahrt freigegeben. Dies teilte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi auf der Kurznachrichtenplattform X mit. Die Durchfahrt aller kommerziellen Schiffe erfolge auf einer koordinierten Route, die bereits von der iranischen Hafen- und Schifffahrtsbehörde bekanntgegeben worden sei, erklärte er weiter. Die Ölpreise gingen nach der Ankündigung um mehr als acht Prozent zurück. Die Waffenruhe für den Libanon trat am Donnerstagabend in Kraft und soll zehn Tage gelten.

Auch US-Präsident Donald Trump teilte mit, die Meerenge sei wieder offen. Allerdings bleibe die US-Blockade der iranischen Häfen bestehen. Dies gelte, bis die Verhandlungen mit dem Iran zu 100 Prozent abgeschlossen seien. Der Prozess sollte sehr rasch vorankommen, da die meisten Punkte bereits ausverhandelt seien, erklärte Trump auf seiner Plattform Truth Social. Der Iran soll nach Angaben von Trump zugesagt haben, nie wieder die Straße von Hormus zu schließen. Nach Angaben eines hochrangigen iranischen Militärvertreters dürfen Kriegsschiffe die Straße von Hormus nicht passieren.

Der Iran hatte seit Beginn der US-israelischen Angriffe am 28. Februar die strategisch wichtige Meerenge faktisch blockiert. Experten gehen von mehreren Dutzend Minen aus, die der Iran vor etwa einem Monat südlich der iranischen Gewässer verteilt haben soll. Durch die Straße von Hormus wird etwa ein Fünftel der weltweiten Ölexporte transportiert. Dies hat die Energiepreise in den vergangenen Wochen drastisch verteuert.

In Paris beraten derzeit zahlreiche Staats- und Regierungschefs, wie die Route militärisch gesichert werden könnte. An dem Treffen nimmt auch Bundeskanzler Friedrich Merz teil. Merz hat bereits grundsätzliche Bereitschaft erklärt, dass sich Deutschland unter bestimmten Bedingungen an einem solchen Einsatz beteiligen würde. Nach Angaben des Verbands Deutscher Reeder (VDR) sitzen seit Ende Februar mehr als 2.000 Handelsschiffe mit rund 20.000 Seeleuten im Persischen Golf fest.

Quelle: ntv.de, jpe/rts/dpa

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