Panorama

Warnung vor "Massensterben" 100.000 Menschen flüchten aus Myanmar

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Die Junta in Myanmar geht weiter mit brutaler Gewalt gegen politische Gegner, Demonstranten und Journalisten vor.

(Foto: picture alliance/dpa/SOPA Images via ZUMA Wire)

Die Kämpfe zwischen Rebellengruppen und Militärjunta in Myanmar spitzen sich immer weiter zu. Experten warnen inzwischen vor Hungersnöten und Seuchen. Tausende Menschen sind auf der Flucht.

Wegen der anhaltenden Kämpfe zwischen Rebellengruppen und der Militärjunta in Myanmar hat der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in dem südostasiatischen Land vor einem "Massensterben" der Bevölkerung durch Hunger und Krankheiten gewarnt. Die "brutalen, wahllosen Angriffe der Junta" bedrohten das Leben vieler Menschen im östlichen Kayah-Staat, schrieb Tom Andrews auf Twitter.

"Lassen Sie mich ganz offen sein: Ein Massensterben in einem Ausmaß, das wir noch nicht gesehen haben, könnte im Kayah-Staat eintreten, wenn nicht sofort gehandelt wird", erklärte Andrews. Seit dem Militärputsch gegen die De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi Anfang Februar herrscht in Myanmar Chaos. Die Armee geht mit brutaler Gewalt gegen Demonstranten vor, die eine Rückkehr zur Demokratie fordern. Nach Angaben von Aktivisten wurden seit dem Putsch mehr als 800 Zivilisten getötet. In vielen Orten, an denen Demonstranten durch Polizeigewalt getötet wurden, bildeten Einwohner inzwischen "Verteidigungsgruppen" gegen die Armee.

In den vergangenen Wochen sind die Zusammenstöße im Bundesstaat Kayah nahe der thailändischen Grenze eskaliert. Einheimische beschuldigten die Armee, Granaten auf Dörfer gefeuert zu haben. Bilder zeigen Dorfbewohner, die behelfsmäßige Waffen herstellen, während sich örtliche Verteidigungseinheiten gegen das kampferprobte Militär Myanmars zur Wehr setzen. Die UNO geht von schätzungsweise 100.000 Vertriebenen aus.

Ärzte ohne Grenze sollen Arbeit einstellen

Derweil schlug die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen Alarm. Die Behörden in der Region Tanintharyi im Süden Myanmars forderten die Organisation auf, alle Aktivitäten vor Ort einzustellen. "Unsere Arbeit einzustellen könnte für die Patienten lebensbedrohlich sein, wenn zugleich die öffentliche Gesundheitsversorgung stark eingeschränkt ist", sagte Adrian Guadarrama, Programmleiter von Ärzte ohne Grenzen in Genf.

Teams der Organisation sind dort seit fast 20 Jahren aktiv und versorgen aktuell 2162 Patienten mit HIV sowie Tuberkulose, wie Ärzte ohne Grenzen mitteilte. Der Arbeitsstopp erhöhe auch das Risiko, dass sich diese Krankheiten weiterverbreiteten, warnte die Organisation.

Quelle: ntv.de, can/AFP

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