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Schießerei an Schule in Colorado 15-Jährige ist Mittäterin bei Amoklauf

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Die beiden mutmaßlichen Täter kamen gegen 14 Uhr Ortszeit in die Schule und begannen zu schießen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zwei Schüler schießen in einer Schule nahe Denver um sich, töten dabei einen 18-Jährigen und verletzen acht Mitschüler. Jetzt stellt sich heraus, dass einer der beiden mutmaßlichen Täter ein erst 15-jähriges Mädchen ist. Augenzeugen berichten von Kampfszenen im Klassenzimmer.

Einer der beiden mutmaßlichen Angreifer bei der tödlichen Schussattacke an einer Schule im US-Bundesstaat Colorado war eine Teenagerin - und nicht, wie zunächst angenommen, ein männlicher Schüler. Das sagte der Sheriff von Douglas County, Tony Spurlock. Das Motiv für die Tat sei noch völlig unklar.

Die Polizei sei bei der Festnahme aufgrund des Aussehens zunächst davon ausgegangen, dass es sich um einen Jungen handelte. Dies habe sich später als falsch herausgestellt. "Es war eine verwirrende Situation", betonte er.

Die beiden Schüler hatten an einer Schule in Highlands Ranch südlich von Denver um sich geschossen. Dabei töteten sie einen 18-jährigen Mitschüler und verletzten acht weitere Schüler. Die Polizei hatte die beiden mutmaßlichen Täter kurz darauf festgenommen. Die Ermittler seien etwa zwei Minuten nach Beginn der Schießerei vor Ort gewesen, erklärte Sheriff Spurlock dem amerikanischen Nachrichtenmagazin "USA Today". Es seien zwischen den Polizisten und den beiden Jugendlichen, die offenbar 18 und 15 Jahre alt sind, keine Schüsse gefallen.

"Da war eine Leiche"

Die Schülerin Nui Giasolli erzählte "USA Today"-Reportern, dass ihr Mitschüler zu spät in den Literaturunterricht gekommen sei, dann durch den Raum gelaufen, Türen geöffnet und angefangen zu schießen habe. "Das nächste, was ich weiß, ist, dass er eine Waffe zieht und er allen sagt, dass sie sich nicht bewegen sollen", sagte sie. Mehrere Schüler hätten den Schützen daraufhin angegriffen, um ihn zu stoppen - darunter auch der 18-Jährige, der starb. Der Kampf habe den anderen Schülern Zeit gegeben, um sich zu verstecken oder aus dem Raum zu laufen, erzählte Giasolli. Sie könne den mutigen Schülern, die sich dem Amokläufer in den Weg stellten, nicht genug danken.

Auch der 13-jährige Robert Helfer war in der Schule, als die Schüsse abgefeuert wurden. "Zuerst dachten alle, es sei ein Theaterstück. Dann hörten wir Schläge und Schüsse und Fluchen",  sagte der Siebtklässler. "Da war eine Leiche an der Tür, als ein Polizist kam, um uns zu holen."

Jugendliche brachten zwei Waffen in die Schule

Die beiden Täter seien mit mindestens zwei Handfeuerwaffen bewaffnet gewesen. Einer sei bereits volljährig, die andere Verdächtige sei eine Jugendliche. Sheriff Spurlock sagte, drei Schüler würden noch im Krankenhaus behandelt, die übrigen Verletzten seien bereits entlassen worden.  

Etwa 1.850 Schüler besuchen die Schule in Highlands Ranch, die nicht mit Metalldetektoren ausgestattet ist. Ein bewaffneter Wachmann sei allerdings auf dem Schulgelände gewesen, teilte die örtliche Polizei mit. 

Die betroffene Schule ist nur knapp neun Kilometer Luftlinie von der Columbine Highschool in Littleton entfernt, wo sich im vergangenen Monat ein Schulmassaker zum 20. Mal jährte. Am 20. April 1999 hatten an der Columbine Highschool zwei bewaffnete Teenager zwölf Mitschüler und einen Lehrer erschossen, anschließend töteten sie sich selbst. 24 Menschen wurden verletzt.

Quelle: n-tv.de, joh/dpa

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