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Dienstag, 12. Juni 2018

Viersener Messerangriff : 17-Jähriger stellt sich der Polizei

Nach dem gewaltsamen Tod eines Mädchens in Viersen nimmt die Polizei einen 17-Jährigen fest. Er hatte sich auf einer Wache gestellt. Einem Bericht zufolge soll es sich um den Ex-Freund handeln. Zuvor hatte es Probleme mit Fehlinformationen von Zeugen gegeben.

Nachdem ein 15-jähriges Mädchen am Montag bei einem Messeangriff in Viersen getötet wurde, hat die Polizei einen 17-Jährigen festgenommen. Der Jugendliche habe sich in Begleitung einer Anwältin auf der Polizeidienststelle gemeldet, teilte die Behörde mit. Laut Informationen der "Bild"-Zeitung soll es sich bei dem Jugendlichen offenbar um den Ex-Freund der verstorbenen Iuliana R. handeln. Nach Angaben von Freunden soll das Mädchen vor kurzem mit dem 17-Jährigen Schluss gemacht haben. Die beiden sollen drei Jahre lang ein Paar gewesen sein. Außerdem, so berichtet die "Bild" weiter, soll der Jugendliche schon mehrfach bei der Polizei aufgefallen sein. Er habe schon mehrfach Anzeigen wegen Diebstahls, Drogenhandels und Körperverletzung erhalten.

Das 15-jährige Mädchen rumänischer Herkunft war am Montagmittag im Viersener Stadtpark Casinogarten erstochen worden. Am Montag hatte die Polizei zunächst einen Mann festgenommen, den sie aber dann wieder frei ließ. Der 25-jährige aus der Türkei stammende Mann war bei einer Polizeikontrolle am Montagabend geflüchtet, er hatte sich dann aber gestellt - wegen Drogenbesitzes. Er hatte offenbar zu einer Täterbeschreibung gepasst, die Zeugen herausgegeben hatten. Nach der Überprüfung des Manns schloss die Polizei ihn jedoch als Täter aus. Die Angaben von Zeugen seien zweifelhaft und hätten die Ermittler zunächst in die falsche Richtung geführt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Allkohol dürfte bei den "Fehlinformationen" eine Rolle gespielt haben, hieß es.

Der Tatort in Viersen ist ein Park mit alten Bäumen, Bänken und einer Boulebahn und liegt mitten in der kleinen Stadt am Niederrhein, er ist beliebt und auch belebt. Die Tat selbst hat anscheinend zwar niemand beobachtet, aber mittelbar wollen eine Reihe von Zeugen etwas mitbekommen haben, wie die Staatsanwaltschaft sagt.

In den vergangenen Monaten sind in Deutschland mehrere jugendliche Mädchen nach Gewaltverbrechen gestorben. So wurde am Wochenende der Tatverdächtige im Fall der getöteten 14-jährigen Susanna, Ali B., im Irak festgenommen. Er steht im Verdacht, das Mädchen aus Mainz vergewaltigt und umgebracht zu haben.

Quelle: n-tv.de