Panorama

Rätsel über Tatmotiv 18 Kinder unter Verletzten von Volkmarsen

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Die Rettungskräfte mussten am Rosenmontag Dutzende Verletzte versorgen.

(Foto: dpa)

Einen Tag nachdem ein Mann in einen Karnevalsumzug in Volkmarsen fährt, muss die Zahl der Verletzten nach oben korrigiert werden. Erste Details über den Fahrer werden bekannt. Das Motiv des Mannes bleibt dennoch unklar.

Unter den 52 Verletzten des Vorfalls beim Rosenmontagszug im nordhessischen Volkmarsen sind 18 Kinder. Insgesamt befanden sich noch 35 Menschen in stationärer Behandlung im Krankenhaus, wie die Polizei in Kassel heute mitteilte.

17 weitere Menschen wurden demnach ambulant behandelt und konnten das Krankenhaus verlassen. Warum der Mann mit seinem Auto in den Karnevalsumzug raste, ist noch nicht geklärt. Die Ermittler fahnden in alle Richtungen.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt wird voraussichtlich am Vormittag Details zu den Opfern des Zwischenfalls in Volkmarsen nennen. Dies werde man in Absprache mit der Polizei tun, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde. Zum Motiv des 29-Jährigen, der mit einem Auto in eine Menschenmenge gefahren ist, werde es zunächst keine Angaben geben, auch nicht zum Aussageverhalten des Mannes. Es gehe derzeit um eine Bestandsaufnahme. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts.

Täter war wohl auffällig

Der Mann war nach dpa-Informationen der Polizei bereits in der Vergangenheit durch Beleidigung, Hausfriedensbruch und Nötigung aufgefallen. Der Beschuldigte soll nach Angaben der Kasseler Polizei dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, sobald dies sein Gesundheitszustand zulässt.

*Datenschutz

Kurz nach dem Vorfall am Rosenmontag nahm die Polizei auch einen Mann fest, der die Fahrt gefilmt haben soll. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen war aber noch unklar, ob es sich um einen Schaulustigen handelte oder ob er eingeweiht war. Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill hat die zweite Festnahme bestätigt. Allerdings sei noch nicht klar, ob der Festgenommene als Tatverdächtiger gelte oder ein Zeuge sei.

Trotz Barrikade

Landrat Reinhard Kubat erklärte unterdessen, dass die Stadt getan habe, was sie konnte. Sie hätte eine Barrikade aufgestellt, "wie er da durchkommen konnte, weiß ich nicht", sagte er. Es sei der "dunkelste Moment" in seiner zehnjährigen Amtszeit.

Für Betroffene wurde im Rathaus in Volkmarsen ein Informationszentrum eingerichtet. Für Fragen und Hinweise gibt es unter der Rufnummer 0800/1103333 ein Callcenter. Außerdem hat die Polizei Zeugen aufgerufen, ihre Foto- und Filmaufnahmen den Ermittlern zur Verfügung zu stellen.

Der Vorfall könnte auch Folgen für die geplanten Karnevalsumzüge in Hessen haben: Die Sicherheitsexperten des Landeskriminalamtes werden in Absprache mit den Veranstaltern zeitnah eine Entscheidung treffen, wie ein Sprecher des hessischen Innenministeriums sagte.

Quelle: ntv.de, sgu/AFP/dpa