Panorama

Spreader-Event in Bielefeld 20 Corona-Fälle nach Familienfeier

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Die Zahl der Corona-Fälle könnte über das Wochenende noch weiter steigen, teilte die Stadt Bielefeld mit.

(Foto: picture alliance / dpa)

Eine Feier im privaten Kreis mutiert in Bielefeld zu einem Spreader-Event. Bislang gelten 20 Gäste als infiziert. Da sich unter ihnen auch Schüler befinden, konzentriert sich die Kontaktnachverfolgung auch auf mehrere Schulen.

Nach einer größeren Familienfeier in Bielefeld sind mittlerweile 20 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Unter den Betroffenen seien auch neun Schülerinnen und Schüler, die fünf verschiedene Schulen besuchten. "Das Gesundheitsamt hat die Kontaktnachverfolgung gestartet und wird das gesamte Wochenende über die betroffenen Personen kontaktieren", teilte die Stadt mit.

Wegen der hohen Zahl an Menschen, die benachrichtigt werden müssten, könne es aber ein wenig dauern, bis alle informiert seien. Ab Montag seien Tests etwa für andere Schüler und Lehrer geplant, die mit den Infizierten Kontakt hatten. Nach Angaben einer Sprecherin hatte es sich um eine private Feier in privaten Räumlichkeiten gehandelt. Sie habe in der vergangenen Woche stattgefunden. Da die Nachverfolgung noch laufe, könne die Zahl der positiv Getesteten noch weiter steigen.

Unterdessen kündigte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann an, die Corona-Auflagen für große Feiern zu verschärfen. "Wir werden in die Corona-Schutzverordnung hineinschreiben, dass Privatfeiern zwei Wochen vorher beim Ordnungsamt angemeldet werden müssen", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag dem Radiosender WDR 2. Außerdem sei dabei ein Verantwortlicher zu benennen und eine Gästeliste einzureichen. "Dann kann das Ordnungsamt solche Feiern auch mal kontrollieren."

Feiern im Privatbereich von der Neuregelung nicht betroffen

Damit reagiert der Minister auf die Verstöße gegen die geltenden Schutzmaßnahmen bei einer Hochzeitsfeier in Hamm. In der Folge waren dort die Corona-Neuinfektionszahlen auf den bundesweit höchsten Wert geklettert. Am Donnerstagabend lag der Sieben-Tage-Inzidenz laut einer Zählung von ntv.de bei 96 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Die Obergrenze liegt bei 50 neuen Fällen.

Die von Laumann geplante Neuregelung soll laut dem Gesundheitsministerium für private Feierlichkeiten "aus herausragendem Anlass im öffentlichen Raum" ab 50 Teilnehmern gelten, also etwa in angemieteten Räumen, Gaststätten oder Versammlungsstätten wie Pfarrheimen. Als Beispiele wurden Jubiläen, Hochzeits-, Tauf-, Geburtstags- oder Abschlussfeiern genannt.

Für Feiern im Privatbereich, also etwa im eigenen Wohnzimmer oder im eigenen Garten, gelte dagegen der hohe Grundrechtsschutz der Privatsphäre, betonte eine Ministeriumssprecherin. Hier habe sich NRW von Beginn an dafür entschieden, in diesen Bereich nicht durch Verbote und Kontrollen hineinzuregieren, sondern auf die gelebte Eigenverantwortung der Menschen zu vertrauen.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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