Panorama

"Extrem schwer bewaffnet" 21 Tote bei Gefängnisausbruch in Brasilien

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In brasilianischen Gefängnissen kommt es immer wieder zu Meutereien und Ausbruchsversuchen.

(Foto: REUTERS)

Dass die brasilianischen Haftanstalten heillos überfüllt sind und Häftlinge meutern, ist keine Neuigkeit. Doch nun greift eine "extrem schwer bewaffnete Gruppe" von außen ein. Zahlreiche Menschen sterben bei dem Ausbruchsversuch.

Bei einem versuchten Gefängnisausbruch im Norden von Brasilien sind mindestens 21 Menschen getötet worden. Eine "extrem schwer bewaffnete Gruppe" habe den Ausbruchsversuch unterstützt, teilten die Sicherheitsbehörden des Bundesstaates Pará mit. Zu den Toten sei es bei Zusammenstößen mit der Polizei gekommen.

Ersten Erkenntnissen zufolge verfügten auch die Gefangenen in der Haftanstalt Santa Izabel in der Nähe der Stadt Belém über Waffen. Sie seien von der bewaffneten Gruppe außerhalb des Gefängnisses unterstützt worden, die Sprengsätze eingesetzt habe. Damit sei versucht worden, eine Mauer in die Luft zu sprengen.

Nach Angaben der Sicherheitsbehörden versuchten die Gefängniswärter den Angriff mit Schusswaffen abzuwehren. Es habe einen "intensiven Schusswechsel" gegeben, hieß es. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei sei zur Verstärkung eingetroffen.

Unter den Toten waren den Angaben zufolge 20 Häftlinge und Angreifer von außen sowie ein Gefängniswärter. Fünf weitere Wärter seien verletzt worden, einer davon schwer. Es werde überprüft, ob es Häftlingen gelungen sei, das Gefängnis zu verlassen, teilten die Behörden weiter mit. Zwei Gewehre und fünf Handfeuerwaffen seien sichergestellt worden.

Warnung vor Fluchtgefahr

In Brasilien werden die Machtkämpfe zwischen rivalisierenden Drogenbanden häufig von der Straße ins Gefängnis verlagert. Bei einem der blutigsten Gefängnisaufstände wurden 2017 in Manaus im Amazonasgebiet 56 Menschen getötet. Auch die Polizei steht immer wieder unter Beschuss. Ihr wird vorgeworfen, das Recht auszuhebeln, für außergerichtliche Hinrichtungen und Beweisfälschungen verantwortlich zu sein und Vergehen der eigenen Beamten nicht nachzugehen.

Pro Jahr gibt es in dem südamerikanischen Land rund 60.000 Tötungsdelikte, die Gefängnisse gelten als notorisch überfüllt. Gewalt in den Haftanstalten ist keine Seltenheit. Den jüngsten offiziellen Statistiken aus dem Jahr 2016 zufolge gab es zu diesem Zeitpunkt knapp 727.000 Häftlinge in den brasilianischen Gefängnissen. Kapazitäten waren aber nur für 368.000 vorhanden.

In der Haftanstalt Santa Izabel gab es zuletzt nach Angaben vom Februar 660 Insassen, bei einer maximalen Kapazität von 432 Häftlingen. Ein Bericht der Gefängnisaufsicht hatte im Februar vor der Gefahr eines Fluchtversuchs mit Unterstützung von außen gewarnt. Erst im November vergangenen Jahres waren 14 Häftlinge aus der Anstalt geflüchtet. Ein weiterer Fluchtversuch im Januar war gescheitert.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP

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