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AfD erwägt Trauermarsch 22-Jähriger stirbt bei Streit um Schwangere

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Die Polizei ermittelt in alle Richtungen.

(Foto: picture alliance / Matthias Balk)

In Sachsen-Anhalt streiten zwei Afghanen um eine Vaterschaft. Als ein weiterer Mann dazwischen geht, kommt es zu einer tödlichen Schlägerei. Für den Abend rufen mehrere Gruppierungen zu Trauermärschen und Gegenprotesten auf.

Bei einem Streit zwischen zwei Männergruppen in Köthen ist ein 22-Jähriger ums Leben gekommen. Zwei afghanische Staatsbürger wurden in der Nacht zum Sonntag wegen des Anfangsverdachts eines Tötungsdelikts festgenommen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Sachsen-Anhalt gemeinsam mitteilten. Momentan ermittelt die Polizei in alle Richtungen.

Zwei aus Afghanistan stammende Männer sollen mit einer Frau auf dem Spielplatz gewesen sein und darüber gestritten haben, von wem die Frau schwanger ist. Dann seien die beiden Deutschen hinzugekommen. Es kam zum schweren Streit, wobei der 22-Jährige starb. Der Tote war den Informationen zufolge deutscher Staatsbürger.

Die Polizei konnte kurz darauf am Tatort zwei Tatverdächtige festnehmen. Ein dritter Afghane, der sich am Spielplatz aufhielt, war offenbar nicht in den Streit verwickelt. Laut "Welt" erlitt der 22-Jährige eine Hirnblutung. Eine Obduktion steht aber noch aus. Laut "Bild"-Recherchen wurde das 22-jährige Opfer noch von seinem Bruder im Krankenhaus besucht. Der Bruder soll ein vorbestrafter rechtsextremer Intensivtäter sein.

Anlässlich des Vorfalls gibt es bereits jetzt Aufrufe zu Trauermärschen. Die AfD, die in der Nachbarstadt Dessau einen Parteitag abhält, erwägt, ab 19 Uhr in die Stadt zu kommen. Dass sich Pegida an dem Trauermarsch beteiligen könne, sei nicht auszuschließen, sagte der Köthener AfD-Landtagsabgeordnete Hannes Loth der "Mitteldeutschen Zeitung". Außerdem haben die rechtsextreme Kleinpartei "Die Rechte" und der ehemalige Kader der verbotenen Freiheitlich Deutschen Arbeiterpartei (FAP) Dieter Riefling zu Trauermärschen aufgerufen. Ebenso ruft das Bündnis "Dessau nazifrei" auf Facebook zu einem Gegenprotest auf. In dem Posting heißt es, es sei zu befürchten, dass es ähnlich wie in Chemnitz zu gewalttätigen Ausschreitungen und Hetzjagden auf Migranten kommen könnte.

In Chemnitz war vor zwei Wochen ein 35-jähriger Deutscher mit kubanischen Wurzeln getötet worden. Zwei junge Männer sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Sie stammen nach eigenen Angaben aus Syrien und dem Irak. Ein weiterer Verdächtiger wird gesucht. Seitdem gibt es in Chemnitz immer wieder fremdenfeindliche und teils aggressive Proteste. Tausende Menschen demonstrieren seither auch gegen rechte Hetze und für Toleranz.

Quelle: n-tv.de, jki/bdk/dpa

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