Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 23:50 Mehrere Länder planen Phase-3-Tests in Türkei +++

Die Türkei ist mit Deutschland, China und Russland in Gesprächen über Phase-3-Tests für Corona-Impfstoffe, die derzeit in diesen Ländern entwickelt werden. Deutschland und China hätten einen Antrag für solche Studien in der Türkei gestellt, sagt Gesundheitsminister Fahrettin Koca. Beide Länder hätten bereits Resultate der präklinischen Phasen vorgelegt. Die Ergebnisse aus Russland stehen demnach noch aus.

+++ 23:09 Warn-App ist nur auf 25 Millionen Nutzer ausgelegt +++
Als die Corona-Warn-App Mitte Juni startete, hörte man immer wieder die Zahl von 60 Prozent der Bevölkerung, die mitmachen müssten, damit das System funktioniert. Die Bundesregierung war offenbar von Anfang an weniger ehrgeizig: Bei der Entwicklung ist sie davon ausgegangen, dass weniger als ein Drittel der Bevölkerung die Anwendung aufs Handy holen wird. Das berichtet das "Handelsblatt", dem die Verträge mit den beteiligten Unternehmen Telekom und SAP vorliegen. Bei den Annahmen zum Datenfluss wurde demnach von 25 Millionen Nutzern ausgegangen. Die App sei zudem darauf ausgelegt, dass sich maximal 10.000 Nutzer täglich als infiziert meldeten. Bislang haben sich mehr als 17 Millionen Bürger die App installiert. 

+++ 22:36 Kuba startet eigene Impfstoff-Tests +++
Kuba will kommende Woche mit den klinischen Tests für einen potenziellen Coronavirus-Impfstoff namens "Soberana 01" beginnen. Er sei vom staatlichen Institut Finlay entwickelt worden, berichten staatliche Medien. Ergebnisse sollten im Februar vorliegen. Der kommunistische Inselstaat ist stolz auf seine Bio-Pharma-Industrie, für die der frühere Revolutionsführer Fidel Castro die Grundlage gelegt hatte. Die Branche produziert bereits mehrere Impfstoffe, die wichtige Devisenbringer für das Land sind.

+++ 21:49 Spahn: Kita und Schule haben Vorrang vor Karneval +++
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat erneut den Vorrang von Schulen und Kitas in der Corona-Krise vor dem Karneval oder privaten Feiern betont. Auch Wirtschaft und Handel müssten vorrangig unterstützt werden, denn es gehe um den Erhalt von Arbeitsplätzen, mit denen auch das Gesundheitssystem finanziert werde, sagte Spahn in Kiel bei einem Besuch des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Er wisse um die Bedeutung des Karnevals für Millionen Menschen in Deutschland. "Aber wenn wir vor der Frage stehen, ist die Kita möglich oder der Karneval, dann bin ich sehr sicher, dass ein Großteil der Gesellschaft da eine klare Antwort zu hat." Und es brauche Planungssicherheit. "Es ist doch besser, jetzt darüber zu reden - auch mit den Ländern, die besonders betroffen sind, und den Vereinen - als eine Woche vorher."

+++ 21:10 Mehr als 1500 Neuinfektionen in 24 Stunden +++
Die Zahl der Neuinfektionen bleibt in Deutschland weiterhin auf hohem Niveau. Laut einer Zählung von ntv.de sind aktuell 14416 Menschen mit dem Virus infiziert, 9246 starben bislang im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19. Das sind 1546 Neuinfektionen und sechs Todesfälle mehr als am Vorabend. Im Laufe des gestrigen Dienstags wurden 1537 Neuinfektionen und sieben Todesfälle gemeldet. Damit steigt die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen auf 227.541. Die Zahl der Genesenen beläuft sich auf über 203.000 Menschen.

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Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland am Abend bei 1,03 (Vortag: 1,06). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Der Sieben-Tage-R bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger aktuellen Schwankungen. Am Abend lag dieser Wert bei 1,08 (Vortag: 1,05). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

+++ 20:35 USA verzeichnen mehr als 1170 weitere Tote +++
In den USA sind binnen 24 Stunden 1172 weitere Menschen im Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19 gestorben. Die Gesamtzahl der Toten liege damit bei 171.012, teilt die Seuchenschutzbehörde CDC mit. Die Zahl der bestätigten Infektionen habe sich um 39.318 auf insgesamt 5,4 Millionen Fälle erhöht.

+++ 19:56 Scholz: Müssen auch 2021 Ausnahme von Schuldenbremse machen +++
Finanzminister Olaf Scholz rechnet fest damit, dass der Bund auch nächstes Jahr wegen hoher Belastungen durch die Coronavirus-Krise die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse nicht einhalten kann. Der Bund werde 2021 noch einmal von der Ausnahmeregelung Gebrauch machen müssen, sagt der SPD-Politiker in Berlin. Wegen riesiger Hilfsprogramme und des Konjunkturpakets hat die Große Koalition zuletzt die Politik ausgeglichener Haushalte über Bord geworfen. Scholz kalkuliert 2020 mit der Rekordsumme von 218,5 Milliarden Euro an zusätzlichen Schulden.

+++ 19:35 Nepals Hauptstadt verhängt erneuten Lockdown +++
In Nepals Hauptstadt Kathmandu gibt es erneut einen strikten Lockdown. Somit müssten die meisten Geschäfte schließen und die Bevölkerung solle ihre Häuser nur verlassen, wenn dies absolut notwendig sei, teilten die Behörden mit. Der Lockdown soll eine Woche dauern. Wer sich nicht an die Regeln hält oder keine Maske an öffentlichen Orten trägt, kann mit einer Geldstrafe von 100 Rupien - das ist etwa der Betrag einer Mahlzeit für eine vierköpfige Familie mit Reis und Linsen - oder bis zu einem Monat Gefängnis bestraft werden. Der Lockdown wurde angekündet, nachdem Nepal seine höchste Zunahme bekannter Neuansteckungen an einem Tag überhaupt hatte - insgesamt mehr als 1000. Insgesamt gibt es in Nepal mehr als 28.000 bekannte Covid-Fälle.

+++ 19:18 Ägypten verlangt ab September Corona-Test bei Einreise +++
Ägypten verlangt ab dem 1. September von allen Einreisenden einen Corona-Test. Das kündigte Ministerpräsident Mostafa Madbuli in einer Fernsehansprache an. Zudem seien ab dem 28. August wieder Freitagsgebete in den Moscheen erlaubt. Dort müssten allerdings strikte Hygiene-Regeln eingehalten werden.

+++ 18:37 Griechenland weitet Maskenpflicht auf zwei weitere Urlaubsregionen aus +++
Griechenland verschärft die Schutzmaßnahmen für zwei Urlaubsgebiete: Von Freitag an gilt eine Maskenpflicht auf der Insel Mykonos und der Halbinseln Chalkidiki, wie der griechische Zivilschutz mitteilte. Die Maskenpflicht gilt bis Ende August im Innen- wie auch im Außenbereich. Bis zum 31. August sind auch Konzerte, Feiern, religiöse Zeremonien, Märkte und Zusammenkünfte von mehr als neun Personen in den beiden Touristengebieten untersagt. Restaurant-Betreiber müssen darauf achten, dass pro Tisch nur vier Gäste Platz nehmen - oder sechs bei Familienmitgliedern. Ähnliche Maßnahmen waren in der Vergangenheit auf Inseln wie Paros und Antiparos ergriffen worden.

+++ 18:29 Schweden: Im ersten Halbjahr höchste Zahl von Todesfällen seit 150 Jahren +++
Schweden verzeichnet in der ersten Hälfte des Jahres so viele Todesfälle wie seit 150 Jahren nicht. Bis Ende Juni starben rund 4500 Menschen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19. Insgesamt gab es 51.405 Todesfälle, mehr als in jedem Jahr seit 1869, als unter anderem wegen einer Hungersnot 55.431 Menschen starben, wie die Statistikbehörde mitteilt. Schweden hatte im Kampf gegen die Pandemie deutlich weniger Kontaktbeschränkungen erlassen als viele andere europäische Staaten.

+++ 17:49 Kroatien meldet Höchststand bei Neuinfektionen an einem Tag +++
Das Urlaubsland Kroatien hat so viele Neuinfektionen registriert wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. 219 Infektionen seien in den vergangenen 24 Stunden erfasst worden, teilte der nationale Krisenstab in Zagreb mit. Der bisherige Höchstwert wurde in dem EU-Land an der Adria demnach am 14. August registriert und lag bei 208 Neuinfektionen. Kroatien hat rund 4,19 Millionen Einwohner und derzeit 1520 registrierte aktive Fälle. In den letzten zwei Monaten hatte der Wert der Neuansteckungen zwischen etwa 30 und 100 geschwankt. Seit vergangener Woche verzeichnen die örtlichen Behörden einen Anstieg. Kroatien ist für viele Reisende in Europa eine beliebte Urlaubsdestination. Zuletzt kehrten viele deutsche Touristen von dort zurück, die sich mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Unter ihnen waren hauptsächlich junge Menschen, die angaben, dass sie an Strandpartys teilgenommen hatten.

+++ 17:15 Jetzt auch Maskenpflicht an Schulen in Schleswig-Holstein +++
Auch Schleswig-Holstein hat nun eine Maskenpflicht in Schulen eingeführt. Dies verkündete Bildungsministerin Karin Prien, nachdem es bisher nur eine dringende Empfehlung gab. Die Maskenpflicht gilt ab Montag auf dem Schulgelände, aber nicht im Unterricht. Die "dringende Empfehlung" im Norden galt bisher ab der 7. Klasse. Jetzt gilt die Maskenpflicht für alle Jahrgänge. Noch am vergangenen Freitag, nach der ersten Schulwoche, hatte Prien eine Maskenpflicht als nicht geboten eingestuft. Die Erfahrungen der ersten Woche hätten gezeigt, dass der dringenden Empfehlung des Ministeriums in den Schulen weitestgehend gefolgt werde. Prien hatte aber auch erklärt, angesichts des weiteren Infektionsgeschehens eine mögliche Pflicht zu prüfen.

+++ 16:37 Bundestagsabgeordnete sollen ab September Mundschutz tragen +++
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat einem Medienbericht zufolge die Hygienemaßnahmen im Bundestag verschärft. Wie der "Spiegel" berichtet, forderte der CDU-Politiker in einem Schreiben die Abgeordneten zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen auf. Demnach sei das Tragen von Masken "in allen Liegenschaften des Deutschen Bundestags ab dem 1. September 2020 dringend zu empfehlen", heißt es in dem Schreiben. Zu einer Maskenpflicht wollte sich Schäuble offenbar nicht durchringen.

+++ 16:03 Toulouse führt Maskenpflicht im gesamten Stadtgebiet ein +++
Toulouse hat als erste französische Großstadt eine Maskenpflicht für das gesamte Stadtgebiet angekündigt. Ab Freitag sei das Tragen einer Schutzmaske zwischen 07.00 Uhr morgens und 03.00 Uhr nachts in den Straßen der ganzen Stadt verpflichtend, teilte die zuständige Präfektur mit. Die Regelung gelte auch für Fahrrad- und Rollerfahrer sowie andere Fortbewegungsmittel im Freien. Die Maskenpflicht gilt ab einem Alter von elf Jahren. In Toulouse wohnen rund 500.000 Menschen; dort gab es bisher eine Maskenpflicht in Teilen der Stadt. Die Zahl der Neuinfektionen war nach Angaben der regionalen Gesundheitsbehörde ARS zuletzt wieder gestiegen. Es seien vermehrt wieder Cluster aufgetreten, erklärte Behördenleiter Pierre Ricordeau. Toulouse sei eine Zone, in der das Virus aktiv zirkuliere.

+++ 15:17 Laborverband: Große Zahl von Corona-Tests nicht auf Dauer möglich +++
Experten haben erneut auf die begrenzten Testkapazitäten in der Pandemie hingewiesen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) können in Deutschland, zwar mittlerweile rund 1,2 Millionen Proben pro Woche untersucht werden. Diese Zahl beschreibe aber nur die maximale Kapazität, sagte der Vorstandsvorsitzende der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM), Michael Müller, der "Zeit". "Die können wir nur kurzfristig zur Verfügung stellen, nicht dauerhaft." Müller warnte vor einer falschen Priorisierung der Kapazitäten. "Die Politik möchte immer, dass wir noch viel mehr testen", sagte Müller. "Man muss sich aber fragen, ob das sinnvoll ist." So würden Testkapazitäten zum einen etwa dort verbraucht, wo es nicht unbedingt der Eindämmung der Pandemie diene. Zum anderen gebe es immer wieder falsche Ergebnisse, bei denen ein Test trotz Infektion negativ ist und Menschen unwissentlich andere infizieren.

+++ 14:32 Mehrere türkische Bürgermeister infiziert +++
In der Türkei haben sich mehrere Kommunalpolitiker mit dem Coronavirus infiziert. Der Bürgermeister eines Ortes in der Nähe vom zentralanatolischen Konya sei nach der Diagnose im Krankenhaus gestorben, teilte der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca mit. Die Bürgermeister von Alanya und Antalya hatten zuvor ebenfalls publik gemacht, positiv getestet worden zu sein. Für die Provinz Antalya, in der auch die Städte Antalya und Alanya liegen, hatte die Bundesregierung zuletzt die Reisewarnung aufgehoben. In der Türkei sind die offiziellen Zahlen der täglichen Neuinfektionen in den vergangenen Wochen wieder gestiegen. Die türkische Ärztevereinigung zweifelte die offiziellen Corona-Fallzahlen dennoch an. Die Türkei befinde sich anders als offiziell vermittelt auf einem neuen Höhepunkt der Infektionszahlen.

+++ 13:37 NRW-Gesundheitsminister lästert über Bayern +++
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat sich bei einer Pressekonferenz zur aktuellen Teststrategie in seinem Bundesland eine Spitze gegen Bayern und Ministerpräsident Markus Söder erlaubt. Es gebe "ja auch ein Bundesland, das sehr schnell alles getestet hat". Und dann seien "sie", gemeint sind die Bayern, damit nicht hinterhergekommen. In NRW "reden wir zwar nicht so viel darüber, wie das andere tun", teste in Bezug auf die Bevölkerungszahl prozentual aber mehr als andere Bundesländer.

Hier Laumanns Statement im Video:

+++ 12:51 Infizierter besucht Europa-Park mit 15.000 anderen Menschen +++
15.000 Menschen dürfen zurzeit pro Tag in den Europa-Park im badischen Rust. Und 14.999 Menschen sind nun dazu angehalten, auf mögliche Covid-19-Symptome zu achten: Eine Person, die am 10. August den Freizeitpark besuchte, wurde positiv getestet, wie der Park und das zuständige Offenburger Landratsamt mitteilten. Bei der Nachverfolgung sei auch der Aufenthalt im Europa-Park zur Sprache gekommen. So viele Menschen, die im Zweifelsfall überhaupt keinen Kontakt zu dem oder der Infizierten hatten, abzutelefonieren, ist schwer möglich - daher der Weg über die Öffentlichkeit. Zudem seien alle Besucher per E-Mail informiert worden. Im Europa-Park müssen derzeit die Tickets vorab online gebucht werden.

+++ 12:27 Mit Corona auf Party in Bayern - bisher alle Tests negativ +++
Der Partybesuch eines Infizierten im bayerischen Bodenwöhr ist nach derzeitigem Wissensstand glimpflich verlaufen. Die Behörden lassen derzeit 114 ermittelte Kontaktpersonen testen, die bisher vorliegenden Ergebnisse sind alle negativ. Allerdings liegen erst 25 Ergebnisse vor.

+++ 11:37 Studie deutet auf geringes Risiko in Flugzeugen hin +++
Volle Flugzeuge sind derzeit für viele Reisende ein Horrorszenario - doch eine Studie von Frankfurter Virologen hat ergeben, dass das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus im Flieger wahrscheinlich gering ist. Die Forscher der Uniklinik Frankfurt am Main hatten für die am Dienstag veröffentlichte Studie alle Passagiere eines Flugs kontaktiert, in dem eine Gruppe infizierter Touristen saß. Das Ergebnis: Die mindestens sieben vorab Infizierten steckten nur zwei weitere Passagiere nachweisbar an. In dem vier Stunden und 40 Minuten dauernden Flug vom israelischen Tel Aviv nach Frankfurt saßen am 9. März insgesamt 102 Passagiere, wie die Forscher in der US-Fachzeitschrift "Jama Network Open" darlegten. Mit dabei war eine Gruppe von 24 deutschen Touristen. Wie die Forscher betonten, trug niemand auf dem Flug eine Maske.

+++ 10:53 Zensus wird wegen Corona verschoben +++
Eigentlich soll im kommenden Jahr Deutschlands Bevölkerung durchgezählt werden. Doch der Zensus soll einem Bericht der "Rheinischen Post" zufolge auf das Jahr 2022 verschoben werden, das Kabinett werde das am 26. August beschließen. Grund: In den Statistikämtern von Bund und Ländern seien "im erheblichen Umfang Personal für andere Aufgaben - zum Beispiel zur Unterstützung der Gesundheitsämter - abgezogen" worden. Innenminister Seehofer denke dem Bericht zufolge sogar darüber nach, auch den dann aufgeschobenen Termin noch einmal zu schieben, falls die Corona-Pandemie "oder andere zwingende Gründe" dies erforderlich machen.

+++ 10:12 Deutschland zählt für Finnland zu Risikogebieten +++
Finnland führt neue Beschränkungen für Reisende aus bestimmten Ländern ein - auch für Deutsche. Wegen der steigenden Corona-Zahlen gilt ab Montag für Einreisende aus Deutschland, Griechenland, Malta, Norwegen, Dänemark und Island eine 14-tägige Quarantänepflicht. Finnland hatte dies zuvor schon für weitere europäische Länder wie Belgien und die Niederlande eingeführt. Finnland operiert dabei mit einer eigenen "Obergrenze": Beschränkungen kommen, wenn es in einem Herkunftsland innerhalb einer Zwei-Wochen-Periode mehr als acht neue Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner gibt. Finnland hat selbst europaweit mit die niedrigsten Neuinfiziertenzahlen.

+++ 09:28 Intensivmediziner fordern nationale Pandemiestrategie +++
Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) fordert ein Ende der regionalen Pandemiebekämpfung. "Wir werden mit dem Coronavirus weit ins Jahr 2021 leben. Das heißt, man muss jetzt mal anfangen, in größeren Maßstäben zu denken", sagte Uwe Janssens. Es brauche eine Gesamtstrategie, um auf das Infektionsgeschehen zu reagieren. "Wir müssen aus diesem Modus rauskommen, 16 Bundesländer bestimmen selbst, wie sie mit dieser Pandemie umgehen."

+++ 08:23 Nur noch 15 Kreise ohne neue Fälle - keiner reißt "Obergrenze" +++
Die Auswertung der aktuellen Fallzahlen auf Kreisebene zeigt, dass sich das Coronavirus in der Breite des Landes weiter ausbreitet. Ein Blick auf die Virus-Karte und die Daten in Tabellenform zeigt: Nur noch 15 der Landkreise und kreisfreien Städte hatten in den vergangenen sieben Tagen keine Neuinfektionen zu melden. Diese Zahl ist zuletzt kontinuierlich zurückgegangen. Rote Flecken, also Kreise, die den als "Obergrenze" vereinbarten Wert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen reißen, zeigt die Karte derzeit keine.

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+++ 07:50 Virologe: Covid-19 womöglich bald "nur noch ein Schnupfen" +++
Die noch immer niedrigen täglichen Todeszahlen bei stark steigenden Coronavirus-Fallzahlen geben Rätsel auf. Ulf Dittmer, Virologe der Uniklinik Essen, hält es für möglich, dass dies auf eine Mutation des Virus hindeutet: "Es gibt tatsächlich Hinweise darauf, dass sich das Virus abschwächt. Und es könnte auch sein, dass das Virus im Zuge der Veränderungen irgendwann nur noch eine Erkältung oder einen Schnupfen auslöst", sagte er der "Bild"-Zeitung. Coronaviren veränderten sich sehr leicht, auch bei Sars-CoV-2 ist dies bereits festgestellt worden. Vorerst beobachtet Dittmer dabei: Immer häufiger stehe die Störung der Geschmacks- und Geruchsfähigkeit als Symptom bei leichteren Covid-19-Verläufen an erster Stelle. Dittmer dazu: "Evolutionstechnisch würde es auch Sinn machen: Das Virus möchte nicht in den Tiefen der Atemwege festsitzen, sondern lieber weiter nach oben wandern, in die oberen Atemwege, weil es sich von dort aus besser verbreiten kann." Damit verbunden sei, dass das Virus weniger gefährlich sei.

+++ 07:23 Lauterbach: Genügend Impfdosen erst 2022 +++
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dämpft die Hoffnungen auf ein rasches Ende der Coronakrise. Wie er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte, werde es wohl erst 2022 ausreichend Impfdosen für die gesamte deutsche Bevölkerung geben - auch wenn er mit einem sicheren und gut getesteten Impfstoff schon Anfang 2021 rechnet. Selbst die USA, die sich bestimmte Kontingente von mehreren Impfstoffkandidaten gesichert hätten, gingen davon aus, dass sie bis Mitte 2021 erst jeden dritten Amerikaner impfen könnten. "Deutschland hat den Zugriff auf weniger Kandidaten und Kapazitäten. Wir schaffen bis Mitte 2021 vielleicht sogar nur, 20 Prozent der Bevölkerung zu impfen", sagte Lauterbach. Aber auch das setze voraus, dass "wir Glück haben und auf die richtigen Kandidaten gesetzt haben".

+++ 06:21 RKI meldet Infektionszahlen wie zuletzt Anfang Mai +++
Die Zahl der Neuinfektionen steigt weiter an: Wie das Robert-Koch-Institut mitteilt, wurden innerhalb des Dienstags 1510 neue Fälle durch die Gesundheitsämter gemeldet - mehr gab es zuletzt am 1. Mai. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen, danach waren die Werte deutlich gesunken. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland bei 1,06 (Vortag: 1,11). Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag bei 1,05 (Vortag: 1,04).

Hinweis: Die Zahlen des RKI weichen in der Regel leicht von jenen Falldaten ab, die ntv.de täglich meldet. Das ntv.de-Datenteam greift direkt auf die Meldezahlen aus den Bundesländern zu, wie sie von den Ministerien und Behörden vor Ort veröffentlicht werden. Das RKI hingegegen ist an die gesetzlich vorgeschrieben Meldewege gebunden, was zu einem zeitlichen Verzug führen kann. Zudem bilden die jeweiligen Tageswerte unterschiedliche Erfassungszeiträume ab: Die ntv-Auswertung sammelt die jeweils bis zum Abend veröffentlichten Länderangaben und errechnet daraus einen täglichen Stand der gemeldeten Fallzahlen, der in der Regel ab 20.00 Uhr veröffentlicht wird. Das Erfassungssystem des RKI dagegen berücksichtigt eingehende Meldungen bis Mitternacht, wobei der aktuelle Datenstand dann am nachfolgenden Morgen bekannt gegeben wird.

+++ 05:45 Paul-Ehrlich-Institut: erste Corona-Impfungen Anfang 2021 möglich +++
Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hält es für möglich, dass bereits Anfang 2021 erste Bevölkerungsgruppen gegen Corona geimpft werden können. Erste Impfstoffe könnten zu Jahresbeginn zugelassen sein. "Aufgrund der von den Herstellern gemachten Zusagen wird es zu diesem Zeitpunkt auch schon erste Dosen für Verbraucher in Deutschland geben, gemäß Priorisierung durch die Ständige Impfkommission", sagt Institutspräsident Klaus Cichutek den Zeitungen der "Funke Mediengruppe".

+++ 05:22 BDI kritisiert Corona-Test-Strategie der Bundesregierung scharf +++
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) äußert scharfe Kritik an der Corona-Test-Strategie von Bundes- und Landesregierungen und hat vor schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen gewarnt, wenn die Politik nicht schnell nachsteuere. "Damit in den kommenden Monaten wirtschaftliche Aktivität möglich bleibt, muss insgesamt viel großflächiger und einheitlicher getestet werden. Die Bundesregierung hinkt ihrem eigenen Anspruch, die Testkapazitäten auf 4,5 Millionen pro Woche zu steigern, momentan meilenweit hinterher", sagt Iris Plöger, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Zuletzt bestand nicht einmal ein Drittel der angestrebten Testkapazität. Dieser Mangel gefährdet die wirtschaftliche Gesundung", so Plöger weiter.

+++ 05:04 Karnevalsverband wehrt sich gegen mögliche Absage der Session +++
Der Präsident des Bundes Deutscher Karneval (BDK), Klaus-Ludwig Fess, reagiert skeptisch auf jetzt bekannt gewordene Äußerungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, wonach er sich wegen der Corona-Pandemie im kommenden Winter Karneval nicht vorstellen könne. "Es ist im August viel zu früh, Veranstaltungen abzusagen", sagt Fess dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Einer Pauschalabsage der Session können wir nicht zustimmen. Ich gehe davon aus, dass der Minister dazu noch ein klares Statement abgeben wird."

Fess warnt vor wirtschaftlichen Schäden sowohl auf dem Land als auch in den karnevalistischen Hochburgen. "Da hängt viel dran", sagt er. So verweist der BDK-Chef unter anderem auf die für das zweite März-Wochenende 2021 geplanten Deutschen Meisterschaften im karnevalistischen Tanzsport in der Lancess-Arena in Köln mit allein 40 Qualifikationsturnieren. Hier stünden bei einer Absage Kosten von 200.000 bis 300.000 Euro keinerlei Einnahmen gegenüber. Da gebe es Vorschusszahlungen für Mieten und andere Aufträge. Zudem müsse man "auch die soziale Komponente berücksichtigen".

+++ 04:44 Arbeitsminister Heil offen für Vier-Tage-Woche +++
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zeigt sich in der Coronavirus-Pandemie offen gegenüber dem jüngsten Vorschlag der IG Metall zur Einführung einer Vier-Tage-Woche. "Reduzierte Arbeitszeit bei teilweisem Lohnausgleich kann eine geeignete Maßnahme sein", sagt Heil den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Voraussetzung sei, dass "sich die Sozialpartner darauf verständigen". Die Tarifpartnerschaft sei "ein starkes Mittel, um solche Ideen gemeinsam zu entwickeln", so der SPD-Politiker.

+++ 04:10 Schulminister stemmt sich gegen Maskenpflicht im Unterricht +++
Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne schließt eine Maskenpflicht im Unterricht zum Schutz vor Corona zwar nicht gänzlich aus, lehnt sie aber nach derzeitigem Stand vehement ab. "Es gibt nach meiner festen Überzeugung sehr seriöse Argumente gegen die Maske im Klassenzimmer", sagt der SPD-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung". An ganz vielen Stellen sei man in der Schule darauf angewiesen, Mimik zu sehen. Im Deutsch- oder Fremdsprachenunterricht zum Beispiel sei es wichtig, das ganze Gesicht zu sehen. "Nonverbale Kommunikation ist sehr wichtig in der Schule. Wie das mit Maske sinnvoll gehen soll, weiß ich nicht", argumentiert der vierfache Vater und fügt hinzu: "Bei sommerlichen Temperaturen fünf, sechs oder mehr Stunden mit Maske in einem Klassenraum zu sitzen und sich dabei auf den Unterricht zu konzentrieren ist - um das mal vorsichtig auszudrücken - eine große Herausforderung." Er glaube, so Tonne, dass das Lernen mit Maske "schwierig bis unmöglich" sei. Unterricht mit Mund-Nasen-Schutz könne allenfalls eine "kurzfristige Notlösung" sein.

+++ 03:21 Mecklenburg-Vorpommern bereitet Öffnung für Tagesurlauber vor +++
Im Corona-Stab der Staatskanzlei in Mecklenburg-Vorpommern wird intensiv daran gearbeitet, wieder Tagesgäste ins Land zu lassen. "Wir sind dabei, für diesen Schritt alles vorzubereiten", bestätigt Staatskanzleichef Heiko Geue (SPD) in Schwerin der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Gastwirte und Hoteliers gehen demnach davon aus, dass nach der Hochsaison im Juli und August deutlich weniger Übernachtungsurlauber im Land sein werden und die Gästezahlen um ein Drittel sinken.

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+++ 02:33 Brasilien meldet über 47.000 Neuinfektionen +++
Das brasilianische Gesundheitsministerium meldet 47.784 neue Coronavirus-Infektionen und weitere 1352 Todesfälle in den vergangenen 24 Stunden. Brasilien registriert damit seit Beginn der Pandemie offiziellen Angaben zufolge 3.407.354 Fälle und 109.888 Todesopfer. Dies ist der weltweit schlimmste Ausbruch des Virus nach den USA.

+++ 01:42 Corona bringt Zeitplan europäischer Kulturhauptstädte durcheinander +++
Die Coronavirus-Pandemie bringt den Zeitplan für die europäischen Kulturhauptstädte der kommenden Jahre durcheinander. Die diesjährigen Titelträger Rijeka in Kroatien und Galway in Irland hätten ausnahmsweise die Möglichkeit, ihren Titel noch bis zum 30. April 2021 zu behalten, teilt die EU-Kommission mit. Beide Städte verdienten eine faire Chance, wieder auf die Beine zu kommen um ihre Widerstandsfähigkeit und Kreativität zu präsentieren, sagt EU-Kommissionsvize Margaritis Schinas.

+++ 00:50 Irland verschärft Corona-Auflagen +++
Die irische Regierung verschärft die Corona-Auflagen wegen gestiegener Infektionszahlen in einigen Regionen. Regierungschef Micheál Martin sagt, Irland habe durch seine anfänglichen Maßnahmen das Virus unter Kontrolle gebracht, die Lockerungen hätten die Infektionszahlen wieder steigen lassen. Künftig sollen sich noch sechs Menschen treffen können, bisher lag die Grenze bei 50 Menschen. Bei Hochzeiten sollen aber weiter bis zu 50 Menschen zusammenkommen können. Bei Sportveranstaltungen wurde die maximale Zuschauerzahl von 200 auf 15 gesenkt. Die neuen Regeln gelten mindestens bis 13. September.

Das irische Gesundheitsministerium meldete am Dienstag 190 Neuinfektionen, die Gesamtzahl der Infizierten stieg auf 27.499. 1775 Menschen starben an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung.

+++ 00:03 Estland erlaubt Corona-Test statt Selbstisolation +++
Estland wird in der Corona-Pandemie zum 1. September seine Einreisebestimmungen ändern. Einreisende aus Staaten mit einer Infektionsrate von mehr als 16 Fällen pro 100.000 Einwohner sollen dann bei Ankunft in dem baltischen EU-Land wählen können, ob sie sich 14 Tage in Quarantäne begeben oder einen Corona-Test durchführen lassen. Dies beschloss die Regierung in Tallinn. Bislang galt in Estland bei der Einreise aus Risikogebieten eine Quarantänepflicht, die nun von einem zweistufigen Testverfahren ergänzt werden soll. "Dies ist eine verlässige Alternative, die unvermeidliches Reisen ermöglicht und die öffentliche Gesundheit schützt", so Außenminister Urmas Reinsalu.

+++ 23:13 Brasilien erlaubt weiteren Test für Corona-Impfstoff +++
Die brasilianische Überwachungsbehörde für Gesundheit, Anvisa, lässt einen weiteren Test für einen Corona-Impfstoff zu. Die Anvisa erlaubt dem Unternehmen Janssen-Cilag, der Pharmasparte von Johnson & Johnson, Tests für eine Impfung gegen Covid-19 in Brasilien vorzunehmen, wie aus einer Erklärung der Behörde hervorgeht. Nach einem Bericht der brasilianischen Nachrichtenagentur Agência Brasil sollen in Brasilien 7000 Freiwillige an der Phase-III-Studie teilnehmen. Damit hat die Anvisa fast ein halbes Dutzend Tests dieser Art erlaubt, viele davon in der entscheidenden dritten Testphase, um die Wirksamkeit von Corona-Wirkstoffen zu überprüfen. Dazu gehören die des britischen Pharma-Unternehmens AstraZeneca, entwickelt von Forschern der Universität Oxford; des chinesischen Pharmakonzerns Sinovac sowie des Mainzer Biopharma-Unternehmens Biontech und des US-Konzerns Pfizer.

+++ 22:31 Innenminister beauftragt Polizei: Regeln gezielt überwachen +++
Der saarländische Innenminister Klaus Bouillon hat die Polizei beauftragt, Corona-Bestimmungen vor allem in Restaurants und Gaststätten gezielt zu überwachsen. "Leider ist bei einigen Personen ein Rückgang der Akzeptanz festzustellen. Aber die Vorgaben sind erforderlich, um Menschenleben zu schützen", sagte der CDU-Politiker. Er wolle verhindern, dass Gaststätten erneut schließen müssten. Daher appelliere er an die Vernunft der Bürger sowie an die Betreiber. Die Polizei soll gemeinsam mit den Ordnungsbehörden der Kommunen die Corona-Regeln überwachen.

+++ 22:07 Zahlen auf Rekordhoch: Libanon legt öffentliches Leben still +++
Nach dem bisher stärksten Anstieg an Corona-Fällen hat der Libanon erneut strikte Ausgangsbeschränkungen beschlossen. Das libanesische Innenministerium teilte mit, dass das öffentliche Leben von Freitagmorgen für zwei Wochen weitestgehend stillgelegt wird, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Bis zum 7. September soll zusätzlich zur Lahmlegung des öffentlichen Lebens auch eine Ausgangssperre von 18 bis 6 Uhr gelten. Neben den Folgen der verheerenden Explosion im Hafen der Hauptstadt Beirut, bei der mindestens 178 Menschen starben und mehr als 6000 verletzt wurden, kämpft das Land auch mit einer zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus: Am Montag verzeichnete das Land mit 456 neuen Corona-Nachweisen an einem einzigen Tag ein Rekordhoch.

Die wichtigsten Entwicklungen des Vortages zur aktuellen Lage rund um die weltweite Coronavirus-Pandemie können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, jpe/jog/bad/rts/dpa/AFP