Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 23:58 Wegen Delta-Variante: Großbritannien will Impfprogramm beschleunigen +++

Großbritannien will wegen der Corona-Mutante Delta sein Impfprogramm beschleunigen. Menschen über 40 Jahre sollen ihre zweite Impfung innerhalb von acht Wochen nach der ersten Dosis erhalten, berichtet der "Telegraph". Der übliche Abstand zwischen erster und zweiter Impfung beträgt beim Vakzin von Astrazeneca zwölf Wochen. Personen, die älter sind als 25 Jahre, sollen bereits ab kommender Woche ein Impfangebot erhalten. Großbritannien hatte zuletzt mehr als 6000 Neuinfektionen pro Tag gemeldet. Die Virus-Mutante Delta, die zuerst in Indien auftrat, ist in Großbritannien mittlerweile dominant.

 

+++ 23:18 Corona-Ampel in Mexico-Stadt springt auf "grün" +++
In der Megacity Mexiko-Stadt soll langsam die Normalität zurückkehren. Ab der kommenden Woche schaltet die "epidemiologische Ampel" auf grün. Damit wird etwa Restaurants, Kinos und Theatern eine Auslastung von 50 Prozent ihrer Kapazität erlaubt. Auch beginnt am Montag der Präsenzunterricht nach rund 15 Monaten wieder - einen Monat vor Ende des Schuljahres. Knapp 14 Prozent der Bewohner von Mexiko-Stadt sind bisher vollständig gegen das Coronavirus geimpft - im ganzen Land sind es gut zehn Prozent. Auch der an den Stadtstaat grenzende Bundesstaat Mexiko - der bevölkerungsreichste des Landes - soll ab kommender Woche auf grün stehen.

+++ 22:22 Weitere Lockerungen in Belgien +++
Die belgische Regierung kündigt für kommende Woche weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen an. Einen Monat nach der Öffnung ihrer Außenbereiche dürfen Cafés und Restaurants ihre Kunden ab kommenden Mittwoch auch wieder in geschlossenen Räumen bedienen, gleichzeitig dürfen sie wieder bis 23.30 Uhr öffnen, wie Regierungschef Alexander De Croo nach Regierungsberatungen bekanntgibt. Ab dem 9. Juni dürfen Kinos, Sporthallen und Saunas wieder öffnen, wenn sie sich an bestimmte Belüftungsregeln halten, gleichzeitig wird die Besucherzahl bei Shows oder Sportveranstaltungen - ebenfalls unter Corona-Auflagen - deutlich erhöht. Die Menschen dürfen wieder zu Hause bis zu vier Gäste empfangen. Ab kommenden Mittwoch ist zudem wieder ein Bürotag pro Woche erlaubt. Reiserückkehrer aus roten Zonen müssen laut De Croo künftig nicht mehr in Quarantäne, wenn sie vollständig geimpft sind, einen weniger als 72 Stunden alten PCR-Test vorweisen können oder ein Attest, dass sie von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind. Allerdings gilt bei der Rückkehr aus Ländern mit starker Verbreitung neuer Corona-Varianten weiterhin eine zehntägige Quarantäne.

+++ 22:00 EM-Fans in Rom müssen negativen Test vorlegen +++
Die 16.000 zugelassenen Fans bei den vier EM-Spielen in Rom müssen einen negativen Test vorlegen, um Zugang zum Olympiastadion zu erhalten. Das gibt der italienische Fußball-Verband bekannt. Der Test darf nicht älter als 48 Stunden sein. In Rom findet am 11. Juni das EM-Eröffnungsspiel zwischen Italien und der Türkei statt. Zugelassen werden auch Fans, die mindestens eine Impfdosis erhalten haben, allerdings müssen sie in Italien immunisiert worden sein. Geimpfte oder vom Coronavirus genesene ausländische Fans ohne negativen Tests werden nicht zugelassen. Italien spielt in Rom gegen die Türkei (11. Juni), die Schweiz (16. Juni) und Wales (20. Juni). Zudem findet in der Hauptstadt am 3. Juli ein Viertelfinale statt.

+++ 21:27 Mexiko will Impfungen in US-Grenzgebiet vorantreiben +++
Mexiko will gespendeten Impfstoff aus den USA an der gemeinsamen Grenze einsetzen, um diese möglichst bald wieder öffnen zu können. Die USA haben angekündigt, 25 Millionen Impfdosen an andere Länder zu spenden - der südliche Nachbar soll davon gut eine Million Dosen des Vakzins von Johnson & Johnson bekommen. Damit will Mexiko zunächst ein Drittel der Menschen im Alter zwischen 18 und 40 Jahren impfen, die in den Gemeinden an der US-Grenze leben, wie Außenminister Marcelo Ebrard mitteilt. Insgesamt leben im Grenzgebiet auf mexikanischer Seite rund 7,75 Millionen Menschen. Bis Ende Juni will Mexiko dort nach Ebrards Angaben in etwa auf denselben Anteil an Geimpften kommen wie in den USA, damit der Grenzverkehr wieder aufgenommen werden könne. Die rund 3200 Kilometer lange Grenze zwischen den Nachbarn ist für den nicht-essenziellen Landverkehr seit dem 21. März 2020 wegen der Corona-Pandemie geschlossen.

+++ 20:51 Spanien hebt PCR-Testpflicht bei Einreise auf +++
Ab Montag können Reisende auch ohne den bisher obligatorischen PCR-Test nach Spanien einreisen. Ein Antigentest, ein Nachweis einer vollständigen Impfung oder einer Genesung von einer Corona-Erkrankung reiche dann aus, teilt das spanische Gesundheitsministerium mit. Das erleichtert auch Reisen zu der bei Deutschen beliebten Urlauberinsel Mallorca, da jetzt bei Hin- und Rückflug ein negativer Antigentest ausreicht. Dieser ist schneller und deutlich günstiger. "Spanien ist ein sicheres Reiseziel und wir haben alle Voraussetzungen, um unsere führende Stellung im internationalen Tourismus bald wiederzuerlangen", betont Gesundheitsministerin Carolina Darias in einer Pressemitteilung. Die Ministerin begründet die Lockerung mit der "erfolgreichen" Impfkampagne.

+++ 20:18 Aktuelle Datenlage in Deutschland: 2809 neue Fälle gemeldet +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 3.696.523 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 2809 neue Fälle hinzu. In der Vorwoche waren es 6669 neue Infektionen. Wie schon gestern ist der Vergleich mit dem Freitag der Vorwoche aufgrund des gestrigen Feiertags - komplett in sechs - teilweise in zwei Bundesländern - allerdings wenig sinnvoll. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 111 auf 89.070. Am vergangenen Freitag waren es 211. Als aktuell infiziert gelten rund 79.300 Personen.

+++ 19:40 Serbien startet Produktion von Sputnik-Vakzin +++
Serbien beginnt mit der Produktion des russischen Impfstoffs Sputnik V gegen das Coronavirus. Der in Serbien für Innovation und Technologie zuständige Minister Nenad Popovic und Russlands Vizepremier Juri Borissow feierte in Belgrad den Produktionsstart im Torlak-Institut für Virologie, berichtet das serbische Nachrichtenportal "danas.rs". Binnen sechs Monaten sollen dort in russischer Lizenz vier Millionen Impfdosen hergestellt werden. Nach dem Willen der serbischen Regierung solle damit auch anderen Ländern in der Region geholfen werden. Serbien ist damit nach Belarus das zweite europäische Land außerhalb Russlands, das Sputnik-Impfstoff herstellt.

+++ 19:13 USA schicken eine Million Impfdosen nach Südkorea +++
Die USA bringen eine große Corona-Impfstoff-Spende für das südkoreanische Militär auf den Weg. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price, schreibt auf Twitter, eine Million Dosen des Präparats von Johnson & Johnson seien unterwegs nach Südkorea. Damit werde die Sicherheit und Einsatzbereitschaft von südkoreanischen und amerikanischen Truppen sichergestellt. Der Impfstoff von Johnson & Johnson entfaltet seine volle Wirkung bereits nach einer Dosis. US-Präsident Joe Biden hatte Ende Mai bei einem Besuch seines südkoreanischen Kollegen Moon Jae In in Washington in Aussicht gestellt, der Regierung in Seoul Impfstoff für das dortige Militär zur Verfügung zu stellen. Dabei gehe es um rund 550.000 Soldaten.

+++ 18:44 Nach fetten Manager-Boni - Reiseanbieter Booking zahlt Corona-Hilfen zurück +++
Nach scharfer Kritik an der Entlohnung seiner Chefs zahlt der US-Reiseanbieter Booking 110 Millionen Dollar staatliche Corona-Beihilfen zurück. Allein 78 Millionen Dollar davon gingen zurück an die Niederlande, den Sitz der größten Booking-Tochter, teilt der Konzern mit. Politiker in Den Haag hatten kritisiert, dass Booking-Chef Glenn Fogel 2020 mit 7,1 Millionen Dollar und Finanzchef David Goulden mit 24 Millionen Dollar entlohnt wurden. Booking erklärte zwar, diese vor allem über Aktienoptionen gewährten Zahlungen seien in der Branche üblich und weitgehend an die künftige Geschäftsentwicklung gekoppelt. Man habe aber die Stimmen aus den Niederlanden gehört und ernst genommen, sagte eine Sprecherin. Booking sei der Regierung für die Unterstützung dankbar, die bei der Sicherung von Arbeitsplätzen helfe, und freue sich auf die weitere Zusammenarbeit. Booking hatte im vergangenen Jahr einen operativen Verlust von 12,5 Milliarden Dollar hinnehmen müssen, nach 6,6 Milliarden Dollar Gewinn im Jahr zuvor.

+++ 18:20 Betrugsverdacht in Schnelltestzentren: Zwei Festnahmen in Bochum +++
Im Fall um mutmaßlichen Betrug in Schnelltestzentren hat es in Bochum zwei Festnahmen gegeben. Das bestätigt die Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur. Laut "Bild"-Zeitung soll die Firma Medican deutlich mehr Tests in Rechnung gestellt haben, als letztendlich durchgeführt wurden. Medican habe insgesamt an die 100 Testzentren betrieben.

+++ 18:18 Hancock: Schutz Großbritanniens wichtiger als internationale Hilfen +++
Gesundheitsminister Matt Hancock macht sich dafür stark, dass zuerst britische Kinder geimpft werden und der Impfstoff erst danach an Länder mit Mangel an Vakzinen weitergegeben wird. "Meine erste Pflicht als Gesundheitsminister des Vereinigten Königreichs ist es, dafür zu sorgen, dass das Vereinigte Königreich geschützt und sicher ist", sagt Hancock.

+++ 17:55 Maduro attackiert "erbärmliche" USA wegen Impfstoffverteilung +++
Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro attackiert die USA dafür, dass sie keinen Impfstoff an Venezuela spenden. "Sie haben einen Hass auf uns, niedere, miserable Gefühle", sagt der autoritär regierende Maduro in einem veröffentlichten Video. An den US-Botschafter für Caracas gerichtet fügte er hinzu: "James Story, ihr seid erbärmlich, ihr hasst und verachtet Venezuela, weil wir Rebellen sind." Die USA wollen etwa sechs Millionen Dosen über das Programm Covax an Lateinamerika und die Karibik geben, an Venezuela aber nicht. Story schrieb, es sei das Ziel, den Menschen in Venezuela zu helfen. "Aber es muss ein transparentes System für die Impfung geben." Opposition und Gesundheitsorganisationen kritisieren, dass die autoritäre Regierung die Impfungen nutze, um die Bevölkerung bei der Stange zu halten. Nach offiziellen Angaben haben sich in Krisenstaat rund 238.000 Menschen mit Corona infiziert, 2689 Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Die tatsächlichen Zahlen dürften nicht zuletzt wegen fehlender Tests höher liegen.

+++ 17:28 Dänemark hebt Quarantänepflicht für Reisende aus Deutschland auf +++
Reisende aus Deutschland müssen in Dänemark von Samstagnachmittag an nicht mehr in Quarantäne. Dies gilt auch für Dänen, die von einer Deutschlandreise zurückkehren. "Deutschland öffnet sich wieder für uns", sagt Außenminister Jeppe Kofod. Ein negativer Corona-Test wird aber weiter verlangt. Die neue Regel tritt am Samstag um 16.00 Uhr in Kraft. Zuletzt mussten deutsche Dänemark-Urlauber entweder geimpft sein oder nach der Einreise in Quarantäne gehen. Auch von Reisen nach Italien, Österreich, Ruanda und der Slowakei sowie einigen Regionen in Griechenland, Kroatien und der Schweiz rät das dänische Außenministerium nicht mehr ab. Wie in Deutschland sind die Infektionszahlen auch hier zuletzt gesunken.

+++ 17:12 Kassenärzte: Ende der Priorisierung erhöht Impftempo nicht +++
Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) warnt vor zu hohen Erwartungen an schnellere Corona-Impfungen nach Aufhebung der Priorisierung. Von Montag an darf sich in Deutschland jeder ab 16 Jahre um einen Termin in einer Arztpraxis bemühen. "Die Aufhebung der Impfpriorisierung ist an sich sinnvoll", sagt die KVSH-Vorsitzende Monika Schliffke. "Es gibt aber weiterhin nicht genügend Impfstoff, um den Bedarf an Impfterminen in den Praxen zu decken." Angesichts dieses Mangels könne eine erhöhte Nachfrage ab Montag die aktuellen Schwierigkeiten noch verschärfen. Impfwillige sollten deshalb nicht unbedingt sofort am Montag in den Praxen anrufen. Schliffke weist zudem darauf hin, dass auch nach dem Wegfall der Priorisierung der Impfstoff nicht frei gewählt werden könne. "Da den Praxen zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Mengen zur Verfügung stehen, kann keine Praxis vorhersagen, was im Impfangebot ist." Wer sich also zu einer Impfung anmelde, müsse beim Impfstoff offen sein.

+++ 16:42 Doppelmaske in England - Spahn geht auf Nummer sicher +++
In Deutschland trägt man FFP2, Großbritannien ist weiterhin Land der Stoffmasken: Bei seinem Besuch in Oxford hat Gesundheitsminister Jens Spahn daher beide Konventionen vereint und kurzerhand beide Modelle übereinander getragen. Auf der schwarzen Stoffmaske, die auch Spahns Amtskollegen trugen, war das G7-Logo aufgedruckt, wie auf Twitter-Fotos der Deutschen Botschaft in London zu sehen ist. Darunter zeichneten sich bei Spahn die typisch kantige Form und die weißen Ränder der FFP2-Maske ab. Die Bundesregierung hat Großbritannien wegen der starken Ausbreitung der zunächst in Indien entdeckten Delta-Variante als Virusvariantengebiet eingestuft.

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Spahn begrüßt den britischen Gesundheitsminister Hancock - mit Doppelmaske.

(Foto: REUTERS)

+++ 16:15 Ende der Ausgangssperre startet mit Ballermann-Trinkgelage +++
Urlauber und Einheimische auf Mallorca feiern in der Nacht zum Freitag das von der Justiz angeordnete vorzeitige Ende der nächtlichen Ausgangssperre feuchtfröhlich. Wie auf Aufnahmen des TV-Senders IB3 zu sehen ist, kam es an der Playa de Palma zu Trinkgelagen und größeren Menschenansammlungen. Hunderte Menschen versammelten sich am Balneario 6, dem berüchtigten Ballermann, aber auch in der britischen Urlauberhochburg Magaluf zu großen Partys mit viel Alkohol. Wie die Fernsehbilder zeigen, wurden weder Mindestabstand noch die weiterhin geltende Maskenpflicht groß eingehalten. Die Polizei traf kurz nach Mitternacht ein, schritt aber kaum ein.

+++ 15:54 Russland bietet Ausländern Impfungen gegen Gebühr an +++
Ausländer sollen sich künftig in Russland gegen eine Gebühr gegen Corona impfen lassen können. Das teilt Präsident Wladimir Putin während einer Wirtschaftskonferenz in St. Petersburg mit. Er habe die Behörden bereits angewiesen, mit den entsprechenden Vorbereitungen zu beginnen.

+++ 15:25 Corona-Ausbruch in NRW-Gefängnis - 37 Häftlinge infiziert +++
Im Gefängnis in Werl gibt es einen Corona-Ausbruch. 37 der mehr als 1000 Häftlinge seien betroffen, sagt ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Justizministeriums. Nach Angaben von Anstaltssprecherin Verona Voigt rechnet die Gefängnisleitung mit weiteren Fällen. Die Betroffenen Insassen wurden in eine Quarantänestation auf dem Gelände verlegt. Die Kapazitätsgrenzen seien aber noch längst nicht erreicht. Im Haus 2 könnten mehrere Ebenen für die Quarantäne genutzt werden, erklärte Voigt. Nach Angaben des Justizministeriums sind die Gefängnisse im Land bislang nur in geringem Maße betroffen. Zuletzt hatte es Ende Mai 17 positiv getestete Häftlinge in der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Münster gegeben.

+++ 15:16 Schweiz stellt ab Montag Corona-Zertifikate aus +++
Die Schweiz führt ab Montag schrittweise Corona-Zertifikate ein. Bis spätestens Ende Juni sollen die Nachweise einer Impfung, einer Genesung oder eines negativen Testergebnisses allen Schweizern zur Verfügung stehen, wie die Regierung mitteilt. Die Zertifikate würden sowohl in Papier, als auch in elektronischer Form ausgestellt. Sie sollen mit dem von der EU vorgesehenen System "EU Digital COVID Certificate" kompatibel sein, so dass eine gegenseitige Anerkennung möglich sei.

+++ 14:51 Italien und Tschechien ab Sonntag keine Risikogebiete mehr +++
Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen streicht die Bundesregierung am Sonntag Italien und Tschechien sowie Teile Österreichs, der Schweiz, Kroatiens und Frankreichs von der Liste der Risikogebiete. Das teilt das Robert-Koch-Institut mit. Wer aus diesen Gebieten auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keinerlei Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten.

+++ 14:36 Regierung bereitet großangelegte Vernichtung unbrauchbarer Masken vor +++
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bereitet einem Bericht des "Spiegel" zufolge die Vernichtung einer großen Zahl unbrauchbarer Masken vor. Das Material im Wert von schätzungsweise einer Milliarde Euro solle in der Nationalen Gesundheitsreserve gelagert werden; mit Eintritt des Verfallsdatums sollten die Masken dann vernichtet werden, berichtet das Magazin. Es beruft sich auf interne Papiere des Arbeits- und des Gesundheitsministeriums. Die Masken seien im Frühjahr 2020 vom Gesundheitsministerium zumeist aus China beschafft worden, schreibt der "Spiegel". Auch nach den damals geltenden Sonderregeln der EU seien sie aber nicht frei verkehrsfähig gewesen und hätten daher vor ihrem Einsatz im Labor überprüft werden müssen.

+++ 14:24 Großbritannien lässt den Impfstoff von Biontech/Pfizer nun auch ab zwölf Jahren zu +++
Nach sorgfältiger Prüfung von Daten klinischer Studien sei man zu dem Schluss gekommen, dass der Impfstoff bei 12- bis 15-Jährigen sicher sei und wirke, teilt die britische Arzneimittelaufsicht mit. "Der Nutzen überwiegt jedwede Risiken." Ob diese Altersgruppe nun in die Impfkampagne aufgenommen werde, müsse die Impfkommission entscheiden.

+++ 14:04 Britische Behörde: B.1.617.2 führt wohl zu schwereren Covid-Verläufen +++
Die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante (B.1.617.2) könnte laut vorläufigen Erkenntnissen der englischen Gesundheitsbehörde häufiger zu schwereren Covid-19-Erkrankungen führen. "Erste Erkenntnisse aus England und Schottland legen nahe, dass es ein erhöhtes Risiko für Krankenhauseinlieferungen geben könnte als bei der Alpha-Variante", heißt es in einer aktuellen Risikoeinschätzung von Public Health England. Als Alpha-Variante wird die zunächst in Großbritannien entdeckte Variante B.1.1.7 bezeichnet. Einige Regionen zeigten einen Anstieg von Krankenhauseinlieferungen, allerdings ließe sich der nationale Trend noch nicht abschätzen, so die Behörde.

+++ 13:50 Zahl der Covid-Intensivpatienten sinkt unter die 2000er-Marke +++
Die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten in Deutschland ist erstmals seit Ende Oktober 2020 wieder unter die Schwelle von 2000 gesunken. In deutschen Kliniken werden derzeit 1970 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, wie aus dem aktuellen DIVI-Intensivregister hervorgeht. Im Vergleich zum Vortag ist das ein Rückgang um 66 Patienten. Demnach müssen 1295 Patienten invasiv beatmet werden, das sind 30 weniger als am Vortag. Insgesamt sind den Angaben zufolge noch 4572 Intensivbetten in den deutschen Kliniken frei.

+++ 13:33 Zehntausende Astrazeneca-Dosen könnten im Müll landen +++
Weil Ende Juni das Verfallsdatum Tausender Dosen des Impfstoffs von Astrazeneca abläuft, schlagen Ärzte in Schleswig-Holstein jetzt Alarm. Etwa 60.000 Dosen drohen nach einem Bericht der "Kieler Nachrichten" auf dem Müll zu landen, sollten sie nicht rechtzeitig vor dem Ablaufdatum verimpft werden. CDU-Gesundheitsexperte Erwin Rüddel appelliert deshalb an alle Bürger, die auf Wartelisten für andere Impfstoffe stehen, ihre Entscheidung gegen Astrazeneca zu überdenken. Die Dosen an das nördliche Bundesland waren eine Leihgabe aus Dänemark gewesen, wo Astrazeneca wegen seltener Blutgerinnsel nicht mehr verimpft wird. Demnächst sollen sogar noch weitere 58.000 Dosen von dem Nachbarn geliefert werden, die ebenfalls Ende Juni verfallen würden - dieses Mal als Geschenk.

+++ 13:11 Bayern hebt Katastrophenfall auf und lockert weiter +++
In Bayern wird der Katastrophenfall ab Montag aufgehoben. Das kündigt Ministerpräsident Markus Söder nach einer Sitzung des Ministerrats an. Corona sei nicht vorbei, aber die Lage habe sich deutlich verändert. Das Motto sei, mehr Normalität, aber immer noch mit Vorsicht. Dazu lockert das Land die Corona-Restriktionen spürbar. So dürfen sich künftig wieder mehr Menschen treffen und bei privaten Veranstaltungen wie Hochzeiten seien deutlich mehr Gäste erlaubt, sagt Söder. Bei Sport- oder Kulturveranstaltungen dürften im Freien bis zu 500 Menschen teilnehmen. "Es ist an der Zeit, bei den sinkenden Inzidenzen und steigenden Impfungen mehr Möglichkeiten zu schaffen."

+++ 12:55 Kurz vor Impfstart - Slowaken wollen Sputnik V nicht +++
An dem russischen Corona-Vakzin Sputnik V zeichnet sich in der Slowakei kurz vor dem Impfstart am Montag ein geringes Interesse ab. In den ersten drei Tagen seit Beginn der Registrierung hätten sich nur knapp 5300 Menschen für einen Sputnik-V-Impftermin angemeldet, berichtet die Zeitung "Dennik N" unter Berufung auf Behördenzahlen. Der EU-Mitgliedstaat will den Vektorimpfstoff trotz fehlender Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA einsetzen. Der frühere Regierungschef und jetzige Finanzminister Igor Matovic hatte 200.000 Dosen des Wirkstoffs aus Russland gekauft, deren Haltbarkeit allerdings schon im Sommer ausläuft.

+++ 12:36 Charité-Infektiologe Sander gegen Impf-Vorrang von Kindern +++
In der Debatte um die Impfung von Kindern spricht sich der Charité-Infektiologe Leif Erik Sander gegen Schnellschüsse aus. "Das Verhältnis zwischen dem Nutzen, den die Kinder durch eine Impfung haben, und dem möglichen Risiko, wenn sie nicht geimpft sind, ist einfach ein ganz anderes als bei älteren Erwachsenen", sagt Sander im ntv-Interview. Er plädiert deshalb dafür, auch nach dem Ende der Impfpriorisierung bevorzugt ältere Erwachsene zu impfen. "Ein Studie, die wir auch in der Charité durchgeführt haben, zeigt, dass die Antikörper-Antworten bei älteren Menschen etwas schlechter oder später anspringen und vielleicht ein ganz kleines bisschen niedriger sind". Das bedeute zwar nicht, dass Ältere nicht geschützt seien, "dennoch sollten sie eine Priorität haben", so Sander. Kinder könnten danach "zur Sicheheit" - und wenn ausreichend Daten vorlägen - ebenfalls geimpft werden.

+++ 12:12 Meerbusch plant große Drive-in-Impfaktion +++
Mehrere Ärzte wollen in Meerbusch bei Düsseldorf an diesem Samstag bis zu 3000 Impfwillige im Vorbeifahren impfen. Dazu richten sie einen Drive-in-Parcours in einem Gewerbegebiet ein. Weil der Impfstoff von Johnson&Johnson gespritzt wird, ist eine zweite Impfrunde im Parcours nicht notwendig. Geimpft werden nur Impfwillige aus dem Einzugsbereich der Praxen in Meerbusch mit vorheriger Online-Terminanmeldung. Bürgermeister, Polizei und Stadtverwaltung unterstützen die Aktion. Nach dem Piks steht ein Parkplatz als Ruhezone bereit, um etwaige allergische Reaktionen oder Kreislaufprobleme abwarten zu können. 120 freiwillige Helfer und 20 Arzthelferinnen, Krankenschwestern und Ärzte machen mit.

+++ 11:50 Tests in Dresdner Quarantäne-Wohnheim angelaufen +++
Nach dem Tod eines an Covid-19 erkrankten Indien-Rückkehrers in Dresden werden sämtliche Bewohner des Hochhauses getestet. Polizei und Feuerwehr unterstützen das Gesundheitsamt dabei. Das Studentenwohnheim nahe der Innenstadt steht seit gestern Abend unter Quarantäne. Das Gesundheitsamt hat verpflichtende Corona-Tests für alle Bewohner angeordnet, um mögliche Infektionsketten zu durchbrechen. Die Bewohner dürfen das Haus bis einschließlich 8. Juni nicht verlassen. Seit dem Vormittag nimmt das Amt etagenweise PCR-Tests vor. Parallel werden die Daten der Bewohner erfasst. Die Tests werden noch bis zum frühen Nachmittag dauern. Die Polizei kontrolliert Ein- und Ausgänge.

+++ 11:20 Feiertagsdämpfer für Impfkampagne - Jeder Fünfte voll geimpft +++
Das deutsche Impftempo verliert in dieser Woche feiertagsbedingt noch einmal an Fahrt. Dem aktuellen Impfquotenmonitoring des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge wurden am Donnerstag - in einigen Bundesländern ein Feiertag - bundesweit 614.111 Impfungen durchgeführt. Die Zahl der verabreichten Covid-19-Impfdosen in Deutschland steigt damit auf mehr als 53,4 Millionen. Somit haben inzwischen mehr als 37,4 Millionen Menschen eine Impfserie begonnen, das entspricht einer Quote von 45 Prozent. Die Quote nach Komplettimpfungen liegt bei knapp 20,1 Prozent, damit sind also 16,7 Millionen Menschen in Deutschland vollständig geimpft.

+++ 10:55 Erdogan prahlt in Interview mit dritter Impfung +++
In der Türkei sorgt ein TV-Interview mit Staatschef Recep Tayyip Erdogan für Furore, in dem er damit prahlt, bereits die dritte Corona-Impfung erhalten zu haben. Nach den Impfungen habe er prüfen lassen, "ob meine Antikörper gestiegen sind oder nicht - ich habe 2160", erzählte er laut einem Bericht des "Tagesspiegels". Warum Erdogan drei Impfdosen erhielt, erklärte er nicht. Möglicherweise erhielt er zunächst den chinesischen Impfstoff Sinovac, dessen Impfwirkung nicht ganz so stark ist wie bei einem mRNA-Vakzin und ließ deshalb den Impfschutz noch einmal durch Biontech erhöhen. Die Opposition wirft Erdogan vor, Biontech-Dosen unter der Hand vor allem an regierungstreue Bürger zu vergeben. Von den rund 80 Millionen Türken sind bisher etwa 30 Millionen erstgeimpft, 13 Millionen vollständig.

+++ 10:33 Kultusminister-Chefin: "Geimpfte Kinder machen Schulen sicherer" +++
Für die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Bildungsministerin Brandenburgs, Britta Ernst, sind Kinderimpfungen ein wichtiger Schritt für sichereres Unterrichten. "Geimpfte Kinder machen die Schulen natürlich auch sicherer", sagt Ernst im "ntv Frühstart". Zwar gibt es keine allgemeine Impfempfehlung der STIKO, "aber wir haben die Empfehlung der Kinder- und Jugendärzte, und das müssen die Eltern dann mit den Ärzten ihres Vertrauens beraten. Je jünger die Kinder, umso zurückhaltender die Empfehlungen." Die Öffnung der Schulen will Ernst aber nicht an der Impfquote der Schüler festmachen. "Für uns ist es wichtig, die Schulen in voller Präsenz öffnen zu können - unabhängig davon, ob die Kinder geimpft sind."

+++ 10:11 Erster Kreis fast Corona-frei - Infektionslage in Emden entspannt sich +++
Die Stadt Emden in Ostfriesland kann bei der Zahl der Neuinfektionen aufatmen. Nachdem der 50.000-Einwohner-Ort wegen mehrerer Cluster am Donnerstag die bundsweit höchste Sieben-Tage-Inzidenz (128,2) verzeichnet hatte, fiel der Wert nun wieder auf 92,2, also unter die kritische Marke von 100. Damit hat Emden nun die bundesweit zweithöchste Inzidenz nach dem Landkreis Hildburghausen in Thüringen (115,5). Die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz haben der Kreis Vorpommern-Rügen (1,3) in Mecklenburg-Vorpommern sowie die Stadt Goslar in Niedersachsen (4,4).

+++ 09:42 Bericht: Bund hält 1,2 Millionen Biontech-Dosen zurück +++
Der Bund hat einem Medienbericht zufolge 1,2 Millionen Biontech-Impfdosen bisher nicht an die Impfzentren und die Hausarztpraxen ausgeliefert. Wie der "Spiegel" unter Berufung auf eine Aufstellung des Gesundheitsministeriums berichtet, lieferte Biontech für die laufende Woche zwar rund 5,13 Millionen Dosen an Deutschland. Weitergegeben werden sollen vom Ministerium aber nur 3,92 Millionen Dosen. Eigentlich sollten allein die Hausärzte in dieser Woche 3,3 Millionen Impfdosen erhalten. Nun seien es laut Bericht aber nur 2,2 Millionen. Auch bei den Impfzentren werde gekürzt - konkret um etwa 75.000 Dosen. Das Ministerium erklärte zu den Hintergründen, es sei dessen Aufgabe, die Mengen so zu steuern, dass die Zweitimpfungen sichergestellt sind. In den kommenden drei Wochen stünden "überproportional viele Zweitimpfungen" an.

+++ 09:20 STIKO: Argumente für Impfempfehlung bei Kindern reichen nicht +++
Die Ständige Impfkommission (STIKO) wird voraussichtlich keine generelle Empfehlung für die Impfung von Kindern aussprechen. Eltern, die unbedingt wollten, dass ihre Kinder geimpft werden, könnten das erreichen, sagt STIKO-Chef Thomas Mertens im ZDF. Für eine generelle Empfehlung, alle gesunden Kinder zu impfen, lieferten die untersuchten Daten allerdings nicht die nötigen Argumente. Eine offizielle Entscheidung stellt Mertens in ein bis zwei Tagen in Aussicht. Die STIKO hatte schon nach der EU-Zulassung eines Impfstoffs für Kinder und Jugendliche vor rund einer Woche erklärt, allenfalls bei Vorerkrankungen die Impfung zu empfehlen.

+++ 08:57 Bericht: Schnelltests kosteten Bund seit Januar halbe Milliarde Euro +++
Von Jahresbeginn bis Mitte Mai sind in Deutschland einem Bericht zufolge mehrere Hundert Millionen Euro in Zusammenhang mit Corona-Schnelltests abgerechnet worden. Rund 225 Millionen Euro entfielen auf Antigen-Schnelltests, weitere rund 338 Millionen Euro auf das Nehmen von Nasen- oder Rachenabstrichen, die für Schnell- und PCR-Tests nötig sind, wie die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland berichten. Sie berufen sich auf Antworten des Gesundheitsministeriums auf Fragen der SPD-Fraktion. In dem Schreiben wird demnach betont, dass die Zahlen keine Differenzierung nach sogenannten Bürgertests und anderen Testungen zulassen.

+++ 08:40 Aiwanger drängt auf weitere Öffnungen in Bayern +++
In Bayern kommt heute der Ministerrat zusammen, um über weitere Lockerungen der geltenden Maßnahmen zu beraten. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger erhöht vor der Sitzung den Druck auf Landeschef Söder, weitere Bereiche zu öffnen. "Es geht ja von der Kultur über das Thema Schule, von Märkten bis Freizeitparks, von Innen-Gastro bis Wellness", so Aiwanger im Bayerischen Rundfunk. Das seien "Dinge, [...] wo viel Geld verloren geht, wo auch das Verständnis der Menschen nicht mehr da ist und wo die Notwendigkeit nicht mehr da ist, diese Schließungen durchzuexerzieren." Am Mittag will sich das Kabinett mit Ergebnissen an die Bayern wenden.

+++ 08:09 Inzidenz in zwei Bundesländern fällt unter 15 +++
Zwei Ost-Bundesländer haben es unter die Marke von 15 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner geschafft: Brandenburg (14,7) und Mecklenburg-Vorpommern (11,7). In Schleswig-Holstein, das bei den Corona-Zahlen lange die niedrigsten Werte verzeichnete, steht mit einem Inzidenzwert von 15,8 noch leicht über dieser Schwelle. Baden-Württemberg hält hingegen weiter die rote Laterne und weist mit 37,0 den höchsten Inzidenzwert unter den Bundesländern auf. Danach folgen Hessen und das Saarland.

+++ 07:40 Zahl der Neuinfektionen in Indien sinkt auf April-Niveau +++
Das zuletzt besonders schwer von der Pandemie getroffene Indien meldet heute 132.364 neue Fälle, die Zahl der Toten stieg um 2713, wie das Gesundheitsministerium meldet. Damit steigt die Zahl der bestätigten Infektionen seit Pandemiebeginn auf 28,6 Millionen. Mehr als 340.700 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Anfang Mai hatte das Land bis zu 400.000 Neuinfektionen pro Tag verzeichnet. Inzwischen geht der Trend deutlich nach unten.

+++ 07:14 Impfung erschlichen? Verdacht gegen 60 Berliner Wahlhelfer +++
60 Menschen haben im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg nach Angaben des Bezirksamts kurz nach oder im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Erhalt einer Impfbescheinigung ihre Bereitschaft als Wahlhelfer zurückgezogen. Das Wahlamt prüfe die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens, sagt die zuständige Stadträtin Christiane Heiß. Wahlhelfer haben Anspruch auf eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus. Sie gehören zur Prioritätsgruppe drei. Absagen dürften nur unter bestimmten Gründen erfolgen - wie familiäre oder berufliche Verpflichtungen. Reicht die Begründung für die Absage nicht aus, ist dies eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 500 Euro geahndet werden kann.

+++ 06:40 Streeck: mRNA-Technologie könnte auch bei Aids funktionieren +++
Durch die Erfahrungen mit Corona erhofft sich der Virologe Henrik Streeck auch Fortschritte im Kampf gegen Aids. "Wir sehen, dass der Druck bei Corona ein ganz anderer ist und Fördergelder locker gemacht werden können", sagt Streeck dem Redaktionsnetzwerks Deutschland. Er hoffe darauf, dass es auch irgendwann einen Impfstoff gegen Aids/HIV geben werde. "Die mRNA-Technologie, die hinter den Impfstoffen von Biontech und Moderna steht, könnte grundsätzlich auch bei HIV funktionieren", so Streeck. Bei Eindämmungsstrategien zeigten die Erfahrungen mit Corona zudem, wie wichtig Gebote statt Verbote sind. "Die Menschen müssen bei der Bekämpfung von Pandemien mit ins Boot geholt werden, damit sie selbst aktiv Infektionen vermeiden." Ein gutes Instrument dafür seien regelmäßige Selbsttests.

+++ 06:12 Kinder-Impfung auch ohne Zustimmung der Eltern möglich +++
Kinder und Jugendliche können sich auch gegen den Willen ihrer Eltern impfen lassen. "Wenn mir ein 14-Jähriger klar erklären kann, warum er geimpft werden will und das Thema auch versteht, dann ist eine Impfung ohne Einwilligung der Eltern möglich", sagt Jakob Maske, Bundespressesprecher vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Eine Empfehlung an Ärzte, Kinder und Jugendliche ohne Einwilligung der Eltern zu impfen, wollte Maske aber nicht aussprechen. Der goldene Weg sei, die Eltern mit ins Boot zu holen.

+++ 05:50 SPD-Vize Midyatli fordert Fokus bei Impfungen auf sozial Schwache +++
SPD-Bundesvize Serpil Midyatli hat von Gesundheitsminister Jens Spahn einen stärkeren Fokus auf abgehängte Bevölkerungsschichten bei Schutzimpfungen gegen Covid-19 gefordert. "In den USA können wir sehen, dass die Impfbereitschaft besonders bei jungen Menschen und in sozial benachteiligten Quartieren abnimmt", sagt Midyatli. "Das ist auch nicht allzu verwunderlich, da diese Menschen es gewohnt sind, dass man sich kaum um sie kümmert." Die geplante Aufhebung der Priorisierung komme hauptsächlich gut informierten und durchsetzungsstarken Menschen zugute. "Deshalb müssen wir auf alle anderen jetzt zugehen", so Midyatli. Viele dieser Menschen hätten nicht einmal einen Hausarzt. "Denn leider sind diese Stadtteile vom eklatanten Hausärztemangel am stärksten betroffen."

+++ 05:31 RKI meldet 3165 Neuinfektionen - Inzidenz knapp unter 30 +++
Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 3165 Neuinfektionen gemeldet. Das sind 4215 Fälle weniger als eine Woche zuvor. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz fällt weiter auf 29,7 von 34,1 am Vortag. Auch die Sterbezahlen gehen zurück: 86 neue Todesfälle meldet das RKI am Morgen, vor einer Woche waren es 192.

+++ 04:51 Kolumbien erlaubt wieder Großveranstaltungen +++
In Kolumbien sollen wieder Großveranstaltungen stattfinden dürfen - obwohl das Land immer noch mit der Pandemie zu kämpfen hat. Städte, in denen die Intensivstationen mehr als 85 Prozent ausgelastet sind, werden weiterhin Einschränkungen erfahren, erklärte Gesundheitsminister Fernando Ruiz. In anderen Gebieten wolle man Veranstaltungen wie Konzerte und Sportwettkämpfe wieder zuzulassen. Die drei größten Städte Kolumbiens, die Hauptstadt Bogota, Medellin und Cali, haben derzeit eine Intensivstation-Auslastung von mehr als 96 Prozent.

+++ 04:14 Tierschützer fürchten Abgabewelle von Corona-Haustieren +++
Tierschützer befürchten in Folge der "extremen Nachfrage nach Haustieren" in Zeiten von Corona eine Abgabewelle in deutschen Tierheimen. Die Pandemie hat nach Einschätzung des Deutschen Tierschutzbundes zu einem regelrechten "Haustierboom" geführt. Im Corona-Jahr 2020 habe die Zahl der Haustiere in deutschen Haushalten im Vorjahresvergleich um knapp eine Million Tiere zugenommen. Einige der mehr als 550 Tierheime berichteten bereits jetzt von "Corona-Abgaben". Dabei handelt es sich etwa um Hunde oder Katzen, die in Zeiten hoher Infektionszahlen und strenger Kontaktbeschränkungen angeschafft wurden. "Eine größere Abgabewelle gibt es aber zum Glück noch nicht. Dennoch ist die Sorge groß", so Tierschutzbund-Sprecherin Lea Schmitz.

+++ 02:36 Grüne fordern bessere Datenerhebung +++
Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen fordert in der Pandemie eine bessere Datenerfassung für ein realistisches Lagebild. So müssten Infektionen trotz eines vollständigen Impfschutzes systematisch erfasst werden, um eine vierte Welle zu vermeiden, sagt Dahmen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Auch müsse detailliert erhoben werden, welche Risikogruppen noch nicht geimpft seien. "Wir sollten die kommende Grippeimpfung nutzen, um den relevanten Risikogruppen gleichzeitig eine Covid-Auffrischimpfung anzubieten", schlägt Dahmen vor.

+++ 01:50 Deutlich weniger Antibiotikaverschreibungen im Pandemiejahr 2020 +++
Während der Corona-Pandemie werden offenbar weniger Antibiotika verschrieben. Das zeigt eine Auswertung der Arzneimittelverordnungen der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach sind die Antibiotika-Verordnungen 2020 im Vergleich zu 2019 um fast 24 Prozent zurückgegangen. Besonders stark waren die Rückgänge zu Beginn der Pandemie im April mit einem Minus von knapp 44 Prozent und im Mai mit einem Rückgang um rund 42 Prozent. "Hier spielt neben der Einhaltung der Hygieneregeln, die für deutlich weniger Infektionen insgesamt gesorgt haben, sicher auch eine Rolle, dass weniger Versicherte überhaupt zur Ärztin oder zum Arzt gegangen sind", sagt TK-Arzneimittelexperte Tim Steimle dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

+++ 00:13 CDU-Politiker Voigt: "Ab 20er Inzidenz alle Auflagen streichen +++
Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Thüringen, Mario Voigt, fordert, "spätestens ab einem Inzidenzwert von 20", alle Corona-Auflagen aufzuheben. "Wir dürfen den Menschen in Deutschland nicht mit unnütz gewordenen Maßnahmen den Sommer vermiesen", sagt der CDU-Fraktionschef im Landtag der "Bild"-Zeitung. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in den vergangenen Wochen auch in Thüringen stark gefallen. Zuletzt lag sie im Freistaat bei 38,6, und damit knapp über dem bundesdeutschen Durchschnitt von 34,1.

+++ 23:47 Bahnrad-WM kann wegen Coronalage nicht in Turkmenistan stattfinden +++
Der Radsport-Weltverband UCI muss einen neuen Austragungsort für die Bahnrad-Weltmeisterschaften suchen. Coronabedingt können die Wettbewerbe nicht wie geplant in Turkmenistan stattfinden. Die Titelkämpfe sollten eigentlich vom 13. bis 17. Oktober in Aschgabat ausgetragen werden. Man sei in Gesprächen mit möglichen Ersatzausrichtern, teilt der Verband mit.

+++ 22:40 Hälfte der erwachsenen Briten ist vollständig geimpft +++
Jeder zweite Erwachsene in Großbritannien ist mittlerweile vollständig gegen Corona geimpft. "Ein weiterer wichtiger Meilenstein heute", twittert Impf-Staatssekretär Nadhim Zahawi. "50 Prozent aller Erwachsenen in Großbritannien haben nun den Schutz von zwei Impfdosen." Mehr als drei Viertel der Erwachsenen haben bislang eine erste Corona-Impfung erhalten. Die Briten befinden sich derzeit im Wettlauf der Impfungen mit der wohl sehr ansteckenden, zunächst in Indien entdeckten Delta-Variante: Derzeit sind die Corona-Fallzahlen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von rund 32 noch immer recht niedrig - allerdings hat der Anteil der Delta-Variante in den vergangenen Wochen rapide zugenommen.

+++ 22:05 EU erlaubt wieder unkomplizierte Einreise aus Japan +++
Reisende aus Japan können künftig wieder leichter in die Europäische Union einreisen. Aufgrund verbesserter Corona-Zahlen wurde das Land von der EU auf die Liste derjenigen Drittstaaten gesetzt, für die keine strengen Einreisebeschränkungen mehr gelten sollen. Auf der Liste standen bislang nur Australien, Neuseeland, Ruanda, Singapur, Südkorea, Israel und Thailand. Für alle anderen Staaten gelten drastische Einschränkungen, die für die meisten Menschen aus dem Land ein Einreiseverbot bedeuten.

+++ 21:27 Indien-Rückkehrer stirbt an Corona: Dresdner Studentenwohnheim unter Quarantäne +++
Nach dem Tod eines an Covid-19 erkrankten jungen Indien-Rückkehrers in Dresden hat das Gesundheitsamt für alle Bewohner eines Hochhauses Quarantäne angeordnet. Es handelt sich um ein Studentenwohnheim. Hintergrund sei der schnelle Krankheitsverlauf des Mannes, dessen Gesundheit sich nach zunächst gutem Allgemeinzustand rapide verschlechtert habe, teilt die Stadt mit. Er war zuvor aus Indien zurückgekehrt und hatte keine erkennbaren Vorerkrankungen. Es bestehe der begründete Verdacht, dass die Infektion auf eine Virusvariante zurückzuführen sei. Wie alt der Mann war, wurde nicht mitgeteilt.

+++ 20:54 Aktuelle Datenlage in Deutschland: 4161 neue Fälle gemeldet +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 3.693.714 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 4161 neue Fälle hinzu. In der Vorwoche waren es 6788 neue Infektionen. Allerdings gestaltet sich ein Vergleich der Zahlen schwierig, da heute in sechs Bundesländern ein Feiertag herrscht, wodurch Meldeverzögerungen wahrscheinlich sind. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 125 auf 88.959. Am vergangenen Donnerstag waren es 249. Als aktuell infiziert gelten rund 85.000 Personen.

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 0,86 angegeben (Vortag: 0,87). Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 0,87 (Vortag: 0,83). Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 2036 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 1325 davon werden beatmet. Rund 4416 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in allen Bundesländern, mit Ausnahme von Bremen, weiter rückläufig.

Weitere Informationen zu den wichtigsten Corona-Daten können Sie hier nachlesen.

Alle früheren Entwicklungen lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, jug/ino/dpa/AFP/rts

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