Panorama

B.1.617.2 breitet sich aus Experte sieht Großbritannien vor dritter Welle

243465927.jpg

Besucher verbringen bei warmen Temperaturen Zeit am Brighton Beach an der Südküste Großbritanniens.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Nach den Mitteln von Astrazeneca, Biontech/Pfizer und Moderna ist in Großbritannien inzwischen auch das Vakzin des US-Konzerns Johnson & Johnson zugelassen. Doch die eigentlich bereits so weit fortgeschrittene Impfkampagne und die Aufhebung der Beschränkungen scheinen jetzt in Gefahr.

Ein britischer Experte sieht Großbritannien angesichts der Verbreitung der indischen Variante des Coronavirus am Beginn einer dritten Welle. "Es hat ein exponentielles Wachstum bei der Zahl der neuen Fälle gegeben und mindestens drei Viertel sind die neue Variante", sagte der Mikrobiologe Ravi Gupta im BBC-Interview.

Die zunächst in Indien entdeckte Variante B.1.617.2 breitet sich im Land zunehmend aus und könnte trotz der weit fortgeschrittenen britischen Impfkampagne die Aufhebung der noch geltenden Corona-Beschränkungen gefährden. Die Variante gilt ersten Erkenntnissen zufolge als deutlich ansteckender als bisherige Formen. Zwar seien die Fallzahlen derzeit noch relativ niedrig, erklärte Gupta, der in einem Gremium für neue aufkommende Virus-Bedrohungen die Regierung berät. Trotzdem sehe er Anzeichen einer beginnenden Welle.

Am Sonntag zählte Großbritannien gut 3200 neue Corona-Fälle, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 27. "Es wird wahrscheinlich länger dauern als bei vorherigen Wellen, bis sie sich abzeichnet, weil wir ein hohes Level an Impfungen in der Bevölkerung haben", so Gupta. "Daher könnte es für einige Zeit ein falsches Sicherheitsgefühl geben, das ist unsere Sorge." Bislang sind knapp drei Viertel der Erwachsenen in Großbritannien erstgeimpft, knapp die Hälfte hat beide Impfdosen erhalten.

Vergangene Woche hat Großbritannien derweil das Vakzin des US-Konzerns Johnson & Johnson zugelassen. Gesundheitsminister Matt Hancock sprach am Freitag von einem "weiteren Schub" für das britische Impfprogramm. Weil der Impfstoff bereits nach einer Dosis seine volle Wirkung entfaltet, werde er eine wichtige Rolle dabei spielen, alle Menschen in Großbritannien zu impfen und möglicherweise später im Jahr ein Auffrischungsprogramm zu beginnen, sagte Hancock. Die Regierung hat 20 Millionen Dosen bestellt.

Zuvor waren in Großbritannien bereits die Mittel von Astrazeneca, Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen worden. Bei diesen Präparaten sind für den vollen Schutz jeweils zwei Impfungen notwendig. Bisher ist knapp die Hälfte der Erwachsenen im Land vollständig geimpft.

Quelle: ntv.de, jki/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.