Bei Polizeieinsatz in Dresden26-Jähriger legt in Wohnung Feuer - tot geborgen

Passanten sehen in Dresden einen Mann mit einer Waffe in seiner Wohnung hantieren. Die alarmierte Polizei rückt mit einem Großaufgebot an. Als in der Wohnung ein Feuer ausbricht, greifen die Beamten zu.
Nach einem Großeinsatz wegen eines bewaffneten 26-Jährigen am Fenster eines Wohnhauses in Dresden und einer anschließenden Brandstiftung haben die Einsatzkräfte den Mann tot aus seiner Wohnung geborgen. Nach abschließenden Angaben der Polizei in der sächsischen Landeshauptstadt alarmierten Passanten am Vortag die Beamten, als sie den Mann mit einer Pistole am Fenster sahen. Er hantierte später auch noch mit einer Langwaffe und drohte mit einem Sprengsatz.
Nach dem Notruf hatte die Dresdner Polizei die Straße vor dem Wohnhaus im Stadtviertel Leipziger Vorstadt gesperrt und Nachbarn in Sicherheit gebracht. Alarmiert wurden das Spezialeinsatzkommando (SEK) sowie die Verhandlungsgruppe des sächsischen Landeskriminalamts (LKA). Die Einsatzkräfte versuchten jedoch vergeblich, Kontakt zu dem Mann aufzunehmen.
Der Mann feuerte seine Pistole - eine Schreckschusspistole - nach Polizeiangaben mehrfach ab und warf sie dann auf die Beamten. Später hantierte er mit einer Langwaffe am Fenster, bei der es sich um eine Softairwaffe in Form einer Maschinenpistole handelte. Außerdem drohte er, einen selbstgebauten Sprengsatz zu zünden, falls Polizisten in die Wohnung kämen. Die Polizei forderte daraufhin auch LKA-Sprengsatzexperten an.
Sechs Polizisten verletzt
Schließlich brach in der Wohnung ein Brand aus, woraufhin das SEK sich Zutritt verschaffte, um den Mann zu retten. Aufgrund der "massiven Brandentwicklung" drangen die Beamten aber nicht zu ihm vor. Als die Feuerwehr den Brand gelöscht hatte, fanden die Einsatzkräfte in der Wohnung den toten 26-Jährigen. Die Leiche soll zur Feststellung der genauen Todesursache gerichtsmedizinisch untersucht werden.
Laut Feuerwehr mussten nach der Bergung des Mannes sechs Polizisten aus dem Gebäude gerettet werden, die durch Rauchgas verletzt wurden. Sie seien erst von Notärzten behandelt und dann per Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht worden. Alle weiteren Wohnungen in dem Gebäude wurden kontrolliert und belüftet, im Anschluss konnten die Bewohner zurückkehren.
Die Wohnung des 26-Jährigen hatte dieser nach Erkenntnissen der Polizei an mehreren Stellen selbst in Brand gesetzt. Sie brannte vollständig aus. Hinweise auf einen selbstgebauten Sprengsatz fanden die Beamten nicht. Auch zum möglichen Motiv liegen bislang keine Hinweise vor. Im Einsatz waren mehr als 140 Polizeibeamte.