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(Foto: dpa)
Montag, 07. Mai 2018

Darf das so?: 3D-Zebrastreifen sorgt für Streit in Thüringen

Er soll Autofahrer noch besser auf Fußgänger aufmerksam machen. Im thüringischen Schmalkalden malt die Kommune einen Zebrastreifen in 3D-Optik auf die Straße. Das Landesverwaltungsamt protestiert.

Der erste 3D-Zebrastreifen Deutschlands im südthüringischen Schmalkalden muss nach Auffassung des Landesverwaltungsamts verschwinden. Die Behörde hatte der Stadt untersagt, einen Fußgängerüberweg mit sogenanntem 3D-Effekt zu errichten, wie eine Sprecherin des Landesverwaltungsamtes sagte. Die Darstellung entspreche nicht der Straßenverkehrsordnung (StVO).

Bürgermeister Thomas Kaminski betont derweil, dass der Zebrastreifen nicht offiziell als Verkehrszeichen beantragt worden sei. Er verweist darauf, dass es im österreichischen Linz einen 3D-Zebrastreifen gebe, wo die rechtliche Situation in Deutschland vergleichbar sei.

Aktuell ist der umstrittene Zebrastreifen in einer 30er-Zone so abgesperrt, dass Autos ihn nur von der Seite überfahren können, auf der der Effekt nicht zu sehen ist. Die 3D-Wirkung entsteht durch eine optische Täuschung aus der Kombination von weißen und dunkleren Farbstreifen auf der Straße: Autofahrer glauben, schwebende Balken als Überweg und somit als echtes Hindernis vor sich zu haben. Das soll sie zum Bremsen bewegen.

Aus Island stammt die Idee für solche Überwege. Jüngst wurde in Deutschland in Braunschweig ein solcher Zebrastreifen abgelehnt. Dort hatte die Verwaltung Bedenken genau wegen der StVO, wo der Zebrastreifen nur als zweidimensionales Bild dargestellt wird.

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Quelle: n-tv.de