Panorama

Politiker in Ex-Kolonie Adolf Hitler zum Landrat in Namibia gewählt

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Der namibische Wahlkreis Ompundja mit seinen rund 4500 Einwohnern machte Adolf Hitler Uunona zum Landrat.

(Foto: Wahlkommission Namibia)

Deutsche Vor- und Nachnamen sind in der ehemaligen Kolonie Namibia keine Seltenheit. Ein Kommunalpolitiker sorgt nach seiner Wahl zum Landrat mit seinem ungewöhnlichen Namen allerdings für Aufsehen.

In der ehemaligen deutschen Kolonie Namibia amtiert nun ein Politiker mit einem ungewöhnlichen Namen als Landrat: Adolf Hitler Uunona. Der Namibier von der Regierungspartei Swapo wurde zum Landrat von Ompundja gewählt, einem Wahlkreis im Norden des Landes. Am Mittwoch wurde er in seinem Amt vereidigt, wie ein Video zeigte.

Der 54-Jährige reagierte leicht verärgert auf Nachfragen der Nachrichtenagentur AFP zu seinem Namen. Es überrasche ihn, dass die Menschen von seinem Namen derart fasziniert seien, sagte er. Warum seine Eltern ihn nach dem deutschen Diktator benannten, wollte Uunona nicht erläutern. "Wollen Sie wirklich, dass wir ein ganzes Gespräch über meinen Namen führen? Inwiefern wird das Namibia zu einem besseren Land machen, inwiefern wird es zur Entwicklung unseres Landes beitragen?", fragte Uunona.

Bei einigen Twitter-Nutzern löste der Name Verwunderung aus: "Warum würdest du dein Kind nach Hitler benennen? Warum würdest du mit solch einem Namen in die Politik gehen?", schrieb einer. In Namibia gibt es zahlreiche Einheimische mit deutschen Vor- und Nachnamen. So wurden Kinder oftmals von oder nach den Arbeitgebern der Eltern benannt. Zum einen, weil es den Europäern schwerfiel, die einheimischen Namen korrekt auszusprechen, zum anderen aus Hochachtung für den Arbeitgeber oder Vorgesetzten.

Von 1884 bis 1915 gehörten Teile Namibias zum deutschen Kaiserreich. Die Kolonialherren schlugen damals Aufstände der Volksgruppen der Herero und Nama brutal nieder, Zehntausende starben. Bis heute ist die Beziehung zwischen Namibia und Deutschland keine einfache - die Bundesregierung führt seit Jahren zähe Gespräche mit der namibischen Hauptstadt Windhuk über die Aufarbeitung der Verbrechen während der Kolonialzeit.

Quelle: ntv.de, mba/dpa/AFP

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