Panorama

Schläge, Flüche, keine Festnahme Aggressive "Querdenker" attackieren Polizisten

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Den Beamten bleibt letztlich nur die Flucht, der Aggressor ist bekannt.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Mit bunten Regenschirmen demonstrieren in Thüringen Dutzende gegen die Corona-Politik. Doch der Protest ist alles andere als friedlich. Videos zeigen, wie mehrere Anwesende auf vier Polizisten losgehen. Zwei Beamte werden verletzt, den Ordnungshütern bleibt nur die Flucht vor der aggressiven Gruppe.

Bei einer unerlaubten Demonstration gegen Corona-Auflagen haben Protestierende im thüringischen Schmalkalden Polizisten angegriffen und zwei Beamte verletzt. Wie die Polizei mitteilte, hatten sich am Montagabend etwa 60 Menschen auf dem Altmarkt in Schmalkalden versammelt. Als die Beamten die Personalien eines Mannes aufnehmen wollten, der dem Anschein nach als Versammlungsleiter auftrat, seien Beamte angegriffen worden.

Ein 44-Jähriger habe einem Beamten unvermittelt gegen den Hals geschlagen und in der anschließenden Rangelei einen weiteren Polizisten zu Boden geworfen. Ein im Internet kursierendes Video zeigt, wie Polizisten von aufgebrachten Demonstranten umringt, beschimpft und angegriffen werden. In einem Handgemenge stürzen ein Demonstrant und ein Beamter zu Boden. Weitere Beamte versuchen, die schreiende Menge in Schach zu halten und werden von dieser immer wieder bedrängt und aggressiv beleidigt. Einer der Protestierenden wirft das Funkgerät eines Polizisten weg.

Die Beamten hätten sich schließlich mit Pfefferspray zur Wehr gesetzt und sich dann vor den aufgebrachten Demonstranten in Sicherheit gebracht. Die beiden verletzten Beamten wurden im Krankenhaus behandelt, der 44-Jährige habe eine ärztliche Behandlung abgelehnt. Seine Identität ist nach Angaben einer Polizeisprecherin bekannt, er wurde bisher aber nicht festgenommen.

"Verkommene Sitten der Corona-Gegner"

Thüringens Innenminister Georg Maier von der SPD verurteilte den Angriff auf Twitter scharf. Er sprach von unerträglichen Szenen in Schmalkalden, die das Gewalt- und Hasspotenzial von "Querdenkern" zeige. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei liefen auf Hochtouren. Der Rechtsstaat müsse konsequent gegen Radikalisierung und Hass vorgehen.

Die Linke-Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss erklärte, die Auseinandersetzungen zeigten, dass die Hemmschwelle bei Corona-Leugnern weiter sinke. "Die Corona-Leugner agieren skrupellos." Auch die Landtagsfraktion der Grünen verurteilte den Angriff auf Polizisten scharf. Die innenpolitische Sprecherin der Fraktion, Madeleine Henfling, sieht eine zunehmende Radikalisierung der "Querdenker". Jeder könne Kritik äußern. Aber dies müsse auf zivilisiertem Weg erfolgen und dürfe nicht andere Menschen gefährden.

Der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Raymond Walk, erklärte, der Anstieg der Gewalt sei alarmierend. Es sei schon verstörend genug, zuzusehen, wie ein gutes Dutzend Demonstranten gewalttätig werde. "Dass jedoch augenscheinlich niemand der weiteren Teilnehmer der Kundgebung deeskalierend einschreitet, sondern im Gegenteil die Gewalttaten mit ihren Handys auch noch filmen, zeigt deutlich, wie verkommen die Sitten der Corona-Gegner inzwischen geworden sind."

Quelle: ntv.de, mra/dpa

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