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Wetter und Co. Alles, was man über den Frühling wissen muss

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Wenn die Forsythien blühen, ist der Frühling da.

(Foto: picture alliance / dpa)

Warum beginnt der meteorologische Frühling nicht am selben Tag wie der kalendarische Frühling? Wie sehen Forsythien aus? Und vor allem: Wie wird das Wetter?

n-tv.de: Björn, für euch Meteorologen ist ja schon seit Märzbeginn Frühling. Laut Kalender kommt der Frühling aber erst in dieser Woche. Woher kommt der zeitliche Unterschied?

Björn Alexander: Der kalendarische oder auch astronomische Wechsel der Jahreszeiten ist vom Sonnenstand bestimmt. Frühling und Herbst beginnen, wenn die Sonne senkrecht über dem Äquator steht. Winterbeginn bei uns auf der Nordhalbkugel ist dann, wenn die Sonne den südlichen Wendekreis erreicht. Der Sommer beginnt, wenn die Sonne senkrecht über dem nördlichen Wendekreis steht. Dabei variieren die Termine allerdings stets ein bisschen. So fällt der astronomische Frühlingsbeginn auf den Zeitraum zwischen dem 19. und dem 21.März.

Björn Alexander ist der n-tv-Meteorologe.

n-tv Meteorologe Björn Alexander

(Foto: n-tv)

Und in diesem Jahr ist es genau die Mitte - nämlich am 20.März.

Genau. Am kommenden Freitag um 23.45 Uhr passiert die Sonne den Äquator und der Frühling beginnt.

Wofür brauchen die Meteorologen denn ihren eigenen Frühlingsbeginn?

Das liegt daran, dass es um die statistische Vergleichbarkeit von Jahreszeiten geht. Und die Statistik mag solche Ungenauigkeiten bei Zeiträumen überhaupt nicht. Insofern beginnt der Frühling bei der Statistik immer am 1. März. Die anderen Jahreszeiten folgen im Abstand von drei Monaten immer am 1., während der kalendarische Wechsel der Jahreszeiten immer etwa drei Wochen später stattfindet. Beim Frühling gibt es aber auch noch eine weitere Möglichkeit, seinen Anfang zu definieren.

Die da wäre?

Unter Zuhilfenahme der Natur als Abbild der Wetter- und Temperaturentwicklung. Also: wie weit fortgeschritten ist die Natur? Man spricht dann auch vom phänologischen Frühling. Dabei gilt, dass sich der Frühling von Südwest in Richtung Nordosten schrittweise weiter ausbreitet.

Wie ist da der aktuelle Stand?

Gerade befinden wir uns demnach am Ende des Vorfrühlings. Die Haseln blühen. Schneeglöckchen und Krokusse ebenso. Mit dem Beginn der Blüte der Forsythie folgt der nächste Schritt, der sogenannte Erstfrühling. Und der hat in den letzten Tagen mancherorts auch schon begonnen.

Pflanzen sind ja nicht immer leicht auseinanderzuhalten. Wie erkennt man eine Forsythie?

Ein gelb blühender Strauch, der durchaus einige Meter hoch werden kann und den man in den Städten gerne mal in Parkanlagen sehen kann. Aber auch an Straßen und Wegen kann man diese typischen gelben Blüten jetzt immer öfter beschauen. Die letzte Frühlingsstufe ist dann der Vollfrühling. Der wird beispielsweise definiert über den Beginn der Apfelblüte. Übrigens können je nach Witterung die einzelnen Jahre beim phänologischen Frühling massive Unterschiede aufweisen. In 2014 begann die Forsythienblüte schon im Februar. Der kalte März 2013 sorgte hingegen dafür, dass es erst im April losging. Da können also gut und gerne mal 2 Monate dazwischen liegen.

Sehr facettenreich - so ein Frühlingsbeginn. Spielt auch das Wetter mit?

Es geht so. Bis zur Wochenmitte ist alles gut. Der Frühling gibt alles: viel Sonne am Tage mit angenehm warmen Temperaturen. Verbreitet mit Höchstwerten zwischen 15 und 20 Grad. Und auch der leichte Frost oder Bodenfrost in den Nächten kann der Natur und der Laune wohl nur wenig anhaben.

Das soll sich dann aber ändern?

Ja. Bereits am Donnerstag mogeln sich in den Westen schon mal ein paar mehr Wolkenfelder. Die werden zwischen der Eifel und der Nordsee bis herüber an die Ostsee am Freitag nochmals zulegen und können in Richtung Norden auch etwas Regen mitbringen. Länger schön bleibt es am Freitag noch im Süden und Südosten. Dazu mit viel Sonne nochmals bis zu 16 Grad, während der Wetterwechsel im Nordwesten nur noch 6 bis 10 Grad zulassen wird.

Am Freitag gibt es dann ja noch ein astronomisches Highlight: die partielle Sonnenfinsternis. Wie sind die Chancen auf freie Sicht gen Himmel?

Im Süden und Osten sind die Chancen durchaus ordentlich bis gut, teilweise auch sehr gut. Deutlich mehr Glück brauchen Sie hingegen im Westen und Norden. Für Detailprognosen ist es jetzt aber einfach noch zu früh.

Verstehe. Was erwartet uns am Wochenende?

Am Samstag sind dann überall Wolkenfelder unterwegs und sorgen für unbeständiges Wetter mit etwas Regen oder Schauern. Die Temperaturen gehen weiter zurück und erreichen nur noch 3 bis 13 Grad. Und damit sinkt auch die Schneefallgrenze in der Mitte auf rund 600 Meter. Zudem lebt der kalte Wind von Osten her zeitweise böig auf.

Und am Sonntag?

Dürfte es im Norden und Nordwesten wieder meist trocken und teilweise freundlich oder sonnig weiter gehen. Richtung Süden bleibt es hingegen wechselhafter mit Schnee oder Regen. Das Temperaturniveau geht nochmals zurück mit 2 bis 12 Grad.

Was bringt uns die nächste Woche?

Am Montag wahrscheinlich nur noch selten Schauer und gebietsweise aufgelockert. Dazu nach frostiger Nacht tagsüber wieder etwas milder bei 5 bis 15 Grad. - Frühling light sozusagen. Danach nähern sich aber aus heutiger Sicht schon wieder die nächsten Tiefausläufer. Und auch die kalte Luft bleibt leider nah. Ein richtiges Frühlingshoch mit Dauerwärme und -sonne ist nicht in Sicht, so dass nach wie vor gilt: die sonnigen Phasen zwischendrin sollten wir so gut es geht genießen.

Quelle: n-tv.de

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