Panorama

Weniger Wanderung in StädteAlterung und Wohnkosten bestimmen deutschen Umzugstrend

11.05.2026, 15:20 Uhr
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Teure Mieten und hohe Eigentumspreise treiben Menschen aus den Städten. (Foto: imago/Westend61)

Die Menschen in Deutschland zieht es eher aus den Städten aufs Land als in die andere Richtung. Eine Studie nennt als Hauptgrund dafür: die alternde Bevölkerung. Der ländliche Raum bringe weniger junge Menschen hervor, die ihn verlassen könnten.

In Deutschland ziehen mehr Menschen aufs Land als in die großen Städte. Einer Studie zufolge liegt das aber nicht allein an der Sehnsucht nach Ruhe und Natur. Zwar verzeichneten ländliche Gemeinden zuletzt Wanderungsgewinne, wie das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) mitteilte. Dies sei jedoch weniger auf einen Wandel der Wohnpräferenzen zurückzuführen. Vielmehr seien demografische Entwicklungen sowie hohe Wohnkosten in den Städten und neue Arbeitsmodelle wie Homeoffice die entscheidenden Treiber.

"Die Debatte über eine neue Sehnsucht nach dem Land greift zu kurz", sagte BBSR-Stadtforscher Thomas Pütz. So sei vor allem die Zahl junger, mobiler Menschen in ländlichen Regionen zurückgegangen. Dadurch verließen weniger Menschen diese Gebiete in Richtung Stadt.

Die Studie zeigt, dass es vor allem Familien sind, die in ländliche Regionen ziehen. Als wichtigste Gründe nannten die Befragten Ruhe, Natur und ein höheres Sicherheitsgefühl. Häufig gehe es um den Wunsch nach Wohneigentum und mehr Wohnfläche. Klassische Standortfaktoren wie eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr oder kulturelle Angebote seien dagegen weniger entscheidend. "Wer in ländliche Räume zieht, sucht häufig nicht die perfekte Infrastruktur, sondern eine Lebensqualität mit Ruhe und bezahlbarem Wohnraum", betonte BBSR-Forscherin Brigitte Adam.

Autonutzung steigt nach Umzug aufs Land

Mit dem Umzug in ländliche Regionen steige bei den Befragten die Pkw-Nutzung, schreiben die Forschenden. Insbesondere Familien und Haushalte mit älteren Menschen legten sich erstmals ein Auto zu oder erweiterten ihren Fuhrpark. Die ÖPNV-Nutzung hingegen sinke nach dem Wegzug aus städtischen Regionen, die Nutzung von E-Bikes nehme im Schnitt zu.

Eine allgemeingültige Strategie für ländliche Gemeinden lasse sich aus den Ergebnissen nicht ableiten, so die Forscher. Entscheidend seien passgenaue Wohnangebote und Investitionen in die soziale Infrastruktur. Als neue Zielgruppe für ländliche Regionen identifizierte die Studie Menschen, die im Homeoffice arbeiten.

Für die Untersuchung wertete das Forschungsinstitut Empirica im Auftrag des BBSR Binnenwanderungsdaten aus und befragte rund 1000 Menschen, die seit 2019 in ländliche Gemeinden gezogen waren. Von diesen kamen 23 Prozent direkt aus einer Großstadt.

Quelle: ntv.de, lwe/rts

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