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Angriff auf Parteizentralen Amokfahrer war wütend über Volkszählung

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Laut Staatsanwaltschaft wollte der Mann nach eigenen Angaben "ein Zeichen setzen, gegen die für die Gesetzgebung der Volkszählung verantwortlichen Parteien".

(Foto: picture alliance / Paul Zinken/d)

Weil er sich über die Teilnahme am Mikrozensus ärgerte, soll ein 58-Jähriger sein Auto in die Berliner SPD-Zentrale gesteuert haben - beladen mit Gas- und Benzinbehältern. Die Staatsanwaltschaft prüft, welches Ausmaß eine Explosion gehabt hätte.

Der 58-Jährige, der an Heiligabend mit seinem Auto in die SPD-Zentrale gerast war, soll aus Wut und Verärgerung über die erzwungene Teilnahme an der Volkszählung agiert haben. Laut der Berliner Staatsanwaltschaft war der Mann zur Teilnahme am Mikrozensus ausgewählt worden. Weil er sich weigerte, an der Befragung teilzunehmen, wurde gegen ihn ein Zwangsgeld verhängt und ihm wurde Ordnungshaft angedroht. Der Mann wollte nach eigenen Angaben "ein Zeichen setzen, gegen die für die Gesetzgebung der Volkszählung verantwortlichen Parteien", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Martin Steltner.

Für die jährlich durchgeführte Erhebung über den Bevölkerungsstand werden stichprobenartig Haushalte in ganz Deutschland ausgewählt, die zu Alter, Geschlecht sowie Beschäftigungsverhältnis und Wohnsituation befragt werden. Die Befragten müssen antworten, sonst droht ihnen ein Zwangsgeld. Alle Daten werden laut Datenschützern strikt anonymisiert.

Gegen den 58-Jährigen werde wegen des Versuchs der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion ermittelt, sagte Steltner. In dem Auto fanden die Ermittler Gaskartuschen und Benzinkanister. "Es wird jetzt untersucht, wie gefährlich eine Explosion der Gegenstände gewesen wäre", sagte Steltner. Der Mann befinde sich in Untersuchungshaft. Psychische Probleme des 58-Jährigen werden laut Staatsanwaltschaft untersucht. Der Polizei zufolge soll der Mann in Suizid-Absicht gehandelt haben.

Der 58-Jährige hatte Heiligabend sein Auto ins Willy-Brandt-Haus, die Parteizentrale der Sozialdemokraten, gesteuert. Im Inneren des Autos, das in der Empfangshalle zum Stehen kam, brach ein Feuer aus. Durch die Sprinkleranlage des Gebäudes wurden die Flammen sofort gelöscht. Zuvor hatte der Mann am Konrad-Adenauer-Haus, der Bundesgeschäftsstelle der CDU, eine Tasche mit Gaskartuschen und Grillanzünder abgestellt. Auch wegen dieser Tat wird ermittelt. Der am Kopf verletzte Fahrer wurde in der Nähe seines Autos festgenommen.

Quelle: n-tv.de, hny/dpa

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