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"Sprungtermin" im Fall Lügde Angeklagter suchte Kinder per Kleinanzeige

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Kurzer Prozesstag für Andreas V.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Lügde-Angeklagte Andreas V. kommt im Krankenwagen zu seinem Prozess und nimmt aus gesundheitlichen Gründen an einem kurzen "Sprungtermin" teil. Dabei kommt heraus, wie der Mann die Kinder für den sexuellen Missbrauch zu sich lockte. Er nutzte Kleinanzeigen - und seine Tochter.

Das Landgericht Detmold hat den Prozess um den hundertfachen sexuellen Missbrauch von Kindern gegen Andreas V. aus Lügde fortgesetzt. Da der 56-Jährige krank ist, wurde er per Rettungswagen und in medizinischer Begleitung nach Detmold gebracht. Er liegt derzeit im Justizvollzugskrankenhaus in Fröndenberg. Entgegen dem Rat seiner Ärzte wollte Andreas V. an dem sogenannten Sprungtermin teilnehmen.

Zum Gesundheitszustand seines Mandanten wollte sich sein Verteidiger Johannes Salmen mit Bezug auf die Schweigepflicht nicht äußern. Nach der Strafprozessordnung dürfen zwischen zwei Terminen nicht mehr als drei Wochen liegen - sonst platzt ein Verfahren und muss neu aufgerollt werden. Da Andreas V. derzeit nicht verhandlungsfähig ist, tagte das Gericht um die Vorsitzende Richterin Anke Grudda nur rund zehn Minuten.

Bei Ebay nach Opfern gesucht

In dieser Zeit wurden Ebay-Kleinanzeigen vorgelesen, die auf Disketten im Wohnwagen des 56-Jährigen gefunden wurden. Darin beschreibt er sich als alleinerziehenden Vater, der auf der Suche nach Spielkameraden für seine Tochter ist. Das Gericht verlas die Erklärung einer Nebenklägerin. Das Geständnis von Andreas V. habe sie erleichtert. Sie habe zu ihm ein gutes Verhältnis gehabt, sei als Kind gern zu ihm gegangen. Erst mit ihrer eigenen Pubertät habe sie den Missbrauch richtig einordnen können.

Die Nebenklägerin hofft auf eine angemessene Bestrafung. Das dürfe keine Bewährungsstrafe sein, ließ die Frau mitteilen. Sollte es der Gesundheitszustand von Andreas V. zulassen, wird der Prozess am 15. August gemeinsam mit dem zweiten Angeklagten Mario S. aus Steinheim fortgesetzt. Die beiden sollen über Jahre auf einem Campingplatz in Lügde an der Landesgrenze von NRW zu Niedersachsen hundertfach Kinder schwer sexuell missbraucht und dabei gefilmt haben.

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Quelle: n-tv.de, sgu/dpa

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