Panorama

Hamburger Beamte angezündet Angreifer überlebt Feuer-Attacke

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Tatort in Hamburg-Harburg: Für den 50-jährigen Behördenmitarbeiter kam jede Hilfe zu spät.

(Foto: dpa)

Düstere Bilanz eines brutalen Angriffs auf Behördenmitarbeiter in Hamburg: Ein Bediensteter des Bezirksamts ist tot, sein Kollege überlebt schwer verletzt. Ärzte können auch das Leben jenes Mannes retten, den die beiden eigentlich in psychiatrische Betreuung bringen sollten.

Am Tag nach dem Angriff auf Behördenmitarbeiter bei der Einweisung eines psychisch Kranken in Hamburg können Ärzte Entwarnung geben: Die beiden Schwerverletzten befinden sich nicht mehr in Lebensgefahr, wie die Polizei in der Hansestadt mitteilte. Der Zustand des 28-jährigen mutmaßlichen Täters und eines 59-jährigen Mitarbeiters des Bezirksamts habe sich stabilisiert. Am Vortag war ein 50-jähriger Bezirksamtsbediensteter bereits kurz nach der Tat seinen schweren Verletzungen erlegen.

Den Erkenntnissen der Ermittler zufolge hatte der 28-Jährige zwei Mitarbeiter des sogenannten Zuführdienstes des Bezirksamts in seiner Wohnung mit einer brennenden Flüssigkeit übergossen. Die Behördenmitarbeiter hatten den Betreuer des Mannes begleitet, um diesen zu einer gerichtlich verfügten Einweisung in eine Psychiatrie abzuholen.

Die Zwangseinweisung geriet vollkommen außer Kontrolle: Die Kleidung der beiden Behördenmitarbeiter fing sofort Feuer, der Betreuer wurde leicht verletzt. Der 28-Jährige übergoss sich nach dem inzwischen von der Polizei ermittelten Tatablauf dabei nicht selbst mit der brennenden Flüssigkeit, sondern schloss sich in der Küche seiner brennenden Wohnung ein. Später sprang er aus einem Fenster im dritten Stock. Er erlitt Brand- und Sturzverletzungen.

Wie die Ermittler weiter mitteilten, muss jetzt ein Gericht erneut über die Unterbringung des Beschuldigten in einer Psychiatrie entscheiden. Dem Mann wird ein Tötungsdelikt vorgeworfen. Nach Abschluss der Ermittlungsarbeit muss dann in einem Verfahren geklärt werden, ob er überhaupt schuldfähig ist oder dauerhaft in psychiatrischem Gewahrsam bleiben muss.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP/dpa